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MELDUNG/586: Cruisergewichtler Wlodarczyk verteidigt Titel gegen Danny Green (SB)



Polnischer WBC-Weltmeister tritt in Australien an

Am 30. Oktober verteidigt Krzysztof Wlodarczyk den WBC-Titel im Cruisergewicht gegen Danny Green. Bei Sauerland Event hätte man den Polen gern als Gegner Marco Hucks gesehen und wollte vor großer Kulisse in der Berliner O2 World ein Duell der beiden Weltmeister präsentieren, in dem die Gürtel der Verbände WBC und WBO zusammengeführt werden sollten. Auch der Australier hatte zuvor andere Pläne, da er eigentlich eine Revanche gegen Antonio Tarver anstrebte. Wie Green gegenüber australischen Medien erklärte, sei der US-Amerikaner jedoch ein sehr komplizierter Typ und außerhalb des Rings noch gerissener als innerhalb desselben. Daher könne man sich wohl vorstellen, wie schwierig es sei, mit ihm zu verhandeln. Als man daraufhin Wlodarczyk ein Angebot gemacht habe, sei man sofort handelseinig geworden, in Australien gegeneinander anzutreten.

Der 29 Jahre alte Krzysztof Wlodarczyk geht als Favorit in diesen Kampf. Er hat 45 Auftritte gewonnen, zwei verloren und einen unentschieden abgeschlossen, während für Danny Green 31 Siege und eine Niederlage zu Buche stehen. Gegen den Champion aus Polen zu boxen, der zu den besten Cruisergewichtlern der Welt gehöre, sei eine große Sache, weiß Green um die Risiken dieses Duells. Zugleich bietet sich ihm jedoch die Chance, unmittelbar nach dem Verlust des IBO-Titels an Tarver sofort wieder um einen Gürtel zu kämpfen, der noch dazu höherwertiger als sein verlorener ist.

Im Juli hatte der 28jährige Australier vor heimischem Publikum in Sydney seinen Meister in dem vier Jahre älteren Antonio Tarver gefunden. Während Green wild gegen ihn anrannte, spielte der US-Amerikaner seine Erfahrung und technischen Qualitäten aus. Er konterte den Lokalmatador so wirkungsvoll aus, daß dieser frühzeitig zu Boden ging. Als der Australier daraufhin vorsichtiger zu Werke gehen mußte, schien es ihm an Alternativen zu mangeln, da Tarver nun fast nach Belieben schalten und walten konnte. Bald lag Green auf den Zetteln der Punktrichter so weit zurück, daß er auf einen vorzeitigen Sieg drängen mußte. Der gelang jedoch seinem Gegner, der wiederum die Übersicht behielt und ihn gegen Ende der neunten Runde mehrfach so wuchtig traf, daß Greens Ecke in der Pause den Kampf aufgab.

Danny Green, der in der Vergangenheit schon mehrfach ein Ende seiner sportlichen Laufbahn in Erwägung gezogen hatte, bat sich nach dieser verheerenden Niederlage und dem damit verbundenen Titelverlust eine Bedenkzeit aus. Er beschloß jedoch, die Flinte nicht ins Korn zu werfen. Wenngleich die Niederlage vor den Augen seiner Landsleute außerordentlich schmerzlich gewesen sei, müsse ein Kämpfer auch solche Tiefpunkte überwinden und wieder auf die Beine kommen. Dazu bekommt er im Kampf gegen Krzysztof Wlodarczyk Gelegenheit, in dem er sich jedoch gewaltig steigern muß, will er nicht ein erneutes Debakel erleben.


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Odlanier Solis drängt auf Revanche gegen Vitali Klitschko

Während Vitali Klitschko nach seiner souveränen Vorstellung gegen den Polen Tomasz Adamek in Breslau offenbar nicht abgeneigt ist, bei seinem nächsten Auftritt mit David Haye in den Ring zu steigen, bringt sich ein zweiter naheliegender Kandidat ins Gespräch. Odlanier Solis, der beim Duell gegen Klitschko im März dieses Jahres wegen einer schweren Knieverletzung bereits in der ersten Runde aufgeben mußte, fordert eine Revanche gegen den WBC-Weltmeister ein.

Sein Promoter Ahmet Öner versucht Klitschko bei der Boxerehre zu packen, wenn er erklärt, daß Solis der stärkste Gegner des Ukrainers seit Jahren gewesen sei. Der Ukrainer wolle sich doch gewiß nicht nachsagen lassen, lediglich vom Mißgeschick seines Gegners profitiert zu haben. Diese Frage sei letztlich nur im Ring zu klären, weshalb sich Vitali Klitschko nicht verweigern dürfe.

Allerdings wird der 31jährige Kubaner wegen seiner langen Verletzungspause nicht mehr in der Rangliste des WBC geführt. Wollte Solis erneut zum Pflichtherausforderer aufsteigen, müßte er zuvor einige Aufbaukämpfe mit Gegnern bestreiten, die auf den vorderen Rängen plaziert sind. Da dieser zweite Anlauf beträchtliche Zeit in Anspruch nehmen würde, hofft man im Lager des Kubaners, von Vitali Klitschko als Gegner für eine freiwillige Titelverteidigung akzeptiert zu werden.

17. September 2011



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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