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MELDUNG/566: Weltbester Boxer Manny Pacquiao so gut wie pleite? (SB)



Trainer Freddy Roach warnt vor klassischem Boxerschicksal

Ein großer Trainer sei nichts ohne einen großen Boxer, sagt Freddy Roach über seinen erfolgreichsten Schützling. Manny Pacquiao habe ihn groß gemacht. Der Philippiner wurde Weltmeister in acht verschiedenen Limits, gilt schon geraume Zeit als bester Boxer aller Gewichtsklassen, ist in seiner Heimat ein Volksheld und garantiert bei seinen Auftritten in den USA spektakuläre Umsätze. Dennoch beschreibt Roach die finanziellen Verhältnisse Pacquiaos als katastrophal, denn obwohl der Champion bei jedem Kampf Millionen verdiene, sei er so gut wie pleite. Manny verbrauche das Geld in ungeheurer Geschwindigkeit, weil er immer so viele Leute zu seinen Auftritten einfliege und niemandem etwas abschlagen könne.

Wie viele erfolgreiche Boxer der Vergangenheit ist Manny Pacquiao stets von einem großen Anhang umgeben, der weit über die erforderlichen Aufgaben hinausgeht. Der Weltmeister bezahlt nicht nur Flüge und Unterkunft, sondern steckt seinen Landsleuten auch regelmäßig Geld zu. Freddy Roach sieht die Gefahr, daß der 32jährige Philippiner nach seiner beispiellosen Karriere mit leeren Händen dastehen könnte: Manny könne nicht aufhören und müsse immer weiterkämpfen - das sei sein Leben.


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Danny Green setzt seine Karriere fort

Da der Australier Danny Green in der Vergangenheit schon mehrfach ein nahes Ende seiner Karriere angekündigt hatte, wollte man nach seiner jüngsten Niederlage nicht ausschließen, daß er diesmal die Boxhandschuhe endgültig an den Nagel hängen würde. Nun hat der frühere Weltmeister im Halbschwer- und Cruisergewicht alle Spekulationen beendet und mitgeteilt, daß er dem Ring noch einige Zeit erhalten bleibe. Im Juli hatte Green vor heimischem Publikum den Titel des kleinen Verbandes IBO an den US-Amerikaner Antonio Tarver verloren.

Für den 38jährigen Australier ist die vorzeitige Niederlage kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. Wie er in einer Presseerklärung mitgeteilt hat, sei ihm die Entscheidung nicht schwergefallen. Er habe von Tarver eine ordentliche Tracht Prügel bezogen und den Gürtel auf schmerzliche Weise verloren, da dies vor den Augen seiner Nation geschah. Ein Kämpfer wie er müsse jedoch auch solche Tiefpunkte überwinden, die Schläge wegstecken und weiterziehen.

Green, der 31 Profikämpfe gewonnen und vier verloren hat, steht eigenen Angaben zufolge bereits in Verhandlungen über eine Revanche mit Tarver. Dafür würde der Australier auch in den USA antreten, zumal er auswärts immer gut abgeschnitten und häufiger gewonnen als verloren habe. Ihn reize der Gedanke, hinüberzureisen und Antonio Tarver zu Hause zu schlagen. Das mache einen Kämpfer und Australier aus: Er stehe nach einer Niederlage gleich wieder auf und verlange Revanche.


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Denis Lebedew plant seinen nächsten Auftritt

Seit dem 18. Dezember 2010 ist Denis Lebedew nicht sonderlich gut auf Marco Huck zu sprechen. Damals verteidigte der 26jährige Weltmeister aus dem Sauerland-Boxstall vor 5.000 Zuschauern in der ausverkauften Berliner Max-Schmeling-Halle den Titel der WBO im Cruisergewicht knapp mit 2:1 Punkten gegen den Pflichtherausforderer aus Rußland. Für den in der Hauptstadt lebenden Champion war dies der 31. Sieg seiner Profikarriere, dem nur eine Niederlage gegenübersteht. Huck ist seit August 2009 Weltmeister und hat seinen Titel fünfmal erfolgreich verteidigt. Der fünf Jahre ältere Lebedew war zuvor ungeschlagen und mußte im 21. Kampf die erste Niederlage hinnehmen.

Denis Lebedew erwies sich damals wie erwartet als gefährlicher Gegner, der Huck eine enorme kämpferische Leistung abverlangte. Da sich der Titelverteidiger in der vierten Runde einen Rippenbruch zugezogen hatte, war sein Durchhaltevermögen um so höher zu bewerten. Huck behielt auch im Eifer des Gefechts die Übersicht und folgte seiner taktischen Marschroute, so daß sich am Ende seine klareren Einzelaktionen gegen die größere Akivität des Herausforderers durchsetzten.

Seither wünscht sich der Russe eine Revanche gegen Marco Huck, um im zweiten Anlauf die Oberhand zu behalten und sich den Gürtel zu sichern. Dazu wird es jedoch zumindest in diesem Jahr nicht kommen, da der Berliner aller Voraussicht nach im Oktober einen Kampf gegen den WBC-Weltmeister Krzysztof Wlodarczyk aus Polen bestreitet, bei dem die Titel der beiden Verbände vereinigt werden.

Denis Lebedew, der bei seinem letzten Auftritt im Mai den namhaften, aber alternden Roy Jones jun. vorzeitig besiegt hat, will Ende Oktober oder Anfang November wieder in den Ring steigen. Ein möglicher Gegner wäre Antonio Tarver, der dem Australier Danny Green den Gürtel der IBO abgenommen hat.

26. August 2011



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