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MELDUNG/653: Auch Robert Guerrero empfiehlt sich Floyd Mayweather (SB)



Wettrennen um den Kampf gegen den US-Star im Mai 2012

Floyd Mayweather hat für den 5. Mai 2012 das MGM Grand in Las Vegas gebucht und damit ein Wettrennen unter seinen möglichen Gegnern in Gang gesetzt. Als Signal an Manny Pacquiao inszeniert, das seit Jahren diskutierte, aber nie realisierte Duell um den Status des weltbesten Boxers aller Gewichtsklassen am Ende doch noch auszutragen, zweifelt man im Lager des Philippiners an der Ernsthaftigkeit dieser Offerte. Wenngleich in der längst zum Machtkampf hochgeschaukelten Kontroverse die Meinungen naturgemäß geteilt sind, wer bei wem auf welche Weise anzuklopfen habe, war es in der Vergangenheit doch vor allem Mayweather, der dem Zustandekommen des Kampfs Steine in den Weg gelegt hat. Inzwischen hält Pacquiaos Promoter Bob Arum andere Optionen wie insbesondere ein viertes Duell mit Juan Manuel Marquez vor. Gegen Mayweather, so der Chef von Top Rank, könne man auch in einem Jahr noch antreten.

Die Gunst der Stunde nutzen und im Mai an Stelle Pacquiaos gegen Floyd Mayweather antreten möchte der Mexikaner Saul Alvarez. Er hat soeben den WBC-Titel im Halbmittelgewicht erfolgreich gegen Kermit Cintron verteidigt, der sich durch technischen K.o. in der fünften Runde geschlagen geben mußte. Mit diesem souveränen Erfolg verbesserte der erst 21 Jahre alte Champion seine beeindruckende Bilanz auf 39 Siege und ein Unentschieden. Im anschließenden Interview empfahl er sich für ein Duell mit dem US-Star, da er sich mit dem besten Boxer messen wolle.

Ins Gespräch gebracht hat sich aber auch mit Robert Guerrero der ehemalige Weltmeister im Feder- und Superfedergewicht. Er hat 29 Kämpfe gewonnen sowie je einen verloren und unentschieden beendet. Wie Guerrero für sich geltend macht, befinde er sich auf dem Höhepunkt seines Könnens. Gegen einen Defensivkünstler wie Mayweather müsse man mit einer überragenden Kondition wie auch einer hohen Schlagfrequenz aufwarten. Er selbst habe im Kampf gegen Malcolm Klassen mit fast 1300 Schlägen den Rekord für einen Titelkampf aufgestellt. "Großartige Defensivkämpfer wie Mayweather können vielleicht zwei oder drei Schlägen ausweichen. Kann er aber auch vier oder fünf ausweichen?", stellt Guerrero sein Licht nicht unter den Scheffel.

Von seinen Konkurrenten hält Guerrero nicht allzu viel. Saul Alvarez sei noch nicht soweit. Zudem sollte man einen 21jährigen nicht gegen den besten Boxer aller Gewichtsklassen in den Ring stellen. Man erinnere sich nur an den Kampf zwischen Vargas und Trinidad, der Vargas' Karriere für immer zum Schlechteren verändert habe. Einmal in Fahrt gekommen zählt Guerrero weiter auf, wer sonst noch an Mayweather scheitern würde. Ein Boxer wie Erik Morales hätte selbst in seiner besten Zeit keine Chance gegen ihn gehabt, da er dafür nicht den richtigen Stil boxe. Zahir Raheem sei ein schlechter Abklatsch Mayweathers, und das Ergebnis dieses Kampfes dürfte bekannt sein.

Auch dem Briten Amir Khan, der demnächst ins Weltergewicht aufsteigen will, traut Guerrero gegen Mayweather nichts zu. Khan habe gegen den Argentinier Marcos Maidana schlechte Nehmerqualitäten an den Tag gelegt und wäre bei einem anderen Ringrichter wohl aus dem Kampf genommen worden. Allem Anschein nach wollte Trainer Freddie Roach bereits das Handtuch werfen. Sollte der Brite aber dennoch einen Kampf gegen Mayweather wünschen, solle er ihn annehmen und nicht vorhalten, daß er zur Vorbereitung noch zwei bis drei andere brauche. Nachdem Robert Guerrero auf diese Weise alle Rivalen schlechtgeredet hat, drängt sich Floyd Mayweather seines Erachtens die einzig verbliebene Option geradezu auf.


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Marco Huck strebt Vereinigungskampf mit Guillermo Jones an

Marco Huck plant offenbar, sich im nächsten Schritt mit Guillermo Jones zu messen. Da der Berliner Weltmeister der WBO im Cruisergewicht ist und der Champion aus Panama den Gürtel der WBA in seinem Besitz hat, würde es sich um einen Vereinigungskampf handeln, dessen Sieger beide Trophäen mit nach Hause nehmen darf. Für Huck stehen 34 Siege und eine Niederlage zu Buche, Jones hat 38 Auftritte gewonnen, drei verloren und zweimal unentschieden geboxt.

Dem Vernehmen nach sind Promoter Sauerland und Don King bereits im Gespräch über die Konditionen dieses Duell. Guillermo Jones will eigenen Angaben zufolge in Kürze nach Miami reisen, um sich bei King über die Fortschritte in den Verhandlungen zu informieren. Er hoffe jedenfalls, bei dieser Gelegenheit gute Neuigkeiten in Erfahrung zu bringen. Da sich der 39jährige bei seiner letzten Titelverteidigung gegen Michael Marrone einen Finger ausgekugelt hat, muß er vorerst noch eine Schiene tragen. Diese Verletzung sollte indessen einem Kampf Anfang nächsten Jahres nicht im Wege stehen, sofern sich die Promoter einig werden.

Sollte das Duell tatsächlich zustande kommen und mit einem Sieg Marco Hucks enden, stünde in der Folge eine Revanche gegen Denis Lebedew an. Der Russe hatte knapp und umstritten gegen den WBO-Champion verloren, der seither keine Neigung an den Tag gelegt hat, erneut mit diesem gefährlichen Gegner in den Ring zu steigen. Da Lebedew jedoch inzwischen Interimsweltmeister der WBA ist, müßte sich Huck dieser Herausforderung stellen.

29. November 2011



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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