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MELDUNG/591: Promoter Mick Hennessy erteilt Mike Perez eine Absage (SB)



Tyson Fury nicht mehr an Kampf gegen den Kubaner interessiert

Am 17. September blieb der aufstrebende britische Schwergewichtler Tyson Fury auch in seinem 16. Profikampf ungeschlagen, als er sich in Belfast durch einen Abbruchsieg in der fünften Runde gegen den erfahrenen US-Amerikaner Nicolai Firtha durchsetzte. Zwar mußte der Brite in einem turbulenten Gefecht zwischenzeitlich eine kritische Phase überstehen, doch wies er seinen Gegner bald darauf mit stürmischen Angriffen und schweren Treffern in die Schranken. Nach diesem neuerlichen Erfolg entwarf Promoter Mick Hennessy glänzende Zukunftspläne für den 23 Jahre alten alten Britischen und Commonwealth-Meister, der zunächst den europäischen Titel ins Visier nehmen soll und binnen 18 Monaten reif für die Herausforderung eines Weltmeisters sein werde.

Nun hat der in Irland lebende ungeschlagene Kubaner Mike Perez in den Medien Tyson Fury herausgefordert, bei dessen Auftritt am 12. November in Belfast mit ihm in den Ring zu steigen. Hennessy erteilte dem Sieger des Prizefighter-Turniers jedoch umgehend eine Absage und erklärte, Perez habe seine Chance bereits gehabt. Der Promoter erinnerte daran, daß man dem Kubaner angeboten hatte, in der King's Hall gegen Fury zu kämpfen. Ungeachtet einer mündlichen Abmachung habe Perez' Lager jedoch einen Rückzieher gemacht, da man eine Woche früher einen Kampf gegen Johnathon Banks bestreiten wollte, der dann jedoch nicht zustande kam.

Offenbar sei nach Tyson Furys Sieg gegen Nicolai Firtha jemand in Irland wach geworden, sagte Hennessy. Er glaube nicht, daß sich Mike Perez selbst vordränge. Eher schon vermute er, daß Leute aus dessen Umfeld mit der Herausforderung an die Öffentlichkeit getreten seien. Fury habe Perez als Amateur zweimal klar besiegt, obwohl der Kubaner damals bereits ein Profi und Tyson noch recht unbeholfen und außer Form gewesen sei. Wer sich halbwegs im Boxgeschäft auskenne, müsse wissen, daß Tyson Fury in einer ganz anderen Liga als Mike Perez spielt: "Wir lassen uns nicht an der Nase herumführen, Tyson zieht weiter. Perez kann also sagen, was er will. Er kommt nicht in unseren Plänen vor."


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Lebedew gegen Toney am 4. November in Moskau

Der Kampf zwischen dem Russen Denis Lebedew und James Toney aus den USA ist verschoben worden und soll nun endgültig am 4. November in einem Moskauer Eispalast über die Bühne gehen. Da im angestammten Cruisergewicht Lebedews geboxt wird und der Russe die Rangliste der WBO anführt, wird der Sieger aller Voraussicht nach neuer Pflichtherausforderer des Weltmeisters Marco Huck, der bei Sauerland Event unter Vertrag steht. Während der Lokalmatador 22 Auftritte gewonnen und einen gegen Huck verloren hat, stehen für den Gast aus Übersee 73 Siege, sechs Niederlagen und drei Unentschieden zu Buche.

Im Mai hatte der russische Cruisergewichtler mit dem 42jährigen Roy Jones jun. schon einmal einen legendären US-Amerikaner zum Gegner genommen. Wie es damals hieß, habe eine stattliche Börse Jones nach Rußland gelockt, was im Falle Toneys nicht anders sein dürfte. Der favorisierte Lebedew hatte doch einige Mühe gehabt, den Amerikaner in der letzten Runde vorzeitig zu besiegen, und so kündigt der 43 Jahre alte Toney vollmundig an, er werde dem Russen die Leviten lesen.


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Robert Helenius führt nun die WBO-Rangliste an

Der finnische Schwergewichtler Robert Helenius aus dem Sauerland-Boxstall ist nach der Niederlage des Polen Tomasz Adamek gegen Vitali Klitschko auf Platz eins der WBO-Rangliste vorgerückt. Damit ist der 27jährige Skandinavier Pflichtherausforderer Wladimir Klitschkos und somit einem Kampf um die Weltmeisterschaft einen großen Schritt nähergekommen. Da Wladimir Klitschko, der die Titel der Verbände WBO, IBF und IBO besitzt, seine letzte Pflichtverteidigung im März 2010 bestritten hat, stehen die Chancen für Helenius nicht schlecht, in absehbarer Zeit zum Zuge zu kommen.

Andererseits stellt sich für ihn natürlich die Frage, ob er dieser Aufgabe schon gewachsen ist. Er überlasse die Entscheidung seinem Trainer Ulli Wegner, so der Finne. Bekomme er grünes Licht, sei er für alles bereit. Bei seinem letzten Auftritt hatte er am 27. August den in den USA lebenden Weißrussen Sergej Liachowitsch besiegt und damit nach Lamon Brewster und Samuel Peter bereits den dritten Exweltmeister vorzeitig geschlagen. Nach diesem Erfolg rückte der in 16 Profikämpfen unbesiegte Finne aus dem Sauerland-Boxstall in der Rangliste der IBF auf Nummer drei vor, während er bei der WBA einen großen Sprung vom neunten auf den dritten Platz machte, wo er nun hinter David Haye und Hasim Rahman rangiert. Diese guten Plazierungen empfehlen Robert Helenius für einen Titelkampf, zumal er im Gegensatz zu den meisten anderen hochrangig eingestuften Schwergewichtlern noch nicht gegen einen den Klitschkos verloren hat.

23. September 2011



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