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MELDUNG/583: Europameister Lukas Konecny brennt auf Revanche (SB)



Tscheche fordert WBO-Weltmeister Sergei Dsindsiruk heraus

Am 30. September will der Tscheche Lukas Konecny im zweiten Anlauf Weltmeister werden. Im April 2008 scheiterte er bei der "Universum Champions Night" in Dresden umstritten an dem Ukrainer Sergei Dsindsiruk, der damit WBO-Champion im Halbmittelgewicht blieb. Der Ausgang des Kampfs erzürnte damals die tschechischen Zuschauer, die daraufhin zum Zeichen des Protests in Scharen den Saal verließen. Nun bekommt der 33 Jahre alte Europameister aus dem Magdeburger Boxstall SES in seiner Geburtsstadt Brno den alten Rivalen erneut vor die Fäuste und verspricht einen Ausgang des Duells zu seinen Gunsten.

Konecny, der 47 Kämpfe gewonnen und drei verloren hat, macht neben seinem Heimvorteil auch den Umstand geltend, daß er seit der damaligen Niederlage ungeschlagen ist. Er habe lange auf diese Chance hingearbeitet und sei froh, endlich wieder um den Titel kämpfen zu können. Auch Promoter Ulf Steinforth unterstrich, daß sich sein Schützling das Recht zur offiziellen Herausforderung des Champions hart erarbeitet habe.

Der Tscheche hat elf Kämpfe in Folge für sich entschieden und zuletzt den Titel des Europameisters am 27. Mai erfolgreich gegen den Franzosen Hussein Bayram verteidigt, der als Pflichtherausforderer angetreten war. Von seinen tschechischen Landsleuten stürmisch angefeuert gab Konecny zur Feier seines 50. Profikampfs beim Gastspiel in der Heimatstadt Usti nad Labem eine überzeugende Vorstellung und wies den Herausforderer mit einem souveränen Punktsieg in die Schranken. Dank dieses Erfolgs sicherte er sich zugleich den Intercontinentaltitel der WBO.

Hingegen mußte Sergei Dsindsiruk zuletzt eine schwere Niederlage gegen den überragenden Sergio Martinez hinnehmen. Der Ukrainer war in 37 Profikämpfen ungeschlagen, als er bei einen Abstecher ins Mittelgewicht auf den Argentinier traf. Nachdem der Schweriner Sebastian Zbik aus dem Universum-Boxstall im Oktober 2010 zum Pflichtherausforderer des WBC-Weltmeisters ernannt worden war, zog es Martinez auf Anraten des Senders HBO vor, statt dessen gegen Dsindsiruk anzutreten, den Weltmeister der WBO im Halbmittelgewicht. Daraufhin ernannte das WBC Sebastian Zbik im Januar zu seinem regulären Weltmeister im Mittelgewicht und versah den Argentinier mit dem Status des Superchampions.

Im Duell mit Dsindsiruk stellte Martinez eindrucksvoll unter Beweis, daß er die Riege der weltbesten Akteure in seiner Gewichtsklasse anführt. Als exzellenter Techniker und Defensivkünstler mit einem gefährlichen rechten Jab galt der Ukrainer als gefährlicher Gegner, der den Argentinier vor große Probleme stellen würde. Fast ohne Deckung boxend war es jedoch Martinez, der dank seiner Schnelligkeit den von der unorthodoxen Kampfesweise offensichtlich irritierten Dsindsiruk mit der Führhand dominierte und damit dessen gefährlichste Waffe neutralisierte. Mit nicht weniger als fünf Niederschlägen deklassierte der Argentinier seinen Gegner, der nur dank seiner außerordentlichen Zähigkeit die vorzeitige Niederlage hinauszögern, aber letztlich nicht abwenden konnte.

Nun hofft Lukas Konecny, daß diese erste und zugleich desaströse Niederlage Sergei Dsindsiruk entzaubert und nachhaltig verunsichert hat. Andererseits ist natürlich damit zu rechnen, daß der Ukrainer darauf brennt, sich mit einer überzeugenden Leistung zu rehabilitieren und den Gürtel des Champions in seiner angestammten Gewichtsklasse erfolgreich zu verteidigen. Damit sind die Weichen für einen hochklassigen und dramatischen Kampf gestellt, der für ein Glanzlicht im europäischen Boxsport sorgen könnte.


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Vitali Klitschko wirbt für Kampf gegen David Haye

Vitali Klitschko hat bislang nur einmal auf der britischen Insel gekämpft. Im Jahr 1999 demontierte er den favorisierten Lokalmatador Herbie Hide in nur zwei Runden und nahm ihm den Titel des WBO-Weltmeisters im Schwergewicht ab. Nun macht der Ukrainer Stimmung für einen erneuten Auftritt in England, bei dem er David Haye eine Lektion erteilen möchte. In einem Interview mit dem britischen Fernsehen erklärte sich der amtierende WBC-Champion bereit, den zweiten Auswärtskampf in Folge zu bestreiten. Nachdem ihn zuletzt mehr als 40.000 polnische Fans in Breslau nicht daran hindern konnten, Tomasz Adamek klar zu dominieren, sieht sich Klitschko gerüstet, auch in London den Ring als Sieger zu verlassen.

Wie der 40jährige Weltmeister gegenüber Sky Sports lästerte, sei David Haye nicht etwa wegen seiner boxerischen Fähigkeiten, sondern wegen seiner langen Zunge weltbekannt. Haye sei das bekannteste Großmaul der Welt und habe ihn wie auch seinen Bruder Wladimir persönlich angegriffen, wofür er ihn bestrafen wolle. Es wäre großartig, in Großbritannien zu kämpfen, da er dort viele Anhänger habe. Im Wembley-Stadion zu boxen, sei ein bislang unerfüllter Traum, unterstreicht Vitali Klitschko seine Absicht, nur vor großer Kulisse aufzutreten.

14. September 2011



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