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MELDUNG/462: Robert Helenius - Schrecken der Exweltmeister im Schwergewicht (SB)



Nach Lamon Brewster und Samuel Peter nun Sergej Liachowitsch

Robert Helenius, der einen schwedischen und einen finnischen Paß besitzt, entwickelt sich zur Freude Promoter Wilfried Sauerlands und Trainer Ulli Wegners Schritt für Schritt zu einem Boxer, der es in absehbarer Zeit mit der Weltspitze im Schwergewicht aufnehmen kann. Im Januar 2010 bezwang er in seinem elften Profikampf ein Kaliber wie Exweltmeister Lamon Brewster, der noch dazu durch technischen K.o. unterlag. Wenig später war in Helsinki Gbenga Oloukun an der Reihe, ebenfalls kein unbeschriebenes Blatt. Und im August letzten Jahres sicherte sich Helenius in seinem dreizehnten Profikampf den vakanten EU-Titel, als er in Erfurt den Franzosen Gregory Tony viermal auf die Bretter schickte.

Robert habe eine große Zukunft vor sich, lobte Ulli Wegner damals, und Wilfried Sauerland machte keinen Hehl daraus, daß er große Stücke auf den schlagkräftigen Skandinavier hält: "Robert wird von Kampf zu Kampf besser. Er hat großes Potential. Ich bin mir sicher, daß der EU-Titel nicht der letzte Gürtel in seiner Sammlung sein wird."

Dann folgte im November die erste Titelverteidigung gegen den Schweden Attila Levin, der bereits 23 Siege und drei Niederlagen vorzuweisen hatte und damit wesentlich erfahrener als Helenius war. Dieser machte jedoch in Helsinki kurzen Prozeß und gewann bereits in der zweiten Runde, womit er den zuvor vakanten Intercontinentaltitel der WBO in seinen Besitz brachte.

Nach seinen vierzehn Siegen bekam es Robert Helenius beim nächsten Auftritt mit einem ausgesprochen schweren Brocken zu tun. Am 2. April 2011 stieg der 27jährige im Gerry-Weber-Stadion in Halle/Westfalen mit dem früheren WBC-Weltmeister Samuel Peter in den Ring, der ihn an Erfahrung und bedeutenden Erfolgen weit übertraf. Helenius ließ sich jedoch auch von dem Nigerianer und dessen Ruf nicht ins Bockshorn jagen, sondern siegte durch technischen K.o. in der neunten Runde. Mit nunmehr 15 Siegen in Folge, von denen er zehn vorzeitig erzielt hatte, machte Helenius dank des Erfolgs gegen Samuel Peter in der Rangliste der WBO einen großen Sprung nach vorn, die ihn jetzt schon an zweiter Stelle führt.

Kursierende Spekulationen, Robert Helenius werde es auch in seinem nächsten Kampf mit einem früheren Weltmeister aufnehmen, haben sich inzwischen bestätigt. Finnischen Medienberichten zufolge bekommt er es am 25. Juni mit Sergej Liachowitsch zu tun, der 25 Siege und drei Niederlagen auf dem Konto hat.

Liachowitsch wurde 2006 durch einen Sieg über Lamon Brewster Weltmeister der WBO, verlor diesen Titel jedoch bereits im nächsten Kampf gegen Shannon Briggs, der nach Punkten im Rückstand lag, als er mit einem Volltreffer in der letzten Runde das Blatt wendete. Seither verläuft die Karriere des Weißrussen recht durchwachsen: Er verlor einen Ausscheidungskampf gegen Nikolai Walujew klar nach Punkten, worauf er zwei Aufbaukämpfe jeweils vorzeitig gewinnen konnte.

30. April 2011



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