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MELDUNG/580: Veteran Toney redet Moskauer Kampf gegen Lebedew herbei (SB)



Markige Worte und ein Seitenblick aufs Portemonnaie

Nachdem der russische Cruisergewichtler Denis Lebedew im Mai den 42jährigen Roy Jones jun. in Moskau besiegt hat, zeichnet sich ein weiterer Kampf gegen eine in die Jahre gekommene US-amerikanische Boxlegende ab. Offenbar sind die Gespräche mit dem 43jährigen James "Lights Out" Toney weit fortgeschritten, der früher Weltmeister in drei Gewichtsklassen war. Wie es heißt, soll das Duell am 5. November in Moskau ausgetragen werden und dem Gast aus Übersee eine Menge Geld einbringen. Die sportliche Bilanz der mutmaßlichen Kontrahenten unterstreicht, daß dabei Erfahrung auf Sturm und Drang trifft. Toney hat nicht weniger als 82 Kämpfe bestritten und davon 73 gewonnen, sechs verloren sowie drei unentschieden abgeschlossen. Lebedew wurde in 23 Auftritten nur einmal besiegt.

Am 18. Dezember 2010 unterlag der 31 Jahre alte Russe in der Berliner Max-Schmeling-Halle als Pflichtherausforderer dem amtierenden WBO-Weltmeister Marco Huck aus dem Sauerland-Boxstall umstritten mit 2:1 Punktrichterstimmen. Er führt derzeit die WBO-Rangliste an und gehört zweifellos zu den drei stärksten Cruisergewichtlern weltweit.

James Toney wäre um ein Haar sogar Schwergewichtschampion geworden. Nach seinem Sieg gegen John Ruiz 2005 konnte er sich zwar den Gürtel der WBA umlegen, mußte ihn aber wieder zurückgeben, da er positiv auf eine verbotene Substanz getestet wurde. Drei Jahre später war ein Kampf gegen Wladimir Klitschko in greifbare Nähe gerückt, nachdem Pflichtherausforderer Alexander Powetkin wegen einer Verletzung abgesagt hatte. Die IBF gab jedoch Hasim Rahman den Vorzug, obgleich dieser in einem Kampf gegen Toney, der ohne Wertung endete, schlecht ausgesehen hatte. Nach einem Abstecher zu den Mixed Martial Arts, wo er Randy Couture unterlag, kehrte James Toney Anfang des Jahres zum Boxen zurück.

Wie viele US-amerikanische Boxer hält auch Toney markige Worte für das beste Mittel, einen gewünschten Kampf herbeizureden und den Gegner im Vorfeld verbal abzukanzeln. Er werde am 5. November "in Rußland einmarschieren und diesem Hochstapler zeigen, was passiert, wenn er sich mit einem richtigen Fighter anlegt", tönt der 43jährige. "Ich nenne es 'Lichter aus für Rußland', weil er nur der erste auf meiner Liste ist." Wenn er Lebedew vermöbelt habe, werde er ins Schwergewicht zurückkehren und dort Alexander Powetkin auf die Bretter schicken.

Lebedews K.o.-Sieg in der zehnten und letzten Runde gegen Roy Jones ficht ihn angeblich überhaupt nicht an. "Wenn sie dort drüben glauben, daß der Roy Jones-Fight ein großes Ereignis war, sollen sie warten, bis ich rüberkomme und zeige, was ich mit den europäischen Boxern mache", so Toney. "Der Roy Jones, den Lebedew geschlagen hat, war doch schon am Ende." Er sei bereit und so gut wie eh und je. "Außerdem habe ich gehört, daß Powetkin nun Holyfield vermöbeln will, der seitdem ich ihn 2003 ausgeknockt habe, ebenfalls am Ende ist. Ich hoffe, Powetkin hat keine Angst vor mir, nachdem ich seinen Trainingspartner am 5. November aus dem Weg geräumt habe."

Da Toney in Folge der Vorbereitung auf den geplanten, aber inzwischen verschobenen Auftritt gegen Ken Shamrock bei den Mixed Martial Arts deutlich unter 100 Kilo auf die Waage bringt, will er im Duell mit Lebedew nicht von dessen Angebot Gebrauch machen, sich auf eine spezielle Gewichtsgrenze zu einigen. Er werde dem Russen in dessen angestammtem Cruisergewicht den Hintern versohlen, damit er keine Ausreden habe, verkündet Toney, der folglich nicht schwerer als 90,7 kg sein darf, wenn er in Moskau antritt.

Diese vollmundige Ankündigung des US-Amerikaners, er werde Lebedew eine Lektion erteilen, hat inzwischen dessen Manager Wladimir Hrijunow kommentiert: Zum Kampf Toneys gegen Powetkin werde es nicht kommen, da Denis den Amerikaner auseinandernehmen wird.


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Floyd Mayweather jun. kehrt in den Ring zurück

In einer Woche kehrt Floyd Mayweather jun. nach 16 Monaten Pause in den Ring zurück. Der 34jährige trifft in Las Vegas auf den zehn Jahre jüngeren WBC-Weltmeister im Weltergewicht, Victor Ortiz, der im April Andre Berto entthront hatte. Eigenen Angaben zufolge hat sich Mayweather besonders ausgiebig vorbereitet, da er es erstmals seit langem wieder mit einem deutlich jüngeren Gegner zu tun bekommt. Sein Trainingslager sei länger als üblich ausgefallen, damit er in Bestform antreten könne. Er habe keinen Rost angesetzt und konzentriere sich uneingeschränkt auf seinen Job.

Für seinen Auftritt im MGM Grand kündigt der ungeschlagene Mayweather eine ungewöhnliche Taktik an. Der als einer der weltbesten Defensivkünstler eingestufte US-Amerikaner will diesmal aggressiv zu Werke gehen und unablässig nach vorn marschieren. Da unter diesen Umständen beide Boxer einen Niederschlag suchten, könne er einen Kampf garantieren, der nicht über die volle Distanz gehen wird. Floyd Mayweather, der einige Zeit als bester Boxer aller Gewichtsklassen galt, aber diesen Rang widerwillig an Manny Pacquiao von den Philippinen abtreten mußte, dem er in der Folge aus dem Weg ging, erwartet mit Ortiz eine Bewährungsprobe. Nach seiner langen Abwesenheit steht die Frage im Raum, ob er nach wie vor auf dem hohen Niveau früherer Tage agieren kann.

10. September 2011



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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