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MELDUNG/561: Shannon Briggs erhofft Revanche gegen Vitali Klitschko (SB)



Nach Regenerationsphase zur Rückkehr in den Ring bereit

Am 16. Oktober 2010 hatte Shannon Briggs im Kampf gegen Vitali Klitschko schwere Treffer eingesteckt, doch volle zwölf Runden gegen den WBC-Weltmeister durchgehalten. Der US-Amerikaner erlitt bereits zu Beginn einen Riß des Bizepsmuskels, der ihn in der Folge behinderte und dazu führte, daß er nur noch mit einem Arm schlagen konnte. Die Verletzung machte eine Operation samt längerem Krankenhausaufenthalt erforderlich, an den sich eine ausgiebige Regenerationsphase anschloß. Nun ist der 39jährige US-Amerikaner bereit, seine unterbrochene Karriere fortzusetzen.

Wie Briggs in seinem Blog schreibt, liege Boxen in seinem Blut und Naturell. Auf Grund seiner Herkunft habe er seit jeher innerhalb und außerhalb des Rings um sein Überleben gekämpft. Er vermisse das Adrenalin und die Schmetterlinge im Bauch. Ihm fehle der Konkurrenzkampf des Sports und das Gefühl, einen Gegner auszuknocken. Deshalb kehre er zurück und das nicht nur, um mit einem Sieg aufzuhören, sondern um noch einmal Schwergewichtsweltmeister zu werden.

Obgleich Vitali Klitschko eine der besten K.o.-Quoten der Welt vorweisen könne, sei es ihm zwölf Runden lang nicht gelungen, einen Einarmigen auf die Bretter zu schicken. Hingegen habe der Ukrainer in der zehnten Runde kurz davor gestanden, selbst zu Boden zu gehen. Briggs ist der festen Überzeugung, daß er den Titelverteidiger mit zwei heilen Armen besiegt hätte, und brennt darauf, diese offene Rechnung zu begleichen. Er habe nun eine Mission und werde zum dritten Mal in seiner Karriere den Thron des Champions besteigen.

Shannon Briggs hatte in der Tat gegen Vitali Klitschko ein bemerkenswertes Durchhaltevermögen unter Beweis gestellt und damit die Tür zu einer möglichen Revanche zumindest einen Spalt breit offengehalten. Daß er versucht, diese Karte auszuspielen und die Ochsentour mühsamer Aufbaukämpfe tunlichst zu vermeiden, ist durchaus nachvollziehbar. Weder dürfte der inzwischen 40jährige Ukrainer dem Boxsport noch allzu lange zur Verfügung stehen, noch kann sich der nur ein Jahr jüngere Briggs große Umwege leisten.


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Tyson Fury sucht händeringend einen Gegner

Tyson Fury, der durch seinen Sieg gegen Dereck Chisora zum besten britischen Schwergewichtsboxer nach David Haye aufgestiegen ist, sucht händeringend einen Gegner. Er will am 17. September in Belfast erstmals die Titel des Britischen und Commonwealthmeisters verteidigen, doch steht er nach der Absage Martin Rogans ohne Herausforderer da. Weil sein Promoter Mick Hennessy auf einer Pressekonferenz in der kommenden Woche einen Gegner präsentieren will, läuft die Gerüchteküche heiß.

Audley Harrison hat schon vor einiger Zeit Interesse an einem Kampf gegen Fury signalisiert und wäre zweifellos der namhafteste Kontrahent. Deshalb kreisen die Spekulationen zwangsläufig um den früheren Olympiasieger. Auf den ersten Blick scheint Tyson Fury mit seinen 15 Siegen Außenseiter gegen den in 32 Profikämpfen erfahrenen Harrison zu sein. Dieser hat jedoch bereits fünfmal verloren und bei seiner Niederlage gegen David Haye im November 2010 eine derart blamable Vorstellung geboten, daß ihm der britische Boxverband damals sogar die Börse aberkennen wollte. Seither hat er nicht mehr im Ring gestanden. Ein Kampf gegen Fury dürfte die letzte Chance sein, die Scherben seiner Karriere noch einmal zusammenzusetzen. Andererseits ist der aufstrebende Commonwealthmeister eine akute Bedrohung für Harrison, die seiner Laufbahn den Rest geben könnte. Lange warten darf der 39jährige nicht, da ihm der junge Rivale auch in sportlicher Hinsicht bald über den Kopf gewachsen sein wird.

21. August 2011



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