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MELDUNG/489: Den Mecklenburger Sebastian Zbik erwartet ein Hexenkessel (SB)



WBC-Weltmeister verteidigt Mittelgewichtstitel in Los Angeles

Sebastian Zbik verteidigt morgen in Los Angeles den WBC-Titel im Mittelgewicht gegen Pflichtherausforderer Julio Cesar Chavez jun. aus Mexiko. Der 29jährige Neubrandenburger steht beim Universum-Boxstall unter Vertrag, wo er von Michael Timm und Artur Grigorian trainiert wird. Zbik, der als exzellenter und konditionsstarker Techniker gilt, hat seine 30 Kämpfe im Profilager ausnahmslos gewonnen. Sein vier Jahre jüngerer Gegner ist der Sohn des gleichnamigen mexikanischen Sportidols, das in seiner fast 22 Jahre währenden Karriere nicht weniger als 115 Kämpfe bestritten hat und Weltmeister in mehreren Gewichtsklassen war. Wenngleich Chavez jun. noch weit vom legendären Ruf seines Vaters entfernt ist, hat er doch von 44 Kämpfen 42 gewonnen und mit Freddy Roach einen der anerkannt besten Trainer in seiner Ecke.

Daß Sebastian Zbik vor dem Heimpublikum seines Gegners antritt, ist ebenso riskant wie unvermeidlich, da sein Promoter Klaus-Peter Kohl nach Auslaufen des Vertrags mit dem Fernsehpartner ZDF nicht mehr über die finanziellen Möglichkeiten verfügt, große Kampfabende in Deutschland zu veranstalten. Andererseits winkt dem Mecklenburger der Ruhm, als zweiter deutscher Weltmeister seinen Titel in den USA erfolgreich zu verteidigen. Dieses Kunststück gelang zuvor nur Max Schmeling, der 1931 in Cleveland Young Stribling besiegte.

Wie der Mecklenburger zuversichtlich ankündigt, werde er im Staples Center einen spektakulären Kampf bieten und damit Geschichte schreiben. Die riesige Halle, in der ansonsten die Basketballstars der Los Angeles Lakers auf Korbjagd gehen, faßt rund 20.000 Zuschauer. Ganz so viele werden sich den Boxkampf wohl nicht zu Gemüte führen, doch erwartet den Champion zweifellos ein Hexenkessel, da Chavez seine begeisterungsfähigen Landsleute in Massen anlocken dürfte. Demgegenüber wird Zbik, der seit 18. Januar regulärer Weltmeister des WBC im Mittelgewicht ist, nur von einer kleinen Schar unterstützt. Rund 30 Verwandte und Freunde ließen es sich nicht nehmen, die weite Reise anzutreten, um ihm Rückhalt zu geben.

Das Team des Weltmeisters befindet sich bereits seit vier Wochen in den USA, da man nichts dem Zufall überlassen will. Zbik hat die Vorbereitung ohne Blessuren überstanden, wie sie insbesondere in der Sparringsphase nie auszuschließen sind. Wenngleich er seinen Gegner außerhalb des Rings als ruhigen Zeitgenossen kennengelernt hat, der keinen Wert auf große Sprüche legt, rechnet er mit einem furiosen Kampf, da der Mexikaner in hoher Frequenz und aus allen Lagen schlagen kann. Auch dagegen ist ein Kraut gewachsen, das man im Vorfeld sorgsam herangezüchtet hat. Es zur Wirkung zu bringen, liegt nun in den Händen des Weltmeisters.

3. Juni 2011



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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