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MELDUNG/477: Roy Jones sollte die Boxhandschuhe an den Nagel hängen (SB)



42jähriger Exweltmeister unterliegt Denis Lebedew in Moskau

Der mittlerweile 42jährige Exweltmeister Roy Jones jun. wäre gut beraten, in Vermeidung dauerhafter körperlicher Schäden nach einer 22 Jahre währenden Profikarriere die Boxhandschuhe endgültig an den Nagel zu hängen. Wie befürchtet, war er dem 31jährigen russischen Cruisergewichtler Denis Lebedew nicht gewachsen, der vor heimischer Kulisse in Moskau wenige Sekunden vor Ende des auf zehn Runden angesetzten Kampfs durch Knockout gewann. Da es bereits die vierte K.o.-Niederlage des US-Amerikaners war, ist nicht abzusehen, daß er noch einmal an die Verfassung seiner besten Tage anknüpfen könnte. Lebedew, der allerdings einige Mühe hatte, seinen Gegner in die Schranken zu weisen, kann seiner Bilanz einen prominenten Namen hinzufügen, doch muß jedem klar sein, daß dies nicht mehr der Roy Jones war, der in den 1990er Jahren als bester Boxer aller Gewichtsklassen gehandelt wurde.

Der US-Amerikaner verkaufte sich zunächst gut und erwies sich geraume Zeit nicht als das Schlachtopfer, welches Skeptiker in ihm gesehen hatten. Indessen hatte sich der Lokalmatador bald auf die unkonventionelle Kampfesweise seines Gegners eingestellt und fing an, ihn regelrecht niederzuwalzen. Gelegentliche Konter, die der Russe im Zuge dieser Daueroffensive hinnehmen mußte, steckte er unbeeindruckt weg. Gegen Ende der vierten Runde zeigte Jones erstmals Trefferwirkung und wurde vom Gong gerettet.

In der zweiten Hälfte des Kampfs bekam der US-Amerikaner deutliche Konditionsprobleme, die dazu führten, daß er des öfteren an den Seilen gestellt wurde. Schien in dieser Phase ein vorzeitiges Ende in der Luft zu liegen, so fing sich Jones im neunten Durchgang überraschend wieder und ging aktiver zu Werke. Nun war es Lebedew, der nach einer Kombination wackelte, doch konnte der US-Amerikaner nicht entscheidend nachsetzen. Als sich die zehnte und letzte Runde ihrem Ende näherte, drehte der Russe noch einmal auf und traf seinen Gegner mit einer Serie von Schlägen, die ausgereicht hätten, den Kampf zu beenden, wäre der Ringrichter entschlossen dazwischengegangen. Der wehrlose Jones wurde daraufhin ein weiteres Mal schwer getroffen und sackte zusammen. Glücklicherweise kam er wenig später wieder zu sich und auf die Beine.

Wie Roy Jones hinterher bilanzierte, sei der Kampf relativ ausgeglichen verlaufen. Er habe nicht gewußt, daß ihn nur noch Sekunden vom Schlußgong trennten. Er sei unkonzentriert geworden und habe daraufhin den entscheidenden Treffer einstecken müssen, der für ihn nicht zu sehen gewesen sei. Denis Lebedew verbesserte damit seine Bilanz auf 22 Siege und eine Niederlage, während für Jones nun 54 gewonnenen acht verlorene Auftritte gegenüberstehen.

Nach diesem Erfolg plant der Russe, den Sieger der Begegnung zwischen IBO-Weltmeister Danny Green und Antonio Tarver, die am 20. Juli in Sydney aufeinandertreffen, herauszufordern. Nach Einschätzung von Roy Jones stehen Lebedews Chancen recht gut, diesen Kampf zu gewinnen, da er ihn für den derzeit besten Boxer im Cruisergewicht hält.

22. Mai 2011



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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