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MELDUNG/567: Schnelligkeit Adameks kein Thema für Vitali Klitschko (SB)



Ukrainer will in allen Belangen besser als sein Gegner sein

Vitali Klitschko verteidigt den Titel des WBC-Weltmeisters im Schwergewicht am 10. September in Wroclaw (Breslau) gegen den Polen Tomasz Adamek. Der Kampf wird im neuerrichteten Fußballstadion Miejski ausgetragen, das nach Angaben der Veranstalter, die bereits 40.000 Eintrittskarten abgesetzt haben, ausverkauft sein dürfte. Der Ukrainer hat 39 seiner 42 Siege vorzeitig erzielt und weist damit eine der besten K.o.-Quoten in der Königsklasse aus. Für die bevorstehende siebte Titelverteidigung seit seiner Rückkehr in den Ring kündigt er einen weiteren Auftritt an, der nicht über volle zwölf Runden gehen wird.

Der Herausforderer, dessen Bilanz mit 44 Siegen und nur einer Niederlage beachtlich zu nennen ist, war früher Weltmeister im Halbschwer- und Cruisergewicht. Wesentlich kleiner und leichter als Klitschko, wird er auf überlegene Beweglichkeit setzen. Den Vorteil größerer Schnelligkeit auf seiten des Gegners will der Champion jedoch nicht gelten lassen. Wie der Ukrainer meint, dürfe er sich nicht auf seine körperlichen Vorteile verlassen. Er müsse darüber hinaus auch schneller als der Herausforderer sein und über die bessere Kondition verfügen. Adamek habe ein großes Kämpferherz und bewege sich perfekt im Ring. Der Pole sei besser als David Haye und werde ihm mit Sicherheit einen Kampf liefern, der anspruchsvoller als jener des Briten gegen seinen Bruder Wladimir ist.

Für den Manager der Klitschkos, Bernd Bönte, ist David Haye nach wie vor ein Thema. Wie er am Rande des Trainingslagers im österreichischen Going sagte, schließe er allerdings eine Revanche gegen Wladimir aus. Dieser habe den Briten am 2. Juli in Hamburg klar nach Punkten besiegt und keine Fragen offengelassen. Andererseits stünde Vitali durchaus zur Verfügung, der nach dem bevorstehenden Kampf gegen Tomasz Adamek noch keinen zugkräftigen Gegner hat. Sollte Haye Interesse haben, stehe diesem Duell nichts im Wege, versicherte Bönte. Diesbezügliche Gespräche mit dem Management des Briten habe er aber noch nicht geführt.


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Chambers gegen Thompson einen Tag früher

In einem Ausscheidungskampf der IBF ermitteln die beiden US-Amerikaner Eddie Chambers und Tony Thompson in Atlantic City den nächsten Pflichtherausforderer Wladimir Klitschkos bei diesem Verband. Der Kampf sollte ursprünglich am 29. Oktober im Vorprogramm des Super-Six-Finales zwischen Andre Ward und Carl Froch ausgetragen werden. Da der Sender Showtime bei dieser Veranstaltung jedoch keine Vorkämpfe überträgt, hat Promoter Dan Goossen den Schwergewichtskampf einen Tag vorverlegt.

Er soll im Rahmen einer Veranstaltung über die Bühne gehen, die unter dem Motto "ShoBox: The New Generation" am 28. Oktober Auftritte der Talente Shawn Estrada im Supermittelgewicht und Javier Molina im Weltergewicht präsentiert. Ob an diesem Abend ein dritter Kampf übertragen wird, liegt allerdings im Ermessen des Senders. Goossen will sich jedenfalls dafür einsetzen, daß das Duell zwischen Chambers und Thompson in medialer Hinsicht nicht völlig unter den Tisch fällt.

Der Promoter erinnert daran, daß beide schon einmal mit Wladimir Klitschko im Ring gestanden und ein Gespür für die Atmosphäre eines Titelkampfs bekommen haben. Nun stelle sich die Frage, wer von beiden mehr aus der damaligen Niederlage gelernt habe. Eddie Chambers habe zuletzt eine gute Figur beim Sieg gegen Derrick Rossy gemacht, Thompson mehrere starke Gegner vorzeitig besiegt. Obgleich es ihm widerstrebe, zwei seiner Boxer gegeneinander kämpfen zu lassen, sei das nun einmal der Job eines Promoters, beiden eine Chance zu geben.

27. August 2011



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