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MELDUNG/577: Der Oktober beginnt mit drei Titelkämpfen in Neubrandenburg (SB)



Sauerland präsentiert Cunningham, Sylvester und Murat

Am 1. Oktober präsentiert Sauerland Event im Jahnsportforum Neubrandenburg eine attraktive Veranstaltung mit mehreren hochkarätig besetzten Kämpfen. Weltmeister Steve Cunningham verteidigt den Titel der IBF im Cruisergewicht in einem internen Duell des Sauerland-Boxstalls gegen den Kubaner Yoan Pablo Hernandez. Während für den US-Amerikaner 24 Siege und zwei Niederlagen zu Buche stehen, hat sein kubanischer Gegner 24 Auftritte gewonnen und einen verloren. Hernandez hatte ursprünglich geplant, den amtierenden WBA-Champion herauszufordern, doch kam dieser Kampf nicht zustande. Wie der von Ulli Wegner trainierte Kubaner ankündigte, werde er eben anstelle dessen Cunningham vor unüberwindliche Probleme stellen. Er sei sich sicher, es mit dem Weltmeister aufnehmen zu können, und hoffe auf die Unterstützung der Zuschauer im Jahnsportforum. Auch Cunningham ist kein Unbekannter in Neubrandenburg, da er sich dort im Juni 2010 den vakanten IBF-Titel gesichert hat.

Im Mittelgewicht schickt sich Sebastian Sylvester an, zum dritten Mal Europameister zu werden. Der 31jährige Greifswalder war im Mai von dem Australier Daniel Geale als IBF-Weltmeister entthront worden und nimmt nun einen neuen Anlauf, bei dem er den europäischen Titel im Vorübergehen mitzunehmen hofft. Er trifft in Neubrandenburg auf den Polen Grzegorz Proksa, der den niedriger angesiedelten EU-Titel innehat. Sylvester hat bislang 34 Kämpfe gewonnen, vier verloren und einen unentschieden beendet, während sein Kontrahent mit einer weißen Weste von 25 gewonnenen Auftritten in den Ring steigen wird. Proksa sei ein guter Mann, doch solle er sich besser darauf einstellen, daß ihm diesmal Paroli geboten wird, kündigt Sylvester eine Offensive an. Vor seinem Heimpublikum in der Jahnsporthalle, das ihm stets den Rücken gestärkt habe, werde er sein Bestes geben.

Wie der Pole einräumt, habe er sich international noch keinen Namen gemacht. Das werde sich am 1. Oktober ändern. Sein Manager Krzysztof Zbarski hebt die Erfahrung seines Schützlings hervor, der all seine Profikämpfe im Ausland bestritten und gewonnen habe. Daher sei man erstaunt über den Mut Sylvesters gewesen, sich mit ihm zu messen. Gegen Neubrandenburg als Austragungsort habe man nicht das geringste einzuwenden, da dort sicher auch zahlreiche polnische Fans Präsenz zeigen werden.

Im dritten Titelkampf des Abends tritt der 27 Jahre alte Karo Murat, Intercontinentalmeister der IBF im Halbschwergewicht, gegen den früheren WBA-Champion Gabriel Campillo an. Der Sieger des Kampfs erwirbt das Vorrecht, IBF-Weltmeister Tavoris Cloud herauszufordern. Murat, der 24 Kämpfe gewonnen und einen verloren hat, bestreitet damit eine Revanche mit dem Spanier, für den 21 Siege und drei Niederlagen zu Buche stehen. Bei ihrem ersten Aufeinandertreffen im September 2009 behielt Murat durch eine Mehrheitsentscheidung die Oberhand. Dennoch war es Campillo vorbehalten, in der Folge Weltmeister zu werden.


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Marco Huck darf sich den nächsten Gegner aussuchen

Nachdem sich die Pläne zerschlagen haben, WBO-Weltmeister Marco Huck und WBC-Champion Krzysztof Wlodarczyk aus Polen im Herbst zur Vereinigung der beiden Titel im Cruisergewicht gegeneinander antreten zu lassen, hat man bei Sauerland Event umdisponiert. Der 26 Jahre alte Wahl-Berliner kann nun entscheiden, ob er lieber eine Revanche gegen Denis Lebedew bestreitet oder Rogelio Rossi als Herausforderer annimmt. Nach Angaben von Sauerland-Geschäftsführer Chris Meyer wurden bereits Vorgespräche mit Lebedews Manager Wladimir Hrijunow über einen möglichen Kampf Ende Oktober geführt. Sollte sich Marco Huck für den Russen entscheiden, wäre dies eine Pflichtverteidigung. Gibt er dem Argentinier den Vorzug, handelte es sich um eine freiwillige Verteidigung seines Titels.

Aus Perspektive Marco Hucks, der in 34 Profikämpfen nur einmal den kürzeren gezogen hat, wäre Rogelio Rossi sicher die leichtere Aufgabe. Der Argentinier hat 17 Auftritte gewonnen, zwei verloren sowie einmal unentschieden geboxt und wird in der Rangliste der WBO an 15. Stelle geführt. Der 31jährige Denis Lebedew ist nicht nur wegen seiner Bilanz von 22 Siegen und einer Niederlage von anderem Kaliber. Er führt die WBO-Rangliste an und hatte beim ersten Aufeinandertreffen mit Huck am 18. Dezember 2010 in Berlin nur knapp und umstritten nach Punkten verloren.

7. September 2011



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