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MELDUNG/559: Kein Super-Six-Turnier im Cruisergewicht (SB)



Sechs Teilnehmer sind kaum unter einen Hut zu bringen

Das geplante Super-Six-Turnier im Cruisergewicht findet nicht statt. Nach Angaben Promoter Kalle Sauerlands hat man das Vorhaben endgültig aufgegeben. Wie die Erfahrungen mit dem Prototyp dieser Turnierform im Supermittelgewicht gezeigt haben, schlug die ursprüngliche Euphorie allmählich in Ernüchterung um. Da es zu diversen Verschiebungen und einer langwierigen Gruppenphase über zwei Jahre kam, ging die Dynamik im Laufe der Zeit verloren. Mit einer Zahl von sechs Teilnehmern und den beteiligten Boxställen, Verbänden und Sendern galt es derart viele divergierende Interessen zusammenzuführen, daß eine zeitnahe und flüssige Durchführung nicht möglich war.

Als Alternative ist nun die reduzierte Form eines Viererturniers geplant, bei dem in zwei Durchgängen der unbestrittene Weltmeister im Cruisergewicht ermittelt werden soll. Als gesetzt gelten derzeit die Weltmeister Marco Huck (WBO), Krzysztof Wlodarczyk (WBC), Steve Cunningham (IBF) und Yoan Pablo Hernandez (WBA-Interimschampion).

Wie Sauerland dazu erläuterte, sei es im langen Format mit den Verbänden einfach zu kompliziert geworden. Daher ziehe man eine Verkürzung mit zwei Halbfinalkämpfen vor, in denen Yoan Pablo Hernandez gegen Steve Cunningham und Marco Huck gegen Krzysztof Wlodarczyk antreten soll. Da die Vorbereitungen erst angelaufen seien, stünden noch keine Termine fest. Der Kampf zwischen Hernandez und Cunningham werde voraussichtlich Anfang Oktober über die Bühe gehen.


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IBF ordnet Rückkampf zwischen Abner Mares und Joseph Agbeko an

Nach dem umstrittenen Ausgang des Finales im Turnier des Bantamgewichts, in dem der Mexikaner Abner Mares seinen Gegner Joseph Agbeko nach Punkten besiegte und ihm den Titel der IBF abnahm, hat der Verband eine Revanche angeordnet. Wie die überwiegende Zahl der Experten kamen auch IBF-Präsident Daryl Peoples und sein Team zu dem Schluß, daß Ringrichter Russell Mora den Kampfverlauf durch sein unangebrachtes Verhalten beeinflußt habe. Deshalb müsse bis spätestens 14. Dezember ein Rückkampf ausgetragen werden.

Agbekos Promoter Don King hatte gegen die Wertung des Kampfs Protest bei der IBF und der Boxkomission von Nevada eingelegt. Er zeigte sich sehr erfreut über die umgehende Entscheidung des Verbands, unter dessen Schirmherrschaft der Titelkampf stattgefunden hatte. Die IBF habe keine Zeit verloren und offiziell festgestellt, daß Ringrichter Mora die Regeln mißachtet hat, indem er die wiederholten Tiefschläge gegen Joseph Agbeko ignorierte. Nun freue er sich darauf, "daß diese beiden großartigen jungen Athleten faire Rahmenbedingungen bekommen, um ihre boxerischen Fähigkeiten zu zeigen", so King.


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Lucian Bute Anfang November gegen Glen Johnson

Weltmeister Lucian Bute verteidigt den IBF-Titel im Supermittelgewicht am 5. November in Kanada gegen Glen Johnson. Der Kampf zwischen dem Rumänen und seinem Herausforderer aus Jamaika wird in den USA vom Sender Showtime übertragen. Während Bute in 29 Kämpfen ungeschlagen ist, hat sein Gegner 51 Siege, 15 Niederlagen und zwei Unentschieden vorzuweisen. Butes Pressesprecher David Messier hat den Kampf offiziell bestätigt. Offen ist lediglich, ob er in Montreal oder Quebec City stattfinden wird.

Noch am Wochenende hatte der Jamaikaner ein Angebot aus dem Lager des Weltmeisters zurückgewiesen. Dem Vernehmen nach sollte er lediglich 300.000 Dollar bekommen, was ihm zu wenig war. Bute, der nach den Absagen von Kelly Pavlik und Mikkel Kessler in Zugzwang geraten ist, dürfte das Angebot nachgebessert haben. Ebenfalls am 5. November fordert Kessler in Kopenhagen den WBO-Weltmeister Robert Stieglitz heraus. Da der Däne bei Sauerland Event und Stieglitz in Magdeburg bei Promoter Ulf Steinforth (SES) unter Vertrag steht, kommt es zu einem attraktiven Duell der beiden deutschen Boxställe.

19. August 2011



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