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MELDUNG/602: Sauerland schließt Vertrag mit britischem Boxkanal ab (SB)



Berliner Promoter diversifiziert Fernsehpartnerschaften

Mit dem Ende der Zusammenarbeit zwischen der Hamburger Universum Box-Promotion und dem ZDF im Sommer 2010 zeichnete sich ab, daß die lukrativen Fernsehverträge deutscher Boxunternehmen mit den öffentlich-rechtlichen Sendern keine Zukunft haben. Zwar hatte die ARD im vergangenen Jahr mit Sauerland Event einen Dreijahresvertrag abgeschlossen, der angeblich mit insgesamt 54 Millionen Euro dotiert sein sollte. Dagegen regte sich jedoch bei den Rundfunkräten mehrerer Anstalten Widerstand, an dessen Spitze das Gremium des WDR stand. Neben grundsätzlichen Bedenken gegen die Präsentation des Boxsports war es vor allem die Höhe der Summe, die Einwände auf den Plan rief. Da die ARD bei Vertragsschluß nicht die Zustimmung der Rundfunkräte der einzelnen Anstalten abgewartet hatte, erwies sich die mit dem Berliner Promoter getroffene Vereinbarung als anfechtbar.

Im Juni 2011 war in der Kontroverse über die Fernsehrechte für "Boxen im Ersten" zwischen den ARD-Sendeanstalten und ihren Rundfunkräten von einem Kompromiß die Rede. In Nachverhandlungen wurde offenbar die Vereinbarung getroffen, die Laufzeit zu verkürzen und die Gesamtkosten zu reduzieren. Soweit bekannt, hatte man sich auf 26 Millionen Euro für zwei Jahre Boxen geeinigt. Wenngleich die Zusammenarbeit damit vorerst gesichert war, konnte Sauerland Event nicht umhin, die künftige Fernsehvermarktung zu diversifizieren.

Nun hat der Berliner Promoter mit dem neuen britischen Boxkanal "BoxNation", der über die Sky-Plattform ausgestrahlt wird, einen Dreijahresvertrag abgeschlossen. Wie Kalle Sauerland dazu mitteilte, seien Team Sauerland und dessen internationale Fernsehpartner bei Kentaro sehr erfreut, daß die Veranstaltungen künftig via BoxNation auch die britischen Boxfans erreichen. Der Kampf am vergangenen Wochenende zwischen Yoan Pablo Hernandez und Steve Cunningham, in dem der Kubaner neuer IBF-Champion im Cruisergewicht wurde, war der erste Titelkampf, der im Rahmen der neuen Partnerschaft live ausgestrahlt wurde.

In Zukunft sollen Auftritte von Mikkel Kessler, Marco Huck, Arthur Abraham, Alexander Powetkin, Robert Helenius und weiteren Akteuren, die bei Sauerland unter Vertrag stehen, auch bei "BoxNation" zu sehen sein. Im Cruisergewicht trifft WBO-Weltmeister Marco Huck am 22. Oktober auf Rogelio Rossi, Mikkel Kessler fordert am 5. November den WBO-Weltmeister im Supermittelgewicht, Robert Stieglitz, heraus und im Schwergewicht soll Alexander Powetkin am 17. Dezember wieder in den Ring steigen.


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Tyson Fury scheint einen Gegner gefunden zu haben

Der in 16 Profikämpfen ungeschlagene britische Schwergewichtler Tyson Fury bekommt zunehmend Probleme, geeignete Gegner zu finden. Inzwischen eilt dem gut zwei Meter großen Hünen ein so beeindruckender Ruf voraus, daß die wenigsten bereit sind, mit ihm in den Ring zu steigen. Dem Vernehmen nach ist es seinem Manager inzwischen gelungen, für den nächsten Kampf am 12. November in Belfast einen Kontrahenten zu verpflichten. Wie Fury auf seiner Twitter-Seite schreibt, trete er gegen Neven Pajkic an, der als Nummer 18 der WBC-Weltrangliste fünf Plätze hinter ihm geführt werde.

Der amtierende kanadische Schwergewichtsmeister hat ebenfalls 16 Kämpfe gewonnen und den Ring bislang durchweg als Sieger verlassen. Bei seinem vorletzten Auftritt gewann er gegen den ehemaligen Deutschen Meister Andreas Sidon, den nationalen Titel sicherte er sich im Februar durch einen Sieg über Johnnie White. Im Jahr 2009 hatte sich Pajkic knapp nach Punkten gegen Nicolai Firtha durchgesetzt, den Tyson Fury am 17. September in Belfast vor die Fäuste bekam.

Die beiden lieferten einander einen lebhaften Kampf, in dem Firtha den Briten zeitweise in beträchtliche Schwierigkeiten brachte. In der dritten Runde kam der US-Amerikaner mit einem rechten Haken durch, dem er sofort einen linken folgen ließ. Sichtlich angeschlagen drohte Fury zu Boden zu gehen, doch rettete er sich mit Klammern über diese kritische Situation. In der Folge dominierte jedoch wieder der Brite, der seinen Gegner mit wuchtigen Schlägen traktierte, die schließlich zum Abbruch in der fünften Runde führten. Promoter Mick Hennessy plant für den 23 Jahre alten Britischen und Commonwealth-Meister in absehbarer Zeit die Herausforderung des Europameisters und hofft, daß Tyson Fury in 18 Monaten reif für den Kampf gegen einen Weltmeister ist.

4. Oktober 2011



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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