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MELDUNG/533: Steve Cunningham wirbt für Duell mit Antonio Tarver (SB)



IBF-Champion im Cruisergewicht sucht attraktiven Gegner

Mit den Weltmeistern Marco Huck (WBO) und Steve Cunningham (IBF) sowie Interimsweltmeister Yoan Pablo Hernandez (WBA) ist das Berliner Boxunternehmen Sauerland Event im Cruisergewicht ausgezeichnet positioniert. Nach dem Muster des laufenden Super-Six-Turniers im Supermittelgewicht, dessen Konzept von Promoter Kalle Sauerland entwickelt und in Zusammenarbeit mit dem US-Sender Showtime umgesetzt wurde, plant man eine entsprechende Serie mit sechs Teilnehmern in der höheren Gewichtsklasse. Ein hochkarätig besetztes Feld soll die Titel zusammenführen und in mehreren Runden bis hin zum Finale einen Gesamtsieger auf den Schild heben. Ursprünglich sollte das Turnier im Spätsommer beginnen, doch scheint es leichter zu sein, einen Sack Flöhe zu hüten, als die möglichen Teilnehmer und deren Verpflichtungen unter einen Hut zu bringen. Offenbar hält man bei Sauerland an der Idee fest, muß aber den Zeitpunkt der Realisierung verschieben.

Marco Huck hat jüngst seinen Titel vor 3.500 Zuschauern im Münchner Olympia-Eisstadion zum siebten Mal erfolgreich verteidigt. In einem turbulenten Gefecht besiegte der 26jährige Bielefelder den vier Jahre älteren argentinischen Herausforderer Hugo Hernan Garay durch Knockout in der zehnten Runde. Nun soll es zu einem Vereinigungskampf mit dem Polen Krzysztof Wlodarczyk kommen, der den Gürtel des WBC in seinem Besitz hat. Kalle Sauerland zufolge soll der Kampf im Oktober oder November vor großer Kulisse in der Berliner O2 World über die Bühne gehen. Bereits am 27. August bietet sich dem Kubaner Yoan Pablo Hernandez die Chance, Guillermo Jones aus Panama zu besiegen und ihm den regulären WBA-Titel im Cruisergewicht abzunehmen.

Unterdessen schmiedet IBF-Champion Steve Cunningham Zukunftspläne, in denen zwangsläufig der mögliche Aufstieg ins Schwergewicht eine zentrale Rolle spielt. Zwar hat das Cruisergewicht in den letzten Jahren dank einer ganzen Reihe starker Akteure erheblich an Profil gewonnen, doch ist es den Makel nie restlos losgeworden, eine Durchgangsstation für künftige Schwergewichtler zu sein. Da die wesentlich populärere und demzufolge ungleich lukrativere Königsklasse des Boxsports gerade wegen ihres Ansehensverlustes ambitionierte Aufsteiger anzieht, übt sie eine ungebrochene Magnetwirkung aus. Akteure wie David Haye oder Tomasz Adamek haben vorexerziert, daß ehemalige Weltmeister im Halbschwer- oder Cruisergewicht im Kontrast zu erheblich größeren und schwereren Kontrahenten für frischen Wind sorgen können.

Vorerst hält der 35jährige US-Amerikaner Cunningham jedoch Ausschau nach einem geeigneten Gegner für eine freiwillige Titelverteidigung in seiner angestammten Gewichtsklasse. Er hat Guillermo Jones 2005 und Marco Huck 2007 wie auch den Polen Krzysztof Wlodarczyk besiegt, so daß er sich zugute halten kann, alle übrigen amtierenden Weltmeister des Cruisergewichts in die Schranken gewiesen zu haben. Nun bringt der US-Amerikaner, für den 24 Siege und zwei Niederlagen zu Buche stehen, seinen Landsmann Antonio Tarver ins Spiel, der vor wenigen Tagen den Australier Danny Green dominiert und ihm den Gürtel der IBO abgenommen hat.

Tarver habe in Sydney einen großartigen Kampf geboten und wäre seines Erachtens ein Gegner, der bei den Zuschauern im US-Fernsehen gut ankäme. Ein attraktives Duell wäre es allemal, und da er selbst das Training nicht unterbrochen habe, sei er jederzeit bereit, noch vor der anstehenden Pflichtverteidigung mit Antonio Tarver in den Ring zu steigen. Mit seinen 35 Jahren habe er die beste Zeit noch vor sich, meint Cunningham, der überzeugt ist, sich weiter verbessern zu können. Er arbeite nun fast drei Jahre mit seinem Trainer Nazim Richardson zusammen und habe in dieser Zeit noch immer dazugelernt.

23. Juli 2011



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