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MELDUNG/604: Längere Zwangspause für Juan Carlos Gomez (SB)



Kubanischer Schwergewichtler fällt verletzungsbedingt aus

Der bei der Hamburger Universum Box-Promotion unter Vertrag stehende Schwergewichtler Juan Carlos Gomez fällt mehrere Monate aus. Zwar verlief die vor wenigen Tagen durchgeführte Operation an der Schulter erfolgreich, doch stellte sich bei dem Eingriff heraus, daß die Verletzung schwerwiegender als zunächst angenommen war. Der Kubaner hatte bereits in der Sparringsphase vor seinem Kampf gegen Darnell Wilson in Hamburg über Probleme mit der Schulter geklagt. Da sich die Schmerzen jedoch in Grenzen hielten, wollte er seinen Einsatz auf keinen Fall absagen. Weil Universum und dessen neuer Geschäftsführer Waldemar Kluch stets zu ihm gehalten hätten, habe er alles darangesetzt, in den Ring zu gehen. In der zweiten Runde seien jedoch plötzlich extreme Schmerzen aufgetreten. Er habe dennoch darauf bestanden, bis zum Ende weiterzuboxen, da er dies seinen Fans schuldig sei, die jahrelang an ihn geglaubt hätten.

Nachdem eine Schulterverletzung diagnostiziert worden war, reagierte Kluch mit der fristlosen Entlassung des Trainers Leonid W. Kiselew. Wie der Geschäftsführer des Hamburger Boxstalls unterstrich, sei das Verhalten Kiselews verantwortungslos, unprofessionell und werde bei Universum in keiner Weise toleriert. Da das gesamte Team intensiv mit der Vorbereitung der Veranstaltung beschäftigt gewesen sei, müsse man sich in solchen Phasen auf den Trainer verlassen können, dem eine derart schwere Verletzung einfach nicht entgehen dürfe.

Der Kubaner wurde in der Klinik Fleetinsel von dem Spezialisten Dr. Andreas Werner operiert, dessen Angaben zufolge neben dem Riß der Sehne auch auch ein Riß der Gelenklippe vorlag. Bei dem mehrstündigen Eingriff sei es gelungen, die abgerissenen Bänder und die Gelenklippe wieder anzunähen. Allerdings werde diese Doppelverletzung die Ausübung des Boxsports für mehrere Monate unmöglich machen. Belaste man die Schulter so stark ein Profiboxer, verursache eine derartige Verletzung extreme Schmerzen und müsse vollständig auskuriert werden.

Der langen Zwangspause ungeachtet hat der 38jährige Gomez nach wie vor eine Zukunft bei Universum. Waldemar Kluch ließ keinen Zweifel daran, daß man als Team zu dem Kubaner stehe und gemeinsam mit ihm dieses Tal durchschreiten werde, bis er seine Karriere fortsetzen könne.


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Arthur Abraham leitet Rückkehr ins Mittelgewicht ein

Die Rückkehr Arthur Abrahams ins Mittelgewicht, in dem er zwischen 2006 und 2009 Weltmeister des Verbands IBF war und zehn erfolgreiche Titelverteidigungen absolvierte, nimmt Kontur an. Nach seinem Aufstieg ins Supermittelgewicht begann 2009 die Teilnahme am Super-Six-Turnier mit einem vielversprechenden K.o.-Sieg gegen den US-Amerikaner Jermain Taylor in Berlin. Es folgten jedoch drei Niederlagen gegen Andre Dirrell (durch Disqualifikation), Carl Froch und Andre Ward (jeweils nach Punkten), die die Karriere des Berliners heftigen Turbulenzen aussetzten. Mit 32 gewonnenen und den drei verlorenen Kämpfen im Gepäck will Abraham mit einem Auftritt im Dezember die schrittweise Annäherung an sein früheres Limit in Angriff nehmen.

Wie der Exweltmeister versicherte, bereue er die Turnierteilnahme nicht. Diese sei eine unschätzbare Erfahrung gewesen, da er auch mit Gefühlen Bekanntschaft machen mußte, die ihm bis dahin fremd gewesen seien. Der Dezemberkampf soll in Deutschland über die Bühne gehen und knapp unterhalb des Supermittelgewichts ausgetragen werden, worauf es schrittweise tiefer gehen wird. Eigenen Angaben zufolge arbeitet der Berliner seit Anfang September mit einem Ernährungsberater zusammen und bringt derzeit 80 kg auf die Waage. Nun benötige er noch einige Kämpfe, bevor er bereit sei, sich wieder einen Gürtel im Mittelgewicht zu sichern.

6. Oktober 2011



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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