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MELDUNG/444: Kevin McBride wie erwartet chancenlos gegen Tomasz Adamek (SB)



Polnischer Schwergewichtler besiegt Iren klar nach Punkten

Tomasz Adamek hat seinen Aufbaukampf im Schwergewicht gegen Kevin McBride wie erwartet gewonnen und damit die Tür zur Herausforderung Vitali Klitschkos im September offen gehalten. Im Prudential Center von Newark, New Jersey, setzte sich der favorisierte Pole klar nach Punkten gegen den Iren durch (120:107, 119:108, 119:108). Adamek verbesserte seine Bilanz dank dieses Erfolgs auf 44 Siege bei nur einer Niederlage, während für McBride nun 35 gewonnene und neun verlorene Auftritte sowie ein Unentschieden zu Buche stehen.

Angesichts der enormen physischen Unterschiede hielt Adamek den 130 Kilo schweren Iren tunlichst auf Distanz und bearbeitete den trägen Riesen mit schnellen Kombinationen. Kevin McBride suchte den Infight, um den Polen mit seiner Masse zu blockieren, was ihm jedoch nur selten gelang. Die ersten beiden Runden gingen klar an Adamek, der allerdings kurz vor dem Pausengong nach einem geschoben Körpertreffer zu Boden gehen mußte. Der Favorit beherrschte indessen weiterhin das Geschehen und erzielte im siebten Durchgang sogar Wirkung bei dem Iren.

Da es McBride nicht gelang, seinen wendigen Gegner zu stellen, verlegte er sich zunehmend aufs Klammern, um aus dieser Enge heraus Treffer zu landen. Für diese wiederholte Regelwidrigkeit zog ihm der Ringrichter schließlich einen Punkt ab. Zwar kam der Ire in den letzten Runden etwas besser zur Geltung, doch punktete Adamek fleißig weiter und ließ sich im zwölften Durchgang auf nichts mehr ein, um nicht einem späten Glückstreffer zum Opfer zu fallen. Das deutliche Urteil der Punktrichter entsprach durchaus dem Kampfverlauf, der zwar keine neuen Erkenntnisse brachte, aber dem aufstrebenden Polen Praxis über die volle Rundenzahl verschaffte.

Nach diesem verdienten Sieg verlieh Adamek seiner Vorfreude Ausdruck, im Herbst vor seinen Landsleuten im eigenen Land anzutreten. Ihm winke die große Chance, nach seinen Titeln im Halbschwer- und Cruisergewicht nun Weltmeister in der dritten Gewichtsklasse zu werden. Dafür werde er in den kommenden Monaten hart trainieren.

Tomasz Adamek hat seit seinem Wechsel ins Schwergewicht sechs Kämpfe gewonnen und zwei von ihnen vorzeitig beendet. In aller Regel kleiner und leichter als sein Gegner, setzte er auf seine Beweglichkeit und technischen Fertigkeiten. Da Vitali Klitschko in seiner Karriere noch nie am Boden war, ist so gut wie ausgeschlossen, daß ausgerechnet Adamek dieses Kunststück gelingen könnte. Der Pole zählt jedoch zweifellos zu den beweglichsten Boxern der aktuellen Schwergewichtsszene, so daß man gespannt sein darf, wie der WBC-Champion mit dieser Konstellation zurechtkommt.


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Carl Froch in Atlantic City gegen Glen Johnson

Für beide Kämpfe des Halbfinales im Super-Six-Turnier stehen nun Ort und Datum fest. Während Arthur Abraham aus dem Sauerland-Boxstall am 14. Mai in Los Angeles gegen WBA-Weltmeister Andre Ward antritt, muß sich der britische WBC-Champion Carl Froch am 4. Juni in Atlantic City mit dem Jamaikaner Glen Johnson auseinandersetzen. Er habe großen Respekt vor diesem Gegner und werde ihn keinesfalls unterschätzen, zeigt sich der Brite vor dieser Aufgabe gewarnt. Da er jedoch hervorragend vorbereitet antreten werde und das Finale fest eingeplant habe, bedeute das nichts Gutes für Johnson, gibt sich Froch siegesgewiß.

Im Turnier der sechs prominenten Supermittelgewichtler war Carl Froch als ungeschlagener WBC-Weltmeister angetreten und hatte sich in Nordengland zum Auftakt knapp nach Punkten gegen den US-Amerikaner Andre Dirrell durchgesetzt. Dann mußte der Brite jedoch gegen den Dänen Mikkel Kessler, der wie Abraham bei Sauerland Event unter Vertrag steht, die erste Niederlage seiner Karriere hinnehmen und den Gürtel abgeben. Da Kessler wegen einer Verletzung am Auge eine längere Pause einlegen mußte und sich deshalb aus dem Turnier zurückzog, wurde der WBC-Titel vakant. In Helsinki kam es zum Duell mit Abraham, in dem sich Froch überlegen durchsetzte und den Gürtel umgehend zurückholte.

Glen Johnson war für Mikkel Kessler ins Turnier nachgerückt und qualifizierte sich mit einem spektakulären K.o.-Sieg über Allan Green aus den USA für die Runde der letzten Vier. Seither hält ihn niemand mehr für einen Routinier, dessen beste Zeit lange zurückliegt, zumal der bisherige Turnierverlauf für jede Menge Überraschungen gut war. Sein Gegner Carl Froch sei zweimal Weltmeister geworden, und das spreche für sich, zeigt auch Johnson Respekt, der seinen Worten zufolge auf Gegenseitigkeit beruht. Er kenne jedoch die Schwächen des Briten und werde sie ausnutzen, läßt der Jamaikaner seinerseits keinen Zweifel an seiner Entschlossenheit, ins Finale einzuziehen.

12. April 2011



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