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MELDUNG/482: Ein Ungar will die USA erobern (SB)



Zsolt Erdei in Atlantic City gegen Byron Mitchell

Der Ungar Zsolt Erdei, dem hiesigen Boxpublikum bekannt aus seiner langjährigen Zugehörigkeit zur Hamburger Universum Box-Promotion, unter deren Regie er Weltmeister der WBO im Halbschwergewicht und WBC-Champion im Cruisergewicht geworden war, trifft am 4. Juni in Atlantic City auf den US-Amerikaner Byron Mitchell. Für den 37jährigen Erdei, der bei Promoter Lou DiBella unter Vertrag steht, ist dies der zweite Auftritt in den Vereinigten Staaten, wo er ein neues Kapitel seiner Karriere aufzuschlagen und Fuß zu fassen hofft. Nach der Trennung vom Universum-Boxstall und einer langen Pause hatte Erdei am 20. November 2010 in New Jersey sein Debüt in den USA gegeben, bei dem er den Kenianer Samson Onyango klar Punkten besiegte.

Erdei war fast sechs Jahre Weltmeister der WBO im Halbschwergewicht und sicherte sich im November 2009 auf Anhieb den WBC-Titel im Cruisergewicht. Im höheren Limit fühlte er sich nicht wohl, doch kam es bei Universum nicht mehr zur Rückkehr in seine angestammte Gewichtsklasse, in der sich Jürgen Brähmer inzwischen den WBO-Titel gesichert hatte.

Während der ungeschlagene Ungar mit einer Bilanz von 32 gewonnenen Profikämpfen antritt, bringt es der ein Jahr ältere Mitchell bislang auf 28 Siege, sieben Niederlagen und ein Unentschieden. Erdeis Gegner war 2001 bis 2003 WBA-Weltmeister im Supermittelgewicht, bis er den Gürtel nach einer Punktniederlage im Vereinigungskampf an den damaligen IBF-Champion Sven Ottke abtreten mußte. Im nächsten Kampf traf der US-Amerikaner auf WBO-Weltmeister Joe Calzaghe, dem er bereits in der zweiten Runde unterlag. Daraufhin legte Mitchell eine lange Pause von vier Jahren ein, nach der er nie wieder die Form seiner erfolgreichsten Zeit erreichte. Zuletzt zog er im November 2010 gegen Luis Garcia durch technischen K.o. in der zweiten Runde den kürzeren.

Bei seinem Vorhaben, sich "als kleiner Ungar" in den USA durchzusetzen, unterstützen ihn sein Manager Christof Hawerkamp und Promoter Lou DiBella. Sollte Erdei wie erhofft in Atlantic City den Sieg davontragen, winkt ihm offenbar bereits im nächsten Kampf die Chance, einen der aktuellen Weltmeister herauszufordern. Um welchen Verband es sich handelt, spielt für den ehemaligen Champion keine Rolle, der sich und seinen Fans beweisen möchte, daß er noch immer zu den besten Akteuren seiner Gewichtsklasse gehört.


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Pressekonferenz mit Vitali Klitschko und Tomasz Adamek

Friedlich ging es zu bei der Pressekonferenz in Breslau, wo Vitali Klitschko und Tomasz Adamek einen höflichen Ton anschlugen und einander Komplimente machten. Man rechnet mit mehr als 40.000 Zuschauern im neu errichteten Fußballstadion, in das am 10. September auch zahlreiche deutsche Boxfans pilgern dürften.

Bei seiner ersten persönlichen Begegnung mit dem Herausforderer zeigte sich der WBC-Weltmeister im Schwergewicht erfreut über die Gelegenheit, sich mit Tomasz Adamek messen zu können. Klitschko erinnerte an den Siegeszug seines Gegners in den beiden niedrigeren Gewichtsklassen und hob in Anspielung auf die überdeutlichen körperlichen Unterschiede hervor, daß es im Boxen nicht auf die Größe, sondern das Herz und die Fähigkeiten ankomme.

Adamek dankte Vitali Klitschko für diese Chance und versprach, sein Bestes zu geben. Er befinde sich auf dem Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit und habe nichts zu verlieren. Gelassen sehe er daher dem 10. September entgegen. Mit 45 Profikämpfen, von denen er 44 gewann und nur einen verlor, stand er sogar öfter im Ring als der Ukrainer, der in 44 Auftritten zweimal den kürzeren zog.

27. Mai 2011



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