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MELDUNG/649: Erstmals seit zwei Jahren boxt Golowkin wieder in Deutschland (SB)



WBA-Champion im Mittelgewicht in Düsseldorf gegen Lajuan Simon

Am 10. Dezember tritt Gennadi Golowkin erstmals seit zwei Jahren wieder in Deutschland an. Der in 21 Profikämpfen ungeschlagene Weltmeister der WBA im Mittelgewicht, dessen Vertrag mit der Hamburger Universum Box-Promotion vor wenigen Tagen ausgelaufen ist, verteidigt seinen Titel gegen Lajuan Simon. Für den US-Amerikaner stehen 23 Siege, drei Niederlagen und zwei Unentschieden zu Buche. Ausgetragen wird die dritte Titelverteidigung des Kasachen im Vorprogramm der Schwergewichtsweltmeisterschaft zwischen Wladimir Klitschko und dem Franzosen Jean-Marc Mormeck in der Düsseldorfer Esprit-Arena.

Nach Angaben Manager Oleg Hermanns sei als möglicher Gegner auch Hassan N'Dam N'Jikam, der den WBA-Interimstitel besitzt, im Gespräch gewesen, doch habe der Franzose abgelehnt. Auch mit Giovanni Lorenzo aus der Dominikanischen Republik habe man gesprochen, sich aber schließlich für Lajuan Simon entschieden, der dem deutschen Publikum aus seinen Kämpfen gegen Arthur Abraham und Sebastian Sylvester bekannt ist. Der US-Amerikaner sei physisch robust, technisch versiert und habe noch nie durch Knockout verloren.

Auf die Frage, ob nicht James Kirkland ein attraktiver Gegner für Golowkin wäre, erwiderte dessen Manager, man arbeite daran, im kommenden Jahr einen Kampf in New York auszutragen. Dort wäre Kirkland eine Option, der fraglos ein ausgezeichneter Boxer sei. Zuvor strebe man jedoch Anfang 2012 ein Duell mit Felix Sturm an, den die WBA als Superchampion führt. Da dessen Frist für eine Pflichtverteidigung gegen Golowkin im Dezember abläuft, hat Oleg Hermann beim Verband den Antrag gestellt, Sturm zu einer Zusage zu veranlassen. Nach den Regeln der WBA habe Felix Sturm keine andere Wahl, als sich Gennadi Golowkin endlich zu stellen. Irgendwann müsse auch der Leverkusener seinen Verpflichtungen nachkommen und könne nicht ewig weglaufen.

Felix Sturm verteidigt am 2. Dezember den Titel des WBA-Superchampions im Mittelgewicht in der Mannheimer SAP Arena gegen Martin Murray. Der 32 Jahre alte Weltmeister hat es in 39 Profikämpfen auf 36 Siege, zwei Niederlagen und ein Unentschieden gebracht. Er stand im Juni schon einmal mit einem britischen Herausforderer im Ring, als er Matthew Macklin knapp und umstritten nach Punkten besiegte. Sein kommender Gegner ist 28 Jahre alt, stammt aus St. Helens und ist in 23 Kämpfen ungeschlagen. Er steht bei seinem prominenten Landsmann Ricky Hatton unter Vertrag, der früher selbst ein erfolgreicher Boxer war.


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Sergio Martinez im März gegen Matthew Macklin?

Matthew Macklin, der den deutschen Zuschauern seit seinem beherzten Kampf gegen Felix Sturm in guter Erinnerung ist, steht offenbar ein weiterer Titelkampf in Aussicht. Der Argentinier Sergio Martinez will seinen nächsten Auftritt am 17. März in den USA bestreiten und hat nach Angaben seines Beraters Sampson Lewkowicz den Iren als Herausforderer ins Auge gefaßt. Martinez, der 48 Kämpfe gewonnen, zwei verloren und zwei unentschieden beendet hat, ist Diamond-Champion des WBC und trägt den Gürtel des Ring-Magazines. Er gilt gegenwärtig als weltbester Boxer im Mittelgewicht. Für Matthew Macklin stehen bislang 28 Siege und drei Niederlagen zu Buche.

Felix Sturm hatte nach seinem umstrittenen Punktsieg gegen Macklin eine Revanche in Aussicht gestellt, um den Vorwurf aus der Welt zu schaffen, er sei als Titelverteidiger und Lokalmatador vom Kampfgericht bevorteilt worden. Der Ire lehnte jedoch einen erneuten Auftritt in Deutschland ab und setzte statt dessen auf Martinez, wofür er konkrete Anhaltspunkte gehabt haben dürfte. Beide Boxer stehen bei Promoter Lou DiBella unter Vertrag, der die Option eines internen Duells zu favorisieren scheint.


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David Haye glaubt an David Price

Fällt der Name David Haye, denkt man zwangsläufig an einen möglichen Kampf gegen Vitali Klitschko. Wenngleich der Brite seine Karriere wie angekündigt beendet hat, ließ er doch die Hintertür dieses Duells offen, das ihn aus dem sportlichen Ruhestand locken könnte. Klitschkos Manager Bernd Bönte, der diese Option frühzeitig ins Gespräch gebracht hatte, bestätigte dieser Tage gegenüber britischen Medien, daß er entsprechende Verhandlungen über den Kampf führe, der im März in Deutschland über die Bühne gehen könnte.

Ansonsten hält sich Haye regelmäßig mit kurzen Kommentaren und Äußerungen zu aktuellen Entwicklungen im Gespräch. So vertrat er jüngst die Auffassung, daß seines Erachtens David Price derjenige britische Schwergewichtler ist, der den Klitschkos künftig gefährlich werden könnte. Der in elf Profikämpfen ungeschlagene Schwergewichtler trifft am 21. Januar in einem Ausscheidungskampf auf John McDermott, dessen Sieger den Britischen und Commonwealth-Champion Tyson Fury herausfordern darf.

Zwar gilt der in 17 Kämpfen unbesiegte Tyson Fury derzeit als führender britischer Akteur im Schwergewicht, doch sieht Haye in einem möglichen Duell der beiden Riesen Fury (2,06 m) und Price (2,03 m) letzteren vorn. Ein Sieg über McDermott werde ihm die Möglichkeit eröffnen zu beweisen, daß er der beste Verfolger ist, der die Klitschkos aufhalten kann. In zwei Jahren werde Price Europameister sein, so Haye. Auf die Goldwaage legen sollte man seine Einschätzung sicher nicht, da David Price noch einen sehr weiten Weg zurückzulegen hat, um auch nur in die Nähe Wladimir Klitschkos zu kommen. Daß dessen älterer Bruder Vitali in zwei oder gar drei Jahren noch im Ring steht, ist ohnehin nicht anzunehmen.

24. November 2011



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