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MELDUNG/510: Devon Alexander bekommt Sieg gegen Lucas Matthysse geschenkt (SB)



Argentinier in St. Louis übervorteilt

Devon Alexander hat in seiner Heimatstadt St. Louis einen Kampf im Halbweltergewicht gegen den Argentinier Lucas Matthysse dank der Gunst der Punktrichter knapp gewonnen (96:93, 93:96, 95:94). Er profitierte offensichtlich vom Heimvorteil, da er durchweg im Rückwärtsgang kämpfte und sogar einmal zu Boden gehen mußte, aber dennoch den Sieg davontrug. Brauchte der Argentinier in der Vergangenheit für gewöhnlich mehrere Runden, um in Fahrt zu kommen, so begann er diesmal erstaunlich offensiv und entschied den ersten Durchgang für sich. In den folgenden beiden Runden besann sich Alexander auf seine Schnelligkeit und kam dadurch besser zur Geltung, doch im vierten Durchgang schickte ihn ein Volltreffer ans Kinn erstmals in seiner Karriere auf die Bretter.

Nach dieser unangenehmen Überraschung für den Lokalmatador verliefen die nächsten beiden Runden ausgeglichener, doch war es wiederum Matthysse, der die gefährlicheren Schläge ins Ziel brachte. Allmählich begann Alexander müde zu werden, was der Argentinier zu einigen weiteren wirksamen Treffern nutzte, die seinen Gegner in der siebenten Runde an den Rand eines erneuten Niederschlags brachten. Nachdem Matthysse auch die achte Runde dominiert hatte, boxte der US-Amerikaner zum Ende hin mit neuem Schwung, ohne daß es ihm freilich gelungen wäre, dem Kampf eine entscheidende Wende zu geben.

Die Wertung zugunsten Alexanders kann nicht überzeugen, da dieser selbst bei wohlwollender Einschätzung nicht mehr Runden als sein Gegner gewonnen hatte und zudem einmal auf dem Boden lag. Bitter für Lucas Matthysse war insbesondere, daß er nach der umstrittenen Niederlage gegen Zab Judah erneut unverdient gegen einen prominenten US-amerikanischen Boxer den kürzeren gezogen hat.

Wie der Argentinier nach seiner Niederlage erklärte, kämpfe er nicht für das Geld, sondern den Ruhm. Er habe alles gegeben und gewonnen, doch sie hätten ihn in den Vereinigten Staaten wieder um den Sieg gebracht.

Devon Alexander lobte seinen Gegner im anschließenden Interview mit Larry Merchant als guten Kämpfer, der ihn wie verrückt unter Druck gesetzt habe. Nach dem Blitz-K.o. sei er jedoch nicht angeschlagen gewesen und haben allen Leuten gezeigt, daß er ein Krieger sei. Viele hätten ihm vorgeworfen, er habe im Kampf gegen Bradley aufgegeben. Er aber sei zurückgekommen und habe gezeigt, daß er zu den besten Halbweltergewichtlern gehört.


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Tavoris Cloud weist Yusaf Mack in die Schranken

Im Vorprogramm des eingangs geschilderten Kampfs zwischen Devon Alexander und Lucas Matthysse stand auch Tavoris Cloud im Ring. Der 29 Jahre alte IBF-Weltmeister im Halbschwergewicht verteidigte seinen Titel durch einen vorzeitigen Sieg in der achten Runde gegen Pflichtherausforderer Yusaf Mack zum dritten Mal erfolgreich.

Zunächst war es der Herausforderer, der rascher in den Kampf fand und den besseren Eindruck hinterließ. Der Weltmeister antwortete in der zweiten Runde mit einigen sehenswerten Treffern, worauf das Gefecht mit beiderseits gelungenen Aktionen hin und her wogte. Nach und nach erhöhte der Titelverteidiger den Druck und drängte seinen Gegner zurück, der sich nun häufiger in brenzligen Situationen wiederfand.

In der achten Runde mußte Mack eine Linke einstecken, nach der er Wirkung zeigte. Cloud setzte nach und schickte seinen Kontrahenten auf die Bretter, der zwar bei acht wieder auf die Beine kam, aber vom Ringrichter aus dem Kampf genommen wurde. Dank dieses Erfolgs behielt Tavoris Cloud den Gürtel und verbesserte seine makellose Bilanz auf 22 Siege, von denen er 19 vorzeitig erzielt hat. Für Yusaf Mack stehen nunmehr 29 gewonnene, vier verlorene und zwei unentschieden beendete Kämpfe zu Buche.


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Bermane Stiverne gewinnt Ausscheidungskampf gegen Ray Austin

Auf derselben Veranstaltung kam es zu einem Ausscheidungskampf des WBC im Schwergewicht zwischen Bermane Stiverne und Ray Austin, in dem der nächste Pflichtherausforderer Vitali Klitschkos ermittelt wurde. Austin, der in der Rangliste des Verbands die Numer vier ist, und der an siebter Stelle notierte Stiverne lieferten einander einen ausgeglichenen Kampf, bis Austin in der zehnten Runde nach einem Treffer an der Stirn zu Boden gehen mußte. Wenngleich er bei neun wieder aufstand, brach der Ringrichter den Kampf ab.

Ray Austin, der zu diesem Zeitpunkt bei zwei Punktrichtern in Führung gelegen hatte, protestiere vergeblich gegen den Abbruch. Für ihn stehen nun 28 Siege, sechs Niederlagen und vier Unentschieden zu Buche. Bermane Stiverne erhielt den Silbergürtel des WBC und verbesserte seine Bilanz auf 21 gewonnene Kämpfe, eine Niederlage und ein Unentschieden.

28. Juni 2011



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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