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MELDUNG/550: Nach seiner Zwangspause bereitet Solis die Rückkehr vor (SB)



Am 14. Oktober gegen den Berliner Varol Vekiloglu

Am 19. März verteidigte Vitali Klitschko den WBC-Titel im Schwergewicht vor 19.000 Zuschauern in den Kölnarena gegen den Pflichtherausforderer Odlanier Solis. Der Kubaner ging von Beginn an mutig zu Werke und gestaltete die ersten Minuten so offen, daß man einen spannenden Kampf erwarten durfte, in dem der Champion vor beträchtliche Probleme gestellt würde. Leider geriet Solis nach einem Treffer an seine linke Schläfe ins Stolpern und zog sich dabei eine schwere Verletzung am Knie zu. Zwar kam der Olympiasieger des Jahres 2004 wieder auf die Beine, doch stand er so unsicher, daß ihn der Ringrichter mit dem Ende der Runde aus dem Kampf nahm.

Odlanier Solis mußte sich nach 17 gewonnenen Profikämpfen erstmals geschlagen geben und wurde durch seine Verletzung daran gehindert, sein Können unter Beweis zu stellen. Die Knieprobleme des Kubaner waren seinen Betreuern schon zuvor bekannt, doch hatte man in der Hoffnung, durch angemessenes Training werde die Muskulatur das Knie stabilisieren, von einem operativen Eingriff Abstand genommen. Nun führte kein Weg an einer Operation vorbei, worauf Solis monatelang außer Gefecht gesetzt war.

Fünf Monate nach der verletzungsbedingten Niederlage gegen Vitali Klitschko nimmt der Kubaner das Training für seinen nächsten Kampf auf. Der 31jährige Schwergewichtler aus dem Arena-Boxstall kämpft am 14. Oktober gegen den Berliner Varol Vekiloglu um die interkontinentale Meisterschaft der IBF. Vekiloglu hat 18 Siege, zwei Niederlagen sowie ein Unentschieden vorzuweisen und wäre unter normalen Umständen kein ernsthafter Prüfstein für Solis. Für den Kubaner geht es bei diesem Aufbaukampf jedoch darum, seine Physis nach der Zwangspause einem Belastungstest zu unterziehen, der Aufschluß über seine Verfassung und die daraus abzuleitenden nächsten Schritte geben soll.

Wie Odlanier Solis versichert, könne er es kaum abwarten, in den Ring zurückzukehren. Sofern sein Knie mitspiele, könne ihn niemand aufhalten. Nach seiner ersten Niederlage im Profilager habe sich seine Einstellung verändert. Vor dem Kampf gegen Klitschko sei er nur ein Söldner gewesen. Nun wisse er, wie einfach man Weltmeister werden kann, und lebe voll und ganz für dieses Ziel.

Promoter Ahmet Öner legt Wert auf die Feststellung, daß sein Schützling im Duell mit Vitali Klitschko die Fähigkeit, den Weltmeister zu besiegen, unter Beweis gestellt habe. Hätte sein Knie gehalten, wäre er mit dem Gürtel im Gepäck heimgekehrt. Da die erste Diagnose nach dem Kölner Auftritt befürchten ließ, Solis müsse womöglich seine Laufbahn beenden, freue man sich um so mehr über den Heilungsprozeß und die geplante Wiederaufnahme der Karriere. Der Kubaner arbeite hart für seine zweite Chance und mache gute Fortschritte. Daher bestehe aller Anlaß zur Hoffnung, daß der Auftritt im Oktober den Weg zu einem erneuten Titelkampf ebnen werde.

Varol Vekiloglu steht bereits seit Mai als Kandidat für einen Kampf um den vakanten Interkontinentaltitel der IBF fest. Sein Manager Robert Rolle ist mit Ahmet Öner befreundet, was das Zustandekommen des bevorstehenden Duells erklärt. Daß der Berliner dabei überfordert ist und im Grunde nur darauf setzen kann, seine Haut so teuer wie möglich zu Markte zu tragen, dürfte allen Beteiligten klar sein. "Varol wollte einen großen Kampf, und jetzt muß er sich in einem sehr großen Kampf beweisen", faßt Rolle die Situation zusammen. "Viel größer geht es eigentlich nicht." Odlanier Solis habe gegen Vitali Klitschko sehr gut ausgesehen und gehöre zu den Besten im Schwergewicht. Allerdings sei es stets schwierig, nach einer Verletzung in den Ring zurückzukehren. Man sei jedenfalls für die Herausforderung bereit und sehe dem Kampf mit Freude entgegen.

10. August 2011



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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