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MELDUNG/637: Sieger des Super-Six-Finales heißbegehrt (SB)



Promoter Kalle Sauerland kündigt lukrative Offerte an

Dem Sieger des Super-Six-Finales, bei dem am 17. Dezember in Atlantic City der britische WBC-Weltmeister Carl Froch und WBA-Superchampion Andre Ward aus den USA aufeinandertreffen, stehen längst hochkarätige Gegner für den nächstfolgenden Auftritt und entsprechend lukrative Börsen in Aussicht. Beim Streit um die Frage, wer gegenwärtig der beste Supermittelgewichtler der Welt sei, haben IBF-Weltmeister Lucian Bute aus Kanada und WBC-Champion-Emeritus Mikkel Kessler aus Dänemark die besten Aussichten, mit dem Turniersieger in den Ring zu steigen.

Promoter Kalle Sauerland will nichts dem Zufall überlassen und kündigt eine überzeugende Offerte für ein Duell mit Mikkel Kessler in Dänemark an. Man werde den Gewinner des Finales jagen und ihm das größte Angebot machen, das es jemals im Supermittelgewicht gegeben hat. Zuvor muß es Kessler jedoch noch mit WBO-Weltmeister Robert Stieglitz aufnehmen, der beim Magdeburger Boxstall SES unter Vertrag steht. Dieser Kampf sollte ursprünglich am 5. November in Kopenhagen über die Bühne gehen, doch hatte sich der Däne während der Vorbereitung einen Finger gebrochen. Nun könnte das Duell Anfang nächsten Jahres nachgeholt werden. Einen Sieg über Stieglitz vorausgesetzt stünden bei einem Kampf zwischen Kessler und dem Turniersieger die Titel der Verbände WBA, WBC und WBO auf dem Spiel. Sauerland würde diesen Höhepunkt am liebsten im Kopenhagener Parken-Stadion veranstalten, das seines Erachtens ohne weitere Werbekosten bis auf den letzten Platz gefüllt wäre.


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Manny Pacquiaos Trainer hält schnellen Sieg für möglich

Am 12. November treffen Manny Pacquiao und Juan Manuel Marquez in Las Vegas zum dritten Mal aufeinander. Einmal trennten sich die beiden unentschieden, beim zweiten Duell setzte sich der Philippiner nach Punkten durch, wobei sich Marquez in beiden Fällen durch die Wertung benachteiligt fühlte. Diesmal steigt Pacquiao, der im Laufe seiner Karriere Weltmeister in acht Gewichtsklassen geworden ist und seit mehreren Jahren als bester Boxer aller Limits gilt, als klarer Favorit in den Ring. Während der amtierende WBO-Champion im Weltergewicht eine Bilanz von 53 Siegen, drei Niederlagen und zwei Unentschieden vorzuweisen hat, tritt sein mexikanischer Gegner mit 53 gewonnenen und fünf verlorenen Kämpfen sowie dem besagten Unentschieden aus dem ersten Duell mit Pacquiao an.

Im Gegensatz zu den beiden vorangegangenen Kämpfen mit Marquez hält Pacquiaos Trainer Freddie Roach diesmal ein frühes Ende für möglich. Sollte der Mexikaner wie in der Vergangenheit den Schlagabtausch suchen, werde er umgehend am Boden landen, riskierte Roach eine kühne Prognose. Nachdem der erste Kampf im Federgewicht und der zweite im Superfedergewicht ausgetragen worden war, kämpfen die beiden nun drei Pfund unter dem Weltergewicht. Roach ist der Auffassung, daß das zusätzliche Gewicht dem Mexikaner zum Nachteil gereichen wird. Seines Erachtens gibt es nur eine Erklärung, wie Marquez in so kurzer Zeit derart viel Muskelmasse zulegen konnte. Er halte das für einen Fehler, der die Chancen Manny Pacquiaos erhöhe.


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Chris Arreola sammelt Erfolge gegen zweitklassige Gegner

Der US-amerikanische Schwergewichtler Chris Arreola hat seit seiner knappen Niederlage gegen den Polen Tomasz Adamek inzwischen sechs Kämpfe gewonnen. Da er die Rangliste des Verbands WBC anführt und bei der IBF an Nummer drei geführt wird, ist ihm ein Kampf um die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr so gut wie sicher. Andererseits muß man die Wahl seiner letzten Gegner mit einem großen Fragezeichen versehen, da Ahunanya, Releford und zuletzt Raphael Butler allzu leichter Opfer für ihn waren.

Arreola, der nunmehr 34 Kämpfe gewonnen und zwei verloren hat (gegen Vitali Klitschko und Tomasz Adamek), traf am letzten Wochenende im mexikanischen Guanajuato auf Raphael Butler. Schon die Bilanz des 27jährigen US-Amerikaners von 35 gewonnenen und zwölf verlorenen Kämpfen läßt auf seine begrenzten boxerischen Qualitäten schließen. Allerdings machte das Gerücht die Runde, er habe 2005 Vitali Klitschko im Sparring niedergeschlagen, wofür aber möglicherweise eine Verletzung des Ukrainers die maßgebliche Ursache war. Arreolas Promoter Goossen Tutor ist die Wahl dieses vergleichsweise schwachen Kontrahenten insofern nicht anzulasten, als dieser kurzfristig für seinen stärker eingeschätzten Namensvetter Alonzo Butler eingesprungen war.

Raphael Butler landete bereits in der ersten Runde zweimal auf dem Boden, rettete sich im Infight über den zweiten Durchgang und fand sich in der folgenden Runde erneut auf den Brettern wieder. Er kam zwar noch einmal auf die Beine, doch der Ringrichter brach den ungleichen Kampf daraufhin ab, was zum Schutz der Gesundheit Butlers eine angemessene Entscheidung war. Chris Arreola präsentierte sich in guter Verfassung, wurde aber von diesem Gegner auch nicht ernsthaft angefordert.

11. November 2011



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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