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MELDUNG/557: In Erfurt fallen zwei wegweisende Entscheidungen im Schwergewicht (SB)



Helenius und Liachowitsch stimmen sich auf ihr Duell ein

Am 27. August fallen in der Messehalle Erfurt zwei wegweisende Entscheidungen im Schwergewicht. Im Kampf um den vakanten Titel der WBA trifft der Russe Alexander Powetkin aus dem Sauerland-Boxstall auf den Usbeken Ruslan Tschagajew, der bei Universum unter Vertrag steht. Der Sieger dieses Duells erhält den Gürtel des regulären Champions, den Wladimir Klitschko dem Briten David Haye abgenommen hat. Da der Ukrainer zugleich die Titel anderer Verbände in seinem Besitz hat, führt ihn die WBA als Superchampion. Vereinbarungsgemäß gebührt dem Sieger von Erfurt das Vorrecht, sich mit Klitschko zu messen. Allerdings ist die dafür vorgesehene Frist so großzügig bemessen, daß sich unterdessen die Situation noch erheblich verändern kann.

Von besonderem Interesse ist auch der Kampf zwischen Robert Helenius und Sergej Liachowitsch. Der bei Sauerland Event unter Vertrag stehende und von Ulli Wegner trainierte Finne hat zwar erst 15 Profikämpfe bestritten, doch dabei nicht nur eine blütenweiße Weste behalten, sondern darüber hinaus mit Lamon Brewster und Samuel Peter bereits zwei ehemaligen Weltmeistern das Nachsehen gegeben. Der gebürtige Weißrusse Liachowitsch soll der dritte geschlagene Exweltmeister auf der Liste des "Nordic Nightmare" werden. Helenius wird bereits auf dem zweiten Platz der WBO-Rangliste geführt und möchte mit einem Sieg an die Spitze vorstoßen. Der hochgewachsene Skandinavier verteidigt in Erfurt die Interkontinentaltitel der Verbände WBA und WBO.

Der 27jährige Finne bereitet sich in Zinnowitz auf der Insel Usedom vor und ist inzwischen in die Sparringsphase eingetreten. Im Trainingslager ist er abgeschirmt von den finnischen Medien und Fans, die seinem Auftritt mit hochgesteckten Erwartungen entgegensehen, wie auch von der deutschen Presse, die ihn mittlerweile als ernstzunehmenden Kandidaten im Schwergewicht wahrnimmt. Erfurt ist Helenius in guter Erinnerung, hat er sich doch in der Messehalle im August letzten Jahres durch einen Sieg gegen Gregory Tony die EU-Meisterschaft gesichert. Natürlich nimmt er Liachowitsch nicht auf die leichte Schulter, der seinerseits im Falle des Erfolgs mit einer guten Position in den Ranglisten rechnen kann.

Der 35 Jahre alte Sergej Liachowitsch hat bislang 25 Kämpfe gewonnen und drei verloren. Er mußte den Gürtel des Weltmeisters 2006 überraschend an Shannon Briggs abtreten. Im Februar 2008 folgte eine Niederlage gegen den Russen Nikolai Walujew, die seinen Stern weiter sinken ließ. Zuletzt konnte der in den USA lebende Weißrusse jedoch zwei Auftritte vorzeitig für sich entscheiden, so daß er nun guten Mutes auf einen weiteren Erfolg setzt, der ihm die Rückkehr an die Weltspitze ebnen soll. Nach der Vorbereitung in Arizona ist er in Thüringen eingetroffen, um sich zu akklimatisieren und die verbliebenen Tage für die Feinarbeit zu nutzen. Wenngleich mit 1,93 m von imposanter Statur, überragen ihn Konkurrenten wie Helenius oder die Klitschkos doch beträchtlich. Sorgen bereitet ihm das eigenen Angaben zufolge keineswegs, denn was seines Erachtens den Ausschlag gibt, sind Fähigkeiten und Erfahrung, an denen es ihm nicht mangle.


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Emanuel Steward trainiert Eddie Chambers

Der US-amerikanische Schwergewichtler Eddie Chambers wird dem Vernehmen nach künftig von Trainer Emanuel Steward betreut. Damit dürften seine Aussichten steigen, sich im Ausscheidungskampf der IBF gegen Tony Thompson durchzusetzen. Die beiden treffen im Vorprogramm des Super-Six-Finales aufeinander, das am 29. Oktober in Atlantic City über die Bühne gehen soll. Ob ihr Duell von Showtime übertragen wird, ist jedoch weiter ungewiß, was einmal mehr die schwindende Relevanz des Schwergewichtsboxens in den USA unterstreicht.

Chambers, der 36 Kämpfe gewonnen und zwei verloren hat, führt die Rangliste der IBF an. Sollte er gegen seinen ehemaligen Trainingspartner Thompson die Oberhand behalten, der mit derselben Bilanz antritt, stünde ihm ein Titelkampf gegen Wladimir Klitschko zu. Allerdings hat ihm der Ukrainer schon einmal das Nachsehen gegeben, wie auch Thompson gegen den Weltmeister den kürzeren gezogen hat. Sonderlich attraktiv ist also keine der beiden Optionen. Da Emanuel Steward bekanntlich auch Klitschko unter seinen Fittichen hat, müßte Chambers zurückstehen und mit einem anderen Trainer vorlieb nehmen.

17. August 2011



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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