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MELDUNG/612: Bernard Hopkins will erneut Geschichte schreiben (SB)



Erste Titelverteidigung des 46jährigen gegen Chad Dawson

Bei seiner ersten Titelverteidigung trifft der 46jährige Bernard Hopkins am 15. Oktober in Los Angeles auf den 18 Jahre jüngeren Chad Dawson. Der WBC-Weltmeister im Halbschwergewicht gilt nicht nur als Legende des Boxsports, sondern erlebt derzeit auch einen weiteren Höhenflug, der ihn zum ältesten Champion in der Geschichte des Profiboxens gemacht hat. Sein Gegner ist jedoch auch nicht von schlechten Eltern, galt er doch bis vor nicht allzu langer Zeit als weltbester Akteur seiner Gewichtsklasse. Während Hopkins 52 Kämpfe gewonnen, fünf verloren und zwei unentschieden beendet hat, stehen für seinen jungen Landsmann 30 Siege und eine Niederlage zu Buche.

Der Titelverteidiger rechnet damit, daß das bevorstehende Duell im Staples Center der "Kampf des Jahres" werden könnte. Er hoffe nur, auf den bestmöglichen Chad Dawson zu treffen, da dieser in letzter Zeit leider häufig abwesend gewesen sei. Wer wie sein Gegner den Zusatz "Bad" im Kampfnamen trage, müsse sich das erst verdienen. Er selbst nenne sich bekanntlich nicht grundlos "Executioner", so Hopkins, der früher sogar mit einer Henkersmaske einzumarschieren pflegte. Da er ein guter Tänzer sei, liebe er es nicht, wenn ihm sein Tanzpartner auf die Füße tritt. Das werde er nicht zulassen, zumal er hochmotiviert sei, als ältester Boxer für den "Kampf des Jahres" ausgezeichnet zu werden.

Promoter Oscar de la Hoya ist jedenfalls vom Sieg seines Boxers überzeugt und führt nicht zu Unrecht an, daß Hopkins noch längst nicht zum alten Eisen gehöre und mit jedem Kampf besser werde. Dies sei ein Boxer, der im Laufe seiner langen Karriere keinen Gegner gescheut, jeden Stil erlebt und alle Hürden überwunden habe. Während andere Boxer für gewöhnlich nur ein bis zwei Varianten in ihrem Repertoire hätten, verfüge Hopkins über einen Plan C, D und E. Er sei ein Chamäleon im Ring, was ihn für seine Gegner so gefährlich mache. Bernard Hopkins sei der beste Boxer, gegen den er in seiner aktiven Zeit gekämpft habe, so De la Hoya.


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Duell der ungeschlagenen Schwergewichtler Fury und Pajkic

Am 12. November tritt der aufstrebende britische Schwergewichtler Tyson Fury in Manchester gegen Neven Pajkic an. Beide sind in 16 Profikämpfen ungeschlagen, und während der Lokalmatador Britischer und Commonwealthmeister ist, reist sein Gegner als amtierenden kanadischer Champion an. Fury, der bei diesem Gastspiel in der EventCity erstmals als Profi in seiner Geburtsstadt antritt, hat mit Rich Power, dem Brasilianer Marcelo Luiz Nascimento und zuletzt seinem Landsmann Dereck Chisora bereits drei zuvor ungeschlagene Gegner besiegt. Wie sein Promoter Mick Hennessy hervorhebt, sei Tyson ein Boxer der alten Schule, der alles richtig machen wolle. Er selbst glaube fest daran, daß Tyson Fury binnen zwei Jahren an der Spitze des Schwergewichts stehen werde.

Unterdessen macht Pajkics Promoter Rick Smiciklas kräftig Stimmung für den Kampf, indem er eine besondere Feindseligkeit zwischen den Kontrahenten herbeiredet. Die beiden könnten einander nicht ausstehen, und er habe Neven nie zuvor so wütend über einen anderen Boxer gesehen. Von einer erbitterten Rivalität zu sprechen, wäre noch untertrieben. Nun biete sich die Gelegenheit, das böse Blut in den Ring zu tragen. Ein spektakuläres Duell sei daher garantiert, zumal beide ebenso charismatische wie eloquente Sportler seien.


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Tritt Alexander Powetkin in der finnischen Hauptstadt an?

Eigentlich sollte Alexander Powetkin seinen nächsten Kampf am 17. Dezember in Zürich bestreiten, doch legen russische Medienberichte nahe, daß der reguläre WBA-Weltmeister im Schwergewicht seinen Titel erstmals am 3. Dezember in Finnland im Rahmen einer Veranstaltung seines Promoters Sauerland Event verteidigt. Da auch der finnische Schwergewichtler Robert Helenius an diesem Abend in den Ring steigt, ist um so mehr mit einer hochkarätigen Präsentation zu rechnen.

Ungeklärt ist bislang, gegen wen der in 22 Profikämpfen ungeschlagene Powetkin antreten wird. Im Gespräch ist offenbar der US-Amerikaner Hasim Rahman, der die aktuelle WBA-Rangliste anführt. Er hat bislang 50 Kämpfe gewonnen, sieben verloren und zwei unentschieden beendet. Denkbar wäre aber auch Evander Holyfield, der noch immer von seinem klangvollen Namen zehrt, aber bislang nicht unter den Top 15 geführt wird. Letzteres wäre Voraussetzung für einen Titelkampf, wobei nicht auszuschließen ist, daß dem auf die eine oder andere Weise nachgeholfen wird.

14. Oktober 2011



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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