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MELDUNG/468: Mosleys Flucht verhindert vorzeitigen Sieg Pacquiaos (SB)



Klarer Punktsieg des Philippiners vor enttäuschtem Publikum

Zum angekündigten "Kampf des Jahres" kam es im MGM Grand in Las Vegas nicht, da es dafür zweier nahezu gleichwertiger Akteure bedurft hätte. In einem Duell des Weltergewichts war WBO-Champion Manny Pacquiao jedoch eine Nummer zu groß für Shane Mosley, der einen vorzeitigen Sieg des als besten Boxer aller Gewichtsklassen gehandelten Philippiners nur durch fortgesetzte Fluchtmanöver verhindern konnte. Lediglich in der Anfangsphase machte der US-Amerikaner eine gute Figur, da sich Pacquiao eine bedächtige Gangart aufzwingen ließ und mit seinen Kombinationen nicht zum Zuge kam. Sobald der Philippiner jedoch wie in der dritten Runde das Tempo forcierte, konnte der 39 Jahre alte Mosley nicht mehr mithalten, der sich prompt auf den Brettern wiederfand. Wackelig überstand er die verbliebene Minute bis zur Pause und ging in der Folge dem Schlagabtausch so beharrlich aus dem Weg, daß sich den Zuschauern eine enttäuschende Vorstellung bot.

Shane Mosley verlegte sich auf den Rückwärtsgang und schläferte Pacquiao für eine Weile ein, was es dem US-Amerikaner gestattete, in der fünften Runde einige Körpertreffer anzubringen. Die ärgerten den Philippiner, der wieder einen Gang zulegte und das Gesicht seines Gegners bearbeitete, das inzwischen beiderseits Schwellungen aufwies. Pacquiao gewann Runde für Runde, doch da Mosley seine Defensivkünste aufbot und nur selten angriff, konnte der Weltmeister keine vorzeitige Entscheidung herbeiführen.

Im zehnten Durchgang stieß Mosley seinen Gegner zu Boden, worauf Ringrichter Kenny Bayless den Titelverteidiger in einer klaren Fehlentscheidung anzählte. Das brachte Pacquiao sichtlich auf die Palme, der dem Amerikaner wieder heftig zusetzte. In den letzten beiden Runden sah man Mosley nur noch auf der Flucht oder klammernd, während der Philippiner auf eine Entscheidung drängte. Shane Mosley rettete sich über die Zeit, doch mußte er sich klar nach Punkten geschlagen geben (119:108, 120:108, 120:107).

Damit hat Manny Pacquiao 53 Siege, drei Niederlagen und zwei Unentschieden auf dem Konto, während für Shane Mosley 46 gewonnene und sieben verlorene Auftritte sowie ein unentschieden beendeter Kampf zu Buche stehen. Der Schlußgong im MGM war kaum verklungen, als auch schon der ewige Ruf nach Floyd Mayweather die Runde machte, dem man als einzigem zutraut, dem Philippiner das Wasser reichen zu können. Gerüchten zufolge soll der ungeschlagene US-Star im Herbst nach längerer Pause in den Ring zurückkehren, doch ist kaum anzunehmen, daß sich die Wogen des Streits zwischen den beiden Boxern inzwischen geglättet haben.

Als dieser Kampf der Superlative seinerzeit anberaumt war, bezichtigte Mayweather den Philippiner der Einnahme verbotener Substanzen und verlangte scharfe Dopingtests nach olympischem Standard, wie er bis dahin im professionellen Boxsport nicht üblich war. Die Windungen und Wendungen dieser Kontroverse abkürzend sei an dieser Stelle als Fazit bilanziert, daß weitgehende Zugeständnisse Pacquiaos den US-Amerikaner nicht bewegen konnten, dem Kampf zuzustimmen. So drängte sich zwangsläufig der Eindruck auf, daß Mayweather nach einem Vorwand suchte, um dem Philippiner aus dem Weg zu gehen. Der könnte mangels hochkarätiger Gegner im Herbst zum dritten Mal gegen Juan Manuel Marquez antreten, der ihm sicher einen beherzteren Kampf als Shane Mosley liefern würde.

10. Mai 2011



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