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MELDUNG/627: Hernan Marquez überrollt Luis Concepcion in der ersten Runde (SB)



Auch bei der Revanche unterstreicht Marquez seine Überlegenheit

Im April dieses Jahres hatte der Mexikaner Hernan Marquez in einem fulminanten Kampf des Fliegengewichts seinen Gegner Luis Concepcion aus Panama durch technischen K.o. besiegt. Damals waren die Kontrahenten so heftig aufeinander losgegangen, daß beide bereits in der ersten Runde am Boden lagen, was ihren Tatendrang jedoch nicht im mindesten dämpfte. Als sich Marquez nun in Verteidigung des WBA-Titels in diesem Limit zur Revanche stellte, ging man natürlich von einer erneuten Ringschlacht aus.

Mit dem Gong stürzte sich Luis Concepcion auf seinen Gegner und trieb ihn mit wilden Schlägen zurück. Marquez verlegte sich auf Konter und traf mit zwei rechten Haken zum Kopf, doch hielt der Panamese seinen Druck aufrecht und kam seinerseits mit einem ersten guten Treffer durch. Der Herausforderer feuerte weitere Serien ab, doch vernachlässigte er dabei seine Deckung derart, daß ihn Marquez mit einer Kombination traf und erstmals zu Boden schickte. Concepcion kam rasch wieder auf die Beine und suchte sofort den Schlagabtausch, obgleich er nun unsicher wirkte. Wenig später schlug eine weitere Rechte des Mexikaners bei ihm ein, worauf er sich erneut auf den Brettern wiederfand. Statt die letzten Sekunden in der Defensive zu überstehen und sich in die Pause zu retten, griff Concepcion nach dem Anzählen sofort wieder an, worauf ihn der Mexikaner mit einem Konter ein drittes Mal niederschlug.

Diesmal hatte Ringrichter Rafael Ramos genug gesehen und brach den Kampf sofort ab, um den Herausforderer vor weiterem Schaden zu bewahren. Damit hatte sich der 23 Jahre alte Hernan Marquez bereits in der ersten Runde durchgesetzt und seinen Titel zum zweiten Mal erfolgreich verteidigt.


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Thompson nun Pflichtherausforderer der IBF im Schwergewicht

Nach der Absage des Ausscheidungskampfs der IBF im Schwergewicht zwischen Tony Thompson und Eddie Chambers in Atlantic City hat der Verband Konsequenzen gezogen. Da Chambers auf Grund seiner Verletzung auch den als Ausweichtermin ins Auge gefaßten 17. Dezember nicht einhalten kann, wurde Thompson zum neuen Pflichtherausforderer erklärt. Diese Position räumt ihm das Vorrecht ein, gegen den Sieger des Kampfs zwischen Wladimir Klitschko und Jean-Marc Mormeck anzutreten, die am 10. Dezember in Düsseldorf aufeinandertreffen.

Auf dem Papier sieht Tony Thompson mit einer Bilanz von 36 Siegen und zwei Niederlagen gar nicht schlecht aus. Sollte sich Klitschko wie erwartet durchsetzen, bekäme der US-Amerikaner die Gelegenheit, sich für seine Niederlage vom Sommer 2008 zu revanchieren. Wenngleich diese Aussicht das Boxpublikum nicht gerade in Begeisterung versetzen würde, versucht der US-Amerikaner natürlich, sich zum gefährlichen Herausforderer hochzureden. Obwohl er damals verletzt gewesen sei, habe er dem Ukrainer einige Probleme bereitet. Nun müsse Klitschko beweisen, daß er auch einen Gegner mit zwei gesunden Beinen schlagen kann.

Bei ihrem damaligen Aufeinandertreffen konnte Thompson zunächst gut mithalten, doch zermürbte ihn der Weltmeister mit fortschreitender Dauer. In der elften Runde streckte Klitschko den Herausforderer schließlich mit einer rechten Geraden nieder und beendete damit den ungleich gewordenen Kampf. Wie Thompson geltend macht, habe er sich seither wieder hochgearbeitet und könne Wladimir Klitschko besiegen, sofern es ihm gelinge, das zu bringen, wozu er in der Lage sei. Das klingt nicht sonderlich überzeugend und dürfte in etwa den geringen Chancen entsprechen, die man dem US-Amerikaner in diesem Duell einräumen würde.


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Alexander Powetkin schießt gegen Tyson Fury zurück

Seit dem Rücktritt David Hayes gilt Tyson Fury als führender britischer Schwergewichtsboxer, obgleich er erst 16 Profikämpfe erfolgreich bestritten hat. Der nationale Champion und Commonwealth-Meister zeichnete sich bislang durch Besonnenheit aus und kündigte einen schrittweisen Aufstieg ohne waghalsige Sprünge an. Da er jedoch als Herausforderer eines Weltmeisters mit einem unverbrauchten Namen aufwarten könnte, zerren diverse Kräfte an ihm, die ihn voreilig zum Titelaspiranten überhöhen. Jüngst dachte Fury laut über einen Kampf um die Weltmeisterschaft nach, bei dem er sich 2012 mit dem Sieger des Duells zwischen Alexander Powetkin und Cedric Boswell messen wolle.

Der bei Sauerland Event unter Vertrag stehende und von Teddy Atlas trainierte Powetkin tritt am 3. Dezember in Helsinki als Favorit gegen den US-Amerikaner an und wird den Titel des regulären Weltmeisters der WBA aller Voraussicht nach erfolgreich verteidigen. Wie der Russe in Reaktion auf die Äußerung des Briten erwiderte, sei er bereit, seinen Gürtel gegen jeden Herausforderer zu verteidigen. Er müsse jedoch sagen, daß er vor jemandem, dessen größte Leistung es gewesen sei, ein Youtube-Video zu produzieren, in dem er sich selbst ins Gesicht schlägt, keine sonderliche Angst habe.

Powetkins Promoter Kalle Sauerland merkt dazu an, daß man den Kampf gegen Fury gern in die Wege leiten würde. Man habe dem Management des Briten den Termin im Dezember angeboten, doch schien die Gegenseite keine Lust darauf zu haben. Vielleicht könne man ja über ein Datum im Frühling diskutieren. Zuvor müsse sich Alexander jedoch um seinen schwierigen Herausforderer Boswell kümmern.

31. Oktober 2011



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