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MELDUNG/518: An Kampfesmut mangelt es weder Huck noch Garay (SB)



Titelverteidigung des WBO-Champions im Cruisergewicht rückt näher

Unter den Argusaugen seines Trainers Ulli Wegner bereitet sich Marco Huck auf den nächsten Auftritt vor. Der Weltmeister der World Boxing Organization (WBO) im Cruisergewicht aus dem Team Sauerland trifft in Verteidigung seines Titels am 16. Juli im Münchner Olympia-Eisstadion auf den Argentinier Hugo Hernan Garay. Zum Trainingslager zog sich das erfolgreiche Berliner Gespann nach Kienbaum zurück, wo man sich weitgehend ungestört auf das Wesentliche konzentrieren konnte. Wie der Champion berichtet, habe er die Vorbereitung vielleicht etwas zu spät begonnen, doch sei das Training im großen und ganzen zufriedenstellend verlaufen. Acht Wochen Einstimmung auf den bevorstehenden Kampf sollten ausreichen. Man habe wie üblich zunächst an der Kondition gearbeitet und sei nach und nach zu den Feinheiten übergegangen.

Zwei Jahre als Weltmeister hätten einen besseren Boxer aus ihm gemacht. Obgleich er erst 26 Jahre alt sei, habe er sich seines Erachtens spürbar weiterentwickelt und sei insgesamt vernünftiger geworden. Das habe wiederum positive Rückwirkungen auf den Sport gehabt. Was die Kräfte betreffe, liege die beste Phase seiner Karriere ohnehin noch vor ihm. Zunächst einmal müsse er in München gewinnen, um danach einen Vereinigungskampf gegen einen anderen Champion seiner Gewichtsklasse anzustreben.

Marco Huck hat 32 Kämpfe gewonnen und nur einen verloren. Über seinen Gegner weiß er nicht allzu viel und vertraut auch in dieser Hinsicht ganz auf seinen Trainer. Bekannt ist ihm indessen soviel, daß Garay wie viele andere Argentinier sehr kampfstark, offensiv und mutig zu Werke geht. Er habe dessen Sieg gegen Jürgen Brähmer im Jahr 2008 gesehen, bei dem der Schweriner schlechte Karten hatte.

Für Hugo Hernan Garay stehen 34 gewonnene und fünf verlorene Auftritte zu Buche. Der 30 Jahre alte Argentinier möchte zum zweiten Mal in seiner Laufbahn Weltmeister werden, nachdem er bereits im Halbschwergewicht einen Gürtel in seinem Besitz gehabt hatte. Im Juli 2008 wurde er durch einen Sieg über den Ukrainer Juri Baraschian in Buenos Aires WBA-Weltmeister in dieser Gewichtsklasse, worauf er diesen Titel nur vier Monate später in Rostock erfolgreich gegen Brähmer verteidigte, der bei der Hamburger Universum Box-Promotion unter Vertrag steht. Im Juni 2009 wurde Garay von dem Spanier Gabriel Campillo entthront.

Wie der Herausforderer berichtet, fühle er sich im Cruisergewicht wesentlich wohler, da er zuvor beträchtliche Probleme gehabt habe, das geforderte Limit einzuhalten. Er sei in der Form seines Lebens und habe trotz des Aufstiegs in die höhere Gewichtsklasse nichts von seiner Schnelligkeit eingebüßt. Nach mehr als zwei Monaten Vorbereitung in Cordoba trifft der Argentinier bereits am Wochenende in der bayerischen Landeshauptstadt ein, um sich rechtzeitig zu akklimatisieren.

Anfang kommender Woche wird dann auch der Weltmeister mit seinem Team in München erwartet, den Garay als großen Champion einschätzt, da er seinen Titel schon mehrfach erfolgreich verteidigt hat. Dennoch gibt sich der Herausforderer überzeugt, besser als Marco Huck zu sein. Er sei nicht nur schneller, sondern habe mehr Herz als dieser. Mit seinem Kampfesmut hält sich Garay eine Qualität zugute, an der es auch dem Kontrahenten nicht mangelt. Eher moniert Trainer Ulli Wegner an seinem Schützling schon einmal, daß dieser im Eifer des Gefechts die taktische Marschroute vergißt und mit der Brechstange den Erfolg zu erzwingen versucht. Auf einen turbulenten Kampf und heftigen Schlagabtausch darf man unter diesen Umständen allemal gespannt sein.

7. Juli 2011



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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