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MELDUNG/546: Keine Revanche gegen Sturm - Macklin unterschreibt bei Lou DiBella (SB)



US-Promoter schweben andere Optionen für den Iren vor

Wie sich bereits abzeichnete, wird es in absehbarer Zeit zu keiner Revanche zwischen Felix Sturm und Matthew Macklin kommen. Der Superchampion der WBA im Mittelgewicht hatte seinen Titel am 25. Juni in Köln durch einen umstrittenen Punktsieg gegen den Iren erfolgreich verteidigt, doch rief die Wertung zu seinen Gunsten erhebliche Zweifel wach. Daraufhin verlangte der 29 Jahre alte Herausforderer einen Rückkampf, den ihm Sturm an Ort und Stelle versprach.

Wie Sturms Manager Ronald Bebak nun mitgeteilt hat, sei Macklin das Angebot für eine sofortige Revanche am 25. November in Köln offenbar nicht gut genug gewesen. Man habe dem Iren noch im Ring einen Rückkampf in Aussicht gestellt und ihm überdies 40 Prozent mehr Geld als beim ersten Aufeinandertreffen geboten. Er könne Macklins Haltung absolut nicht nachvollziehen, sagte Bebak.

Der für die nächste Titelverteidigung geplante Termin des 32 Jahre alten Leverkuseners, der sich selbst vermarktet, soll aber unbedingt eingehalten werden. Nach den Worten seines Managers steht man mit zwei hochkarätigen Kandidaten in Verhandlungen. Der Sieg gegen Macklin war bereits die zehnte erfolgreiche Titelverteidigung des Weltmeisters, der bislang 36 Kämpfe gewonnen, zwei verloren und einen unentschieden beendet hat.

Unterdessen hat Matthew Macklin einen mehrjährigen Vertrag bei dem US-amerikanischen Promoter Lou DiBella unterschrieben. Dem Vernehmen nach sind mehrere Auftritte in den USA geplant, während eine Revanche gegen Felix Sturm nicht vorgesehen ist. Nach DiBellas Worten mache es derzeit keinen Sinn, an den Ort des Fehlurteils zurückzukehren. Die Möglichkeit, gegen Sturm zu kämpfen, werde es immer geben, doch ziehe man gegenwärtig andere Optionen vor.

Matthew Macklin kommentierte die Vertragsunterzeichnung mit einem Verweis auf seine mehrjährige Bekanntschaft mit Lou DiBella. Man habe bereits im vergangenen Jahr eine Zusammenarbeit erörtert, doch sei der Zeitpunkt noch nicht passend gewesen. Er liege auf einer Wellenlänge mit seinem neuen Promoter, fühle sich bei ihm in guten Händen und sei sehr gespannt auf seine Zukunft.

Mit Sergio Martinez, Andy Lee, Brian Vera, Ronald Hearns und Peter Manfredo hat DiBella einige der bekanntesten Mittelgewichtler unter Vertrag. Der Argentinier Martinez sei seines Erachtens der wahre Champion dieser Gewichtsklasse, so der Promoter. Macklin habe Sturm im Grunde besiegt und damit bewiesen, daß er der zweitbeste Mittelgewichtler ist. Sollte der Ire einen Kampf gegen Martinez wünschen, werde er ihn bekommen, sofern dies Sinn macht.

Fürs erste schwebt Lou DiBella ein irisches Duell gegen Andy Lee vor, sollte sich dieser am 1. Oktober gegen Brian Vera durchsetzen. Ein Kampf zwischen Macklin und Lee wäre sowohl in Irland als auch in New York ein Renner, so der Promoter. Matthew sei ein sehr zuschauerfreundlicher Boxer, dem mit einigen Auftritten in den USA die Chance winke, sich beim Publikum einen Namen zu machen.


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Arthur Abraham plant seinen nächsten Auftritt

Ein Kampf zwischen den deutschen Erzrivalen Felix Sturm und Arthur Abraham, der jahrelang durch die Medien gegeistert war, schien nach dem Aufstieg des Berliners ins Supermittelgewicht endgültig gestorben zu sein. Der 31jährige war zwischen 2006 und 2009 IBF-Weltmeister im Mittelgewicht, wo er zehn erfolgreiche Titelverteidigungen absolvierte. 2009 wechselte er ungeschlagen ins höhere Limit, um dort am Super-Six-Turnier teilzunehmen. Im Supermittelgewicht verlor er jedoch drei von fünf Kämpfen, so daß hinter der Fortsetzung seiner Karriere zuletzt ein großes Fragezeichen stand.

Nun plant Abraham, der 32 Kämpfe gewonnen und drei verloren hat, definitiv seine Rückkehr ins Mittelgewicht, wo er am 5. November in Deutschland seinen nächsten Auftritt geben will. Ein passender Gegner für seinen ersten Kampf nach der Niederlage gegen den US-Amerikaner Andre Ward im Halbfinale des Turniers wird noch gesucht. Der Berliner hat mittelfristig nach wie vor Interesse an Kelly Pavlik, dem früheren Weltmeister der Verbände WBC und WBO aus Youngstown, Ohio, mit dem schon in der Vergangenheit Gespräche geführt worden waren. Das vielbeschworene Prestigeduell mit Felix Sturm bleibt indessen für Abraham eine Option, die in Deutschland das weitaus größte Interesse wachrufen und den höchsten Umsatz generieren würde.

6. August 2011



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