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MELDUNG/656: An möglichen Herausforderern fehlt es Powetkin nicht (SB)



Hasim Rahman, Tyson Fury oder vielleicht sogar Marco Huck?

Der Weltverband WBA führt Wladimir Klitschko als Superchampion und an zweiter Stelle seines Klassements Alexander Powetkin als regulären Weltmeister. Nachdem sich der ungeschlagene Russe gegen den überraschend starken US-Amerikaner Cedric Boswell durchgesetzt und seine Profibilanz auf 23 Siege verbessert hat, herrscht kein Mangel an potentiellen Herausforderern, die mit ihm in den Ring steigen wollen. Auf den 32 Jahre alten Champion, der bei Sauerland Event unter Vertrag steht, wartet die Pflichtverteidigung gegen den Ranglistenersten Hasim Rahman aus den USA, für den 50 Siege, sieben Niederlagen sowie zwei Unentschieden zu Buche stehen.

Im Gespräch ist aber auch ein Kampf gegen den Britischen und Commonwealth-Meister Tyson Fury, für den sich Powetkin offenbar erwärmen kann. Das wäre die richtige Vorbereitung auf einen Kampf gegen Klitschko, meint der Russe, der den in 17 Kämpfen unbesiegten Riesen als eine anspruchsvolle, aber handhabbare Aufgabe einzuschätzen scheint. Fury hat kürzlich seinen Landsmann Dereck Chisora mit Mühe besiegt und damit seine Stellung als führender britischer Schwergewichtler untermauert, wenn man einmal von David Haye absieht, der seine Karriere zwar offiziell für beendet erklärt hat, jedoch für einen Kampf gegen Vitali Klitschko ins Seilgeviert zurückkehren würde.

Inzwischen hat sich auch Powetkins Trainer Teddy Atlas für diese Option ausgesprochen, sofern die WBA dem Kampf vor der anstehenden Pflichtverteidigung gegen Rahman genehmigt. Er halte das für möglich und hoffe, die Zeit mit interessanteren Kämpfen als jenem gegen den US-Amerikaner verbringen zu können. Tyson Fury sei von imposanter Statur und komme aus England, wo Boxen sehr populär sei. Diese Perspektive halte er für wesentlich attraktiver als ein Duell mit Hasim Rahman, erklärte Atlas. Er lasse seinen Promoter entscheiden, hielt Powetkin alle Türen offen. Ihm sei es egal, gegen wen er als nächstes kämpfe.

Vehement zu Wort gemeldet hat sich aber auch Marco Huck, der WBO-Champion im Cruisergewicht. Auf der Pressekonferenz nach Alexander Powetkins Kampf gegen Cedric Boswell in Helsinki hatte der Schützling Trainer Ulli Wegners seinen Aufstieg ins Schwergewicht angekündigt und zugleich Alexander Powetkin herausgefordert. Er wolle sich mit ihm messen und nach Max Schmeling erster deutscher Weltmeister im Schwergewicht bei einem bedeutenden Weltverband werden, erklärte der 27jährige. Promoter Sauerland hat bislang den Wechsel Hucks in die Königsklasse zwar nicht ausgeschlossen, aber einen späteren Zeitpunkt empfohlen, da im Cruisergewicht noch diverse hochkarätige Kontrahenten warteten. Nun zeigte sich Wilfried Sauerland wiederum nicht gänzlich abgeneigt, doch hob er unmißverständlich hervor, daß man über einen Kampf gegen Powetkin erst einmal in Ruhe sprechen müsse. Da beide Boxer bei ihm unter Vertrag stehen, freue er sich nicht über eine solche Konstellation. Er wolle in den nächsten Tagen mit allen Beteiligten darüber diskutieren.

Da Marco Huck, der 34 Kämpfe gewonnen und einen gegen Steve Cunningham verloren hat, bei einem Aufstieg ins höchste Limit seinen Titel niederlegen müßte, hält sich die Begeisterung seines Umfelds in Grenzen. "Wir respektieren Marcos Wunsch", so Sauerland-Geschäftsführer Chris Meyer, aber man müsse zunächst prüfen, ob sich das realisieren läßt. Natürlich wäre das Interesse an diesem Kampf riesengroß, doch bedürfe es dafür einer Zustimmung der WBA.

Ulli Wegner rät seinem Boxer ab, diesen Schritt sofort zu wagen. Marco müßte für das Schwergewicht erheblich zulegen und träfe auf Alexander Powetkin, der zuletzt eine gute Leistung geboten habe. Zudem seien im Cruisergewicht Duelle mit Ola Afolabi oder Denis Lebedew möglich, die sicher nicht minder schwer wären. "Ich hätte an seiner Stelle noch damit gewartet, denn das Cruisergewicht ist eine sehr spannende Gewichtsklasse. Doch letztendlich stehe ich seiner Entscheidung nicht im Wege", verlieh der 69jährige seinem Unbehagen Ausdruck, ohne Huck Steine in den Weg zu legen.

7. Dezember 2011



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