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MELDUNG/651: Wladimir Klitschko sieht David Haye chancenlos gegen Vitali (SB)



Weltmeister rechnet mit einer Rückkehr des Briten

Wenngleich umlaufende Gerüchte, WBC-Weltmeister Vitali Klitschko werde seinen Titel im März gegen David Haye verteidigen, keineswegs bestätigt wurden, trifft doch allem Anschein nach zu, daß diesbezügliche Gespräche geführt werden. Dies hat jedenfalls der Manager der Klitschkos, Bernd Bönte, mitgeteilt, der es am besten wissen muß. Allzuviel Bedenkzeit bleibt dem Briten aber nicht, da Vitalis nächster Gegner nach Wladimirs Kampf gegen den Franzosen Jean-Marc Mormeck am 10. Dezember bekanntgegeben werden soll. Wie Bönte unterstrich, würde es diesmal jedoch zu keiner Teilung aller Einkünfte in gleiche Hälften kommen.

Wladimir Klitschko hatte David Haye am 2. Juli vor rund 45.000 Zuschauern in der Hamburger Imtech Arena in einem hochklassigen Kampf über zwölf Runden einstimmig nach Punkten besiegt. Die fast drei Jahre lang durch Provokationen und Wortgefechte aufgeheizte Fehde fand ihre finale Entsprechung durch überzeugende sportliche Leistungen im Ring. Klitschko erfüllte damit den langgehegten Traum des ukrainischen Brüderpaars, alle vier maßgeblichen Gürtel in Familienbesitz zu bringen. Wenngleich Haye den Titel der WBA verlor und die Vorherrschaft der Klitschkos nicht brechen konnte, verdiente sein in kämpferischer, taktischer und konditioneller Hinsicht erstklassiger Auftritt doch Respekt.

Die vielfach erwartete wilde Schlacht blieb aus, da beide eine gewisse Vorsicht an den Tag legten, um keinesfalls einen schweren Wirkungstreffer einzufangen. Obgleich das temporeiche Duell durchweg spannend verlief und es des öfteren zum Schlagabtausch kam, stand doch die taktische Marschroute im Vordergrund, die beide Boxer hochkonzentriert durchtrugen und einander damit in letzter Konsequenz soweit neutralisierten, daß kein entscheidender Treffer gelang.

Wladimir Klitschko, der sich derzeit wie üblich im österreichischen Going auf seine Titelverteidigung vorbereitet, räumt David Haye im Kampf gegen seinen älteren Bruder Vitali keine Chance ein. Er habe den Briten zwölf Runden lang als Feigling erlebt, der nichts für den Kampf tun wollte. Sein großes Versäumnis sei es gewesen, die eigene Überlegenheit nicht in einen Niederschlag umzumünzen. Vitali habe hingegen keinen Zweifel daran gelassen, daß ihm das gelingen würde, und da er härter schlage, käme David Haye kaum um eine vorzeitige Niederlage herum.

Grundsätzlich gehe er davon aus, daß Hayes Ego und Mut nicht unter der Niederlage gelitten haben. Schon um seine angeschlagene Reputation wiederherzustellen, ziehe es den Briten in den Ring zurück. Zweifellos könne er viele andere Gegner im Schwergewicht besiegen, doch gelte das nicht für seinen Bruder. Nun liege es einzig und allein an Haye, ob der Kampf gegen Vitali zustande kommt.


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Edmund Gerber bekommt es mit Michael Sprott zu tun

Die "Nacht der Schwergewichte" am 3. Dezember in Helsinki präsentiert drei attraktive Kämpfe der Königsklasse. Alexander Powetkin verteidigt erstmals den regulären Titel der WBA gegen Cedric Boswell aus den USA. Der Finne Robert Helenius kämpft gegen den Briten Dereck Chisora um die vakante Europameisterschaft. Zudem schickt Promoter Sauerland den 23 Jahre alten Edmund Gerber in den Ring, der mit Michael Sprott den bislang gefährlichsten Gegner seiner jungen Karriere vor die Fäuste bekommt.

Gerber, der in 17 Profikämpfen ungeschlagen ist, wird in der unabhängigen Computerrangliste derzeit als zweitbester deutscher Schwergewichtler hinter Alexander Dimitrenko geführt. Der Hamburger aus dem Universum-Boxstall hatte im September beträchtliche Mühe mit Sprott, der 36 Kämpfe gewonnen und 17 verloren hat. Wie Edmund Gerber berichtet, habe er sich diesen Kampf sehr genau angesehen. Der Brite habe schon mit diversen namhaften Kontrahenten im Ring gestanden und gegen den in den Ranglisten weit vorn plazierten Dimitrenko eine gute Figur gemacht. Ihn zu besiegen werde daher nicht einfach sein.

Der junge Schwergewichtler aus Schwerin hatte im Oktober den weithin unbekannten Yohan Banks besiegt und danach prominentere Gegner eingefordert. Michael Sprott, der unter anderem Danny Williams, Matt Skelton und Timo Hoffmann besiegt hat, ist zweifellos ein sehr erfahrener Veteran, der Gerber auf die Probe stellen wird. Trainer Karsten Röwer plant, den Briten kräftig unter Druck zu setzen und ihm keine Gelegenheit zur Entfaltung zu geben.

26. November 2011



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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