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MELDUNG/594: Universum präsentiert sich an neuer Wirkungsstätte (SB)



Nachlese der ersten Veranstaltung im Dima-Sportcenter

Der 67 Jahre alte Gründer der Universum Box-Promotion, Klaus-Peter Kohl, hat die Geschäftsführung an den Unternehmer Waldemar Kluch abgegeben und ist künftig als Berater tätig. Sein Schwiegersohn Dietmar Poszwa bestätigte gegenüber der dpa entsprechende Meldungen des Hamburger Abendblatts und der Hamburger Morgenpost. Kluch ist Besitzer des Dima-Sportcenters, das seit drei Monaten das Gym des Boxstalls beherbergt. [1] Dort fand am vergangenen Wochenende die erste Veranstaltung unter neuer Regie statt. Im Hauptkampf des Abends setzte sich wie bereits berichtet Schwergewichtseuropameister Alexander Dimitrenko nach Punkten gegen den Briten Michael Sprott durch.

In einem weiteren Duell der höchsten Gewichtsklasse blieb Denis Boitsow auch in seinem 29. Profikampf ungeschlagen. Nach zehn Monaten Verletzungspause präsentierte sich der 25 Jahre alte Russe so leicht wie schon lange nicht mehr und besiegte den US-amerikanischen Aufbaugegner Matthew Greer durch technischen K.o. in der sechsten Runde. Da Boitsows rechte Hand, an der er mehrfach operiert worden war, keine Probleme bereitete, will man nun zügig den weiteren Aufstieg in den Ranglisten in Angriff nehmen.

Boitsow war von Beginn an Herr des Geschehens im Ring, das er mit seinem Jab und gefährlichen Uppercuts dominierte. Sein Gegner aus St. Louis blutete frühzeitig aus der Nase und wirkte bereits im zweiten Durchgang recht mitgenommen. Der US-Amerikaner bäumte sich anfangs der dritten Runde noch einmal auf, doch hatte diese Initiative nicht lange Bestand. In der folgenden Runde prüfte der Ringarzt die blutende Nase. Greer ging im fünften Durchgang nach einem Körpertreffer erstmals zu Boden und wurde schließlich in der sechsten Runde nach zahlreichen weiteren Treffern aus dem Kampf genommen.

Im Cruisergewicht fackelte Rachim Tschachkijew ebenfalls nicht lange und setzte sich in seinem elften Profikampf gegen den erfahrenen Michael Simms aus den USA mit K.o. in der vierten Runde durch. Simms, dem das erstmals in seiner Karriere widerfuhr, ging bereits im zweiten Durchgang zu Boden, worauf das vorzeitige Ende nur noch eine Frage der Zeit war. Trainer Michael Timm lobte seinen Schützling, der sehr intelligent geboxt habe. Nun könne man erste Gespräche über einen möglichen Titelkampf führen. Wie Michael Simms berichtete, sei sein Plan nicht aufgegangen, den Gegner einige Runden hinzuhalten und dabei zu ermüden. Der Russe verfüge über ein beträchtliches Repertoire an Schlägen, und seine Treffer seien härter als die Marco Hucks, mit dem er über die volle Distanz gegangen war.

Nach über einem Jahr Pause gewann die frühere Weltmeisterin Ina Menzer ihren Kampf gegen die US-Amerikanerin Ela Nunez, die sei einstimmig nach Punkten bezwang (80:72, 79:73, 79:73). Die 30jährige Federgewichtlerin spielte ihre technischen Vorteile konsequent aus und ließ sich auch von den albernen Provokationen ihrer Gegnerin nicht aus dem Konzept bringen. Diese ging zwar offensiv zu Werke, doch wich Ina Menzer geschickt aus und konterte immer wieder präzise. Nach diesem souverän herausgeboxten Erfolg hofft sie nun auf eine Revanche gegen Jeannine Garside, die ihr die Titel abgenommen hatte.

Enttäuschend verlief der Auftritt hingegen für den Kubaner Juan Carlos Gomez, der gegen den Durchschnittsboxer Darnell Wilson viel zu träge agierte und zahlreiche Schwinger des 37jährigen US-Amerikaners einfing. Gomez, der einst WBC-Weltmeister im Cruisergewicht war und im Schwergewicht mit Vitali Klitschko im Ring gestanden hat, verlor den Kampf über zehn Runden knapp nach Punkten (94:96, 94:96, 95:95). Der Kubaner entschuldigte seine schwache Leistung mit einer kleinen Verletzung an der linken Schulter. Er habe nur mit der rechten Hand schlagen und auf Grund dieser Einschränkung eben nicht gewinnen können.

Fußnote:

[1] http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1209611

26. September 2011



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