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MELDUNG/618: Trainer Emanuel Steward schmiedet bereits Pläne für 2012 (SB)



Nach Jean-Marc Mormeck soll Chris Arreola an die Reihe kommen

Emanuel Steward schmiedet bereits Pläne für das kommende Jahr. Obgleich für Wladimir Klitschko am 10. Dezember zunächst die Titelverteidigung gegen Jean-Marc Mormeck in Düsseldorf ansteht, denkt sein Trainer längst über die nächsten Schritte nach. Wie sich deutlich abzeichnet, war der Franzose nicht die erste Wahl. Sowohl Klitschko als auch Steward wären am liebsten im Dezember gegen Arreola angetreten, um nach dem Kampf gegen den Briten David Haye wieder Anschluß in den USA zu finden. Wie sich jedoch im Gespräch mit Trainer Henry Ramirez herausgestellt habe, will Chris Arreola nicht vor 2012 gegen den Ukrainer antreten. Also habe man Mormeck genommen, da sonst niemand gegen Klitschko kämpfen wollte.

Steward hält Arreola derzeit für den besten Herausforderer, um Wladimir Klitschko "aus seiner Komfortzone" herauszuholen und ihn unter Druck zu setzen. Da der Weltmeister seit Jahren nicht mehr verloren und zusammen mit seinem Bruder den Nimbus der Unbesiegbarkeit aufgebaut hat, weiß der renommierte Trainer nur zu gut um die Gefahr der Überheblichkeit und Sättigung. Arreola sei groß genug und schlage viel, so daß er Wladimir einige Schwierigkeiten bereiten und ihn zu Höchstleistungen anspornen könne.

Allerdings war der US-Amerikaner 2009 gegen Vitali Klitschko chancenlos und ging wie viele andere hochgehandelte Kandidaten vor ihm unter. Indessen macht Steward geltend, daß Wladimir mehr Mühe mit dem 30jährigen Kalifornier hätte. Vitali sei nicht nur etwas größer, sondern auch als Boxer ein anderer Typ. Zu dem Anliegen, seinen Schützling durch anspruchsvolle Gegner anzuspornen, gesellt sich sicher auch Stewards Interesse, frühzeitig für den Kampf im Frühjahr zu werben und Skeptikern, die sich an Vitalis souveränen Sieg gegen Arreola erinnern, den Wind aus den Segeln zu nehmen.


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Anthony Mundine nun Interimschampion im Halbmittelgewicht

Anthony Mundine war von 2003 bis 2004 und 2007 bis 2008 Weltmeister der WBA im Supermittelgewicht. In Europa wurde er vor allem durch seine Kämpfe gegen Sven Ottke und den Dänen Mikkel Kessler bekannt, denen er unterlag. Nun will sich der inzwischen 36 Jahre alte Australier den Titel in einer zweiten Gewichtsklasse sichern. Nach seinem Sieg gegen den Mexikaner Rigoberto Alvarez darf er sich Interimschampion der WBA nennen. Damit ist er Pflichtherausforderer des regulären WBA-Weltmeisters Austin Trout, der wiederum der Pflichtherausforderer von Superchampion Miguel Cotto ist.

Im australischen Newcastle dominiere Mundine frühzeitig dank seiner technischen Überlegenheit und mußte kein Risiko eingehen, um seinen Gegner auf Abstand zu halten. Er setzte vor allem seine Führhand ein und fügte dem Mexikaner in der vierten Runde eine Rißwunde zu, die diesen zusätzlich beeinträchtigte. Alvarez fehlten die boxerischen Mittel, um den Australier in ernsthafte Schwierigkeiten zu bringen, und obgleich er gegen Ende etwas besser zur Geltung kam und einige Runden gewann, war am Punktsieg Mundines nicht zu rütteln (114:113, 117:111, 117:111). Während der Australier seine Bilanz auf 43 Siege und vier Niederlagen verbesserte, stehen für Rigoberto Alvarez nun 27 gewonnene und vier verlorene Profikämpfe zu Buche.


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Danny Williams sagt Kampf gegen Alexander Ustinow ab

Der angekündigte Schwergewichtskampf zwischen dem in 24 Auftritten ungeschlagenen Russen Alexander Ustinow und dem britischen Veteranen Danny Williams geht am 22. Oktober in Minsk in veränderter Besetzung über die Bühne. Da der Brite auf Grund einer Viruserkrankung absagen mußte, sah sich K2 Promotions genötigt, kurzfristig einen angemessenen Ersatzgegner zu verpflichten. Mit Denis Bachtow, der 33 Kämpfe gewonnen und sechs verloren hat, dürfte dies zufriedenstellend gelungen sein. Für den 34 Jahre alten Ustinow, der in der Rangliste der WBA bereits an vierter Stelle geführt wird, geht es insbesondere darum, diese gute Position zu behaupten.

20. Oktober 2011



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