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MELDUNG/578: Jürgen Brähmer will seine Karriere fortsetzen (SB)



Exweltmeister scheut offenbar neuen Anlauf nicht

Jürgen Brähmer war von 2009 bis 2011 Weltmeister der WBO im Halbschwergewicht. In dieser Zeit hat er seinen Titel allerdings nur zweimal verteidigt. Seinen letzten Kampf bestritt der Schweriner am 24. April 2010 in Hamburg, wo er den Argentinier Mariano Nicolas Plotinsky durch technischen K.o. in der fünften Runde besiegte. Nachdem er anschließend drei Titelverteidigungen in Folge auf Grund von Verletzungen oder Erkrankungen wenige Tage vor dem jeweiligen Kampftermin absagen mußte, erkannte ihm die WBO im Mai diesen Jahres den Titel ab und ernannte Interimschampion Nathan Cleverly aus Wales zum regulären Weltmeister.

Wie Brähmer nun im Interview mit der Schweriner Volkszeitung unterstrichen hat, will er seine Karriere fortsetzen. Rund vier Monate nach Aberkennung seines Titels sagte der 32jährige, er habe bei Universum noch einen Vertrag über drei Jahre und werde ihn erfüllen. Er sei in Europa unterwegs gewesen und habe mehrere Angebote erhalten, darunter auch "sehr interessante". Ihm sei der Spaß an seinem Sport noch nicht abhanden gekommen: "Sobald es da etwas Konkretes gibt, werden wir es mitteilen."

Allerdings dürfte sich eine Rückkehr ins Boxgeschäft für den Schweriner schwierig gestalten, da er auf Grund seiner langen Ringabstinenz aus den Ranglisten aller bedeutenden Verbände gestrichen wurde. Damit kommt er als Gegner für eine Pflichtverteidigung nicht in Frage, und daß ihn ein Weltmeister freiwillig als Herausforderer wählt, ist angesichts seiner weithin bekannten Qualitäten nicht gerade wahrscheinlich.

Brähmer, der 36 Kämpfe gewonnen und zwei verloren hat, macht sich über die Ranglisten keine Sorgen und geht davon aus, daß er rasch wieder an die Spitze vorstoßen kann: "Wenn ich in den Ring steige, bin ich auch wieder oben dabei."

Indessen weiß Trainer Michael Timm nichts von den Plänen seines Schützlings: "Beim Training war er seit Mitte Mai nicht mehr. Bei meinen Anrufen geht er nicht ans Telefon. Und obwohl wir in einer Stadt wohnen, ist er auch noch nicht vorbeigekommen. Ich weiß nur, dass er sich mit unserem Promoter Klaus-Peter Kohl getroffen haben soll. Was da jedoch besprochen wurde - keine Ahnung."


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Denis Boitsow kehrt nach langer Verletzungspause zurück

Am 24. September will sich Denis Boitsow nach zehn Monaten Pause im Ring zurückmelden. Bei seinem letzten Auftritt hatte er im November 2010 den US-Amerikaner Mike Sheppard durch K.o. in der zweiten Runde besiegt. Dabei brach jedoch eine alte Handverletzung wieder auf, die eine weitere Operation erforderlich machte. Der 25jährige Schwergewichtler aus dem Hamburger Universum-Boxstall ist in 28 Profikämpfen ungeschlagen und wird in den Ranglisten der Verbände WBA und WBC jeweils an Nummer sechs sowie bei der WBO und IBF an siebter Stelle geführt.

Im Vorprogramm der Europameisterschaft zwischen Alexander Dimitrenko und Michael Sprott tritt Boitsow gegen den Aufbaugegner Matthew Greer an, dessen Bilanz von 14 gewonnenen und sechs verlorenen Kämpfen deutlich macht, welche Rolle dem US-Amerikaner bei seinem Auftritt in der Hansestadt zugedacht ist. Greers prominenteste Gegner waren Kevin Johnson und James Toney, denen er sich vorzeitig geschlagen geben mußte.

Auf derselben Veranstaltung tritt der 28 Jahre alte frühere Olympiasieger Rachim Tschachkijew im Cruisergewicht gegen Michael Simms aus den USA an. In zehn Kämpfen ungeschlagen, bekommt Tschachkijew den bislang gefährlichsten Gegner seiner Profilaufbahn vor die Fäuste. Für den erfahrenen US-Amerikaner stehen 21 Siege, 14 Niederlagen und zwei Unentschieden zu Buche. Simms hat noch nie vorzeitig verloren und stand mit namhaften Kontrahenten wie Marco Huck, Yoan Pablo Hernandez, Alexander Frenkel und Troy Ross im Ring.

8. September 2011



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