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MELDUNG/658: Argentinier soll Arthur Abraham auf die Probe stellen (SB)



Berliner kämpft Mitte Februar gegen Pablo Oscar Natalio Farias

Der 31 Jahre alte Arthur Abraham kehrt am 14. Januar in Offenburg nach längerer Pause in den Ring zurück. Gegner des früheren IBF-Weltmeisters im Mittelgewicht in der Baden-Arena ist der 23jährige Argentinier Pablo Oscar Natalio Farias, der 19 Profikämpfe gewonnen und bei seinem letzten Auftritt durch Disqualifikation verloren hat. In der Rangliste der IBF wird Farias an Nummer drei geführt, beim WBC rangiert er an vierter Stelle und die WBO notiert ihn auf Platz acht. Farias kommt eigentlich aus dem Supermittelgewicht, hat seine letzten drei Auftritte aber im Halbschwergewicht bestritten. Der Kampf über zwölf Runden in Offenburg ist knapp oberhalb des Mittelgewichts angesetzt.

Im Dezember 2005 war Abraham durch einen Sieg über Kingsley Ikeke in Leipzig Weltmeister der IBF im Mittelgewicht geworden. Nach zehn erfolgreichen Titelverteidigungen gab er den Gürtel zurück und wechselte 2009 ungeschlagen ins Supermittelgewicht. Was zunächst als Lösung seiner ständigen Gewichtsprobleme anmutete, sollte sich bald als Überforderung erweisen. Zwar feierte er mit einem Sieg gegen Jermain Taylor in Berlin einen erfolgreichen Einstand ins Super-Six-Turnier, doch folgten drei Niederlagen gegen Andre Dirrell (durch Disqualifikation), Carl Froch und Andre Ward (jeweils nach Punkten), die die Karriere des Berliners heftigen Turbulenzen aussetzten. Mit 32 gewonnenen und den drei verlorenen Kämpfen im Gepäck will Abraham schrittweise in sein früheres Limit zurückkehren.

"Wir freuen uns darauf, Arthur wieder im Ring zu sehen", sagte Sauerland-Geschäftsführer Chris Meyer. Man habe einen zähen Gegner für ihn gefunden. Der Kampf gegen den Argentinier werde kein Spaziergang. Dem schloß sich Sportdirektor Hagen Doering mit der Warnung an, daß man mit Farias einen kampfstarken Kontrahenten engagiert habe, der nicht so einfach zu besiegen sei. Trainer Ulli Wegner, der sich mit seinem Schützling Videoaufzeichnungen früherer Kämpfe des Argentiniers angesehen hat, schätzt diesen als zähen Burschen mit Kämpferherz ein. "Arthur weiß aber, daß er eine überzeugende Leistung zeigen muß. Das wird eine interessante Begegnung." Abraham unterstrich ebenfalls die kämpferische Einstellung argentinischer Boxer. Es gebe keinen Grund, Farias zu unterschätzen. Man könne von einem spannenden Kampf ausgehen, in dem für ihn selbst nur der Sieg zähle.

Ihm sei es wichtig, sportlich zu glänzen, erklärte der in Berlin lebende Abraham. Natürlich habe er sich Gedanken gemacht und Lehren aus den letzten Kämpfen gezogen. Er ziehe es jedoch vor, nach vorn zu schauen, und wolle sich in Offenburg wieder in die Herzen der Fans boxen. Daher sei der 14. Januar für ihn ein Neuanfang. Er wolle in der Baden-Arena gewinnen und danach wieder einen Titel ins Visier nehmen.


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Danny Williams hängt die Boxhandschuhe an den Nagel

Im Alter von 38 Jahren hat der britische Schwergewichtler Danny Williams seine Karriere endgültig beendet. Mit einer Bilanz von 44 Siegen und elf Niederlagen verabschiedet sich der frühere Britische und Commonwealth-Meister aus dem Ring, nachdem er sich am vergangenen Wochenende dem Norweger Leif Larsen vorzeitig geschlagen geben mußte. Wie Williams zur Begründung seines Rücktritts erklärte, liebe er zwar das Kämpfen, doch habe sich bei seinem letzten Auftritt gezeigt, daß er über keine Nehmerqualitäten mehr verfüge. Ihm sei klar, daß er keine Titel mehr gewinnen könne, so daß es ihm an Zielen fehle.

Den britischen Boxfans dürfte Williams wohl für seinen Sieg über Mark Potter im Jahr 2000 in Erinnerung bleiben, als er mit einer ausgekugelten Schulter einhändig durch K.o. gewann. Höhepunkt seiner Laufbahn war die Begegnung mit Mike Tyson im Jahr 2004, bei der er den alternden Ex-Weltmeister völlig überraschend in der vierten Runde k.o. schlagen konnte. Dank dieses bedeutendsten Erfolgs seiner Karriere bekam er noch im selben Jahr einen Titelkampf gegen Vitali Klitschko, dem er nach einer chancenlosen Vorstellung durch technischen K.o. in der achten Runde unterlag.

Eine vorzeitige Niederlage gegen seinen Landsmann Audley Harrison im Jahr 2006 setzte im Grunde seinem Status als Aspirant auf einen kleineren Titel ein Ende. Als Aufbaugegner für aufstrebende Konkurrenten trat er seither auch auf Veranstaltungen deutscher Promoter an. So kam es 2008 zum berühmt-berüchtigten Kampf gegen Konstantin Airich, bei dem Promoter Ahmet Öner mitten in der Runde den Gong läutete. Nach zwei weiteren vorzeitigen Niederlagen gegen Albert Sosnowski und Dereck Chisora beendete Williams seine Karriere 2010 zum ersten Mal. In diesem Jahr versuchte der "Brixton Bomber" noch einmal ein Comeback unter lettischer Lizenz, das aber ebenfalls scheiterte.

10. Dezember 2011



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