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MELDUNG/652: Mit 21 Jahren hat Saul Alvarez fast alles erreicht (SB)



Kermit Cintron kann dem Mexikaner nicht das Wasser reichen

Der Mexikaner Saul Alvarez hat den WBC-Titel im Halbmittelgewicht durch einen Sieg gegen Kermit Cintron erfolgreich verteidigt. Bei seiner dritten Titelverteidigung hatte der erst 21 Jahre alte Champion relativ leichtes Spiel und setzte sich mit einem technischen K.o. in der fünften Runde durch. Während der ungeschlagene Weltmeister damit bereits 39 Kämpfe gewonnen und einen unentschieden beendet hat, stehen für den unterlegenen Herausforderer aus Puerto Rico nun 33 Siege, fünf Niederlagen sowie ein Unentschieden zu Buche.

Kermit Cintron setzte in der Anfangsphase darauf, den Titelverteidiger mit seiner linken Führhand unter Kontrolle zu bringen. Alvarez ließ sich das zunächst gefallen, hielt seine Abwehr kompakt und suchte nach Lücken in der Deckung des Gegners. In der dritten Runde hatte der Champion offenbar genug gesehen, denn er ergriff nun energisch die Initiative und verpaßte dem Herausforderer mehrere schwere Treffer. Dieses Bild setzte sich im folgenden Durchgang fort, bis Cintron nach zwei gefährlichen Rechten des Mexikaners sichtlich angeschlagen war und sich anzählen ließ, um Zeit zu gewinnen.

Als der Kampf wieder freigegeben wurde, mußte der Puertoricaner weitere Treffer einstecken und ging gegen Ende der Runde in den Seilen hängend beinahe stehend K.o., so daß ihn nur noch der Pausengong rettete. Cintron wirkte dennoch etwas erholt, als er zu Beginn des fünften Durchgangs einige gute Schläge ins Ziel brachte. Alvarez schien zunächst überrascht, daß sein Gegner zu dieser Offensive imstande war, erkannte aber bald, daß es sich dabei lediglich um ein Strohfeuer handelte. Gegen Ende der Runde setzte er Cintron mit einer gelungenen Kombination so heftig zu, daß der Puertoricaner erneut schwer angeschlagen wirkte und niederzusinken drohte. Diesmal griff Ringrichter Hector Afu ein und nahm den Herausforderer zu seinem Schutz aus dem Kampf, bevor er weiteren Schaden nehmen konnte.

Berücksichtigt man, wie jung Saul Alvarez noch ist, mutet seine Erfolgsbilanz von 29 vorzeitigen Siegen in 40 Profikämpfen ohne Niederlage um so bemerkenswerter an. Kermit Cintron konnte ihm trotz seiner kaum minder großen Erfahrung nicht das Wasser reichen und mußte die Segel streichen, als der Mexikaner Ernst zu machen begann. Zweifellos wäre nun ein Duell mit seinem Landsmann Julio Cesar Chavez jun., der Weltmeister im Mittelgewicht ist, ein Renner in Mexiko. Alvarez will jedoch höher hinaus und fordert einen Kampf gegen Floyd Mayweather jun. im Mai nächsten Jahres. Wie er im Interview mit dem Sender HBO versicherte, gehe es ihm dabei nicht ums Geld. Er wolle gegen den Allerbesten kämpfen, und das sei nun einmal Mayweather.

Daß Saul Alvarez bei dieser Kalkulation Manny Pacquiao absichtlich vergißt, hat seinen Grund. Der Philippiner gilt nach allgemeiner Einschätzung als bester Boxer aller Gewichtsklassen, doch hat Floyd Mayweather für den 5. Mai 2012 das MGM Grand in Las Vegas gebucht. Im Lager Pacquiaos nimmt man die Ankündigung des US-Stars, er wolle nun doch gegen den Philippiner kämpfen, solange nicht ernst, wie kein diesbezügliches Gesprächsangebot eingetroffen ist. Alvarez wittert daher die nicht unrealistische Chance, anstelle Pacquiaos mit Mayweather in den Ring zu steigen und bringt sich dafür schon weit im Vorfeld ins Gespräch.


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Selcuk Aydin gewinnt Revanche gegen Ionut Dan Ion

In der türkischen Stadt Trabzon an der Schwarzmeerküste hat Selcuk Aydin die Revanche gegen den Rumänen Ionut Dan Ion einstimmig nach Punkten gewonnen (113:112, 113:112, 115:111). Wenngleich der Vorsprung des WBC-Silberchampions im Weltergewicht auch diesmal nicht allzu groß war, fiel das Ergebnis doch eindeutiger als der noch knappere und umstrittene Ausgang ihres ersten Duells in Istanbul aus. Während Aydin damit in 23 Profikämpfen ungeschlagen bleibt, hat der Rumäne nun neben 29 Siegen zwei Niederlagen auf dem sportlichen Konto.

Der Herausforderer ging frühzeitig in die Offensive und suchte in der Halbdistanz den offenen Schlagabtausch, was sich bald als verhängnisvoll erweisen sollte. Schon Mitte der ersten Runde traf ihn der an Schlagwirkung überlegene Aydin mit einem wilden Schwinger, der den in Kanada lebenden Rumänen auf die Bretter schickte. Zwar überstand Ionut Dan Ion diese kritische Situation, doch war das ein erster Warnschuß, der ihn zudem einen Punkt kostete.

Von seinen Landsleuten euphorisch angefeuert versuchte der Türke in der Folge, mit einem weiteren Volltreffer die Entscheidung zu erzwingen, doch war sein Gegner nun auf der Hut und blieb der bei weitem aktivere Boxer. Im fünften Durchgang setzte Aydin mit einer starken Rechten ein Zeichen, als er Dan eine Rißwunde über dem linken Auge zufügte. Da der Champion jedoch weiterhin zu wenig unternahm, ging die sechste Runde wieder klar an den Rumänen. Den folgenden Durchgang sicherte sich Aydin dank eines Schlußspurts, die achte Runde verlief ausgeglichen.

Im vorletzten Durchgang hatte der Lokalmatador zunächst Probleme nach mehreren Treffern seines Gegners, doch revanchierte er sich postwendend mit einer wuchtigen Rechten, die Dan ein zweites Mal auf die Bretter schickte. In der zwölften Runde bekam Aydin als Quittung für diverse Unsauberkeiten in den vorhergegangenen Runden nach einer erneuten Regelwidrigkeit einen Punktabzug, wobei der Ringrichter ohnehin viel Mühe hatte, den von beiden Boxern schlampig geführten Kampf unter Kontrolle zu halten. Letzten Endes waren es die beiden Niederschläge, die Selcuk Aydin den knappen Vorsprung auf den Zetteln der Punktrichter sicherten.

28. November 2011



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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