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MELDUNG/568: Robert Helenius besiegt auch den dritten Exweltmeister (SB)



Nach Lamon Brewster und Samuel Peter nun Sergej Liachowitsch

Robert Helenius setzt seine bemerkenswerte Siegesserie fort. Der finnische Schwergewichtler aus dem Sauerland-Boxstall hat nach Lamon Brewster und Samuel Peter mit Sergej Liachowitsch nun auch den dritten ehemaligen Schwergewichtsweltmeister vorzeitig besiegt. Der 27jährige gewann in Erfurt durch technischen K.o. in der neunten Runde, ist nun in 16 Profikämpfen ungeschlagen und hat den Intercontinentaltitel der Verbände WBA und WBO erfolgreich verteidigt. Für den 35 Jahre alten Weißrussen stehen jetzt 25 Siege und vier Niederlagen zu Buche.

Die Zuschauer in der Messehalle sahen von Beginn an einen lebhaften Kampf. Liachowitsch fackelte nicht lange und suchte den Erfolg auf der Außenbahn, so daß der anfangs zurückhaltend boxende Helenius auf der Hut sein mußte. Allerdings steckte der Weißrusse frühzeitig schmerzhafte Treffer ein, denn bereits nach der ersten Runde war sein Auge gezeichnet, und in der zweiten zog er sich einen Nasenbeinbruch zu. Ungeachtet der dadurch hervorgerufenen Einschränkung bot Liachowitsch energisch Paroli und sorgte insbesondere mit seinen Haken für Gefahr.

Nach sechs Runden war der Kampf ausgeglichen, worauf Trainer Ulli Wegner begann, seinen Schützling verstärkt anzuspornen. Die mahnenden Worte kamen bei Helenius an, der nun den Druck erhöhte und immer häufiger traf. Da der Weißrusse beherzt konterte, entwickelte sich ein mitreißendes Gefecht, bei dem die Zuschauer auf ihre Kosten kamen. Liachowitsch mußte nun immer häufiger Treffer einstecken, und zum Ende der achten Runde fiel der Finne mit einer Serie von Schlägen über ihn her. Liachowitsch sank auf die Knie, wo er sich anzählen ließ und vom Gong gerettet wurde.

Zwar schien sich der Weißrusse in der Pause wieder gefangen zu haben, doch setzte Helenius zu Beginn des neunten Durchgangs sofort nach und drängte auf eine vorzeitige Entscheidung. Nach einem Uppercut ging Liachowitsch stehend k.o., worauf der Ringrichter eingriff und den Finnen von weiteren Angriffen abhielt. Zugleich kam aus der Ecke des Weißrussen das Handtuch zum Zeichen der Aufgabe geflogen.

Nach seiner Niederlage zollte der Exweltmeister seinem Gegner Respekt. Helenius habe stark gekämpft und sei an diesem Tag der bessere Boxer gewesen. Die gebrochene Nase habe ihn in der Folge sehr behindert, doch wolle er die ausgezeichnete Leistung seines Gegners nicht schmälern, dessen Sieg verdient sei.

Der Skandinavier verlieh im anschließenden Interview seiner Freude Ausdruck, würzte sein Fazit aber auch mit einer Prise Selbstkritik. Er sei etwas nervös gewesen und habe zu langsam angefangen. Nachdem ihn sein Trainer wachgerüttelt hatte, habe er Liachowitsch zum Schluß sehr gut getroffen. "Er war ein sehr starker, ein sehr erfahrener Gegner, aber ich war einfach besser heute."

"Ich bin stolz auf Robert", lobte Trainer Ulli Wegner. Die Zuschauer hätten einen dramatischen Kampf miterlebt, der zunächst ausgeglichen verlaufen sei. Robert mußte die Entscheidung suchen und so habe er sich zusammengerissen und diesen starken Gegner vorzeitig besiegt. "Wie er in der achten Runde explodiert ist, das zeigt, was für ein unglaubliches Talent er besitzt. Nun hat er schon drei Exweltmeister k.o. geschlagen - und das in seinem Alter! Das ist wirklich eine Sensation. Wir werden unseren Weg weitergehen." Er habe den Fans versprochen, Helenius zum Weltmeister zu machen, und dieses Versprechen werde er halten, versicherte Wegner.

Hagen Doering, Sportdirektor bei Sauerland Event, zog scherzend die Bilanz, daß Robert Helenius eigentlich Erfahrung über zwölf Runden sammeln sollte. Doch diesen Plan habe er zunichte gemacht. So könne es gerne weitergehen. Es sei schon beeindruckend, in welcher Manier der Finne einen so erfahrenen und hochklassigen Gegner wie Sergej Liachowitsch besiegen konnte.

Auch Promoter Wilfried Sauerland machte keinen Hehl aus seiner Zufriedenheit mit der Entwicklung dieses vielversprechenden Schwergewichtlers. Robert Helenius sei zu Beginn etwas zu phlegmatisch gewesen, doch das kenne man ja bereits von ihm. Mit zunehmender Dauer des Kampfs habe er dann sein unglaubliches Talent zur Entfaltung gebracht und eine außergewöhnliche Leistung geboten. Dieser Boxer habe eine große Zukunft vor sich.

29. August 2011



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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