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MELDUNG/661: Ulli Wegner erneut zum "Trainer des Jahres" gewählt (SB)



Sauerland-Chefcoach zum neunten Mal in Folge ausgezeichnet

Leser und Expertenjury der Zeitschrift "Boxsport" haben Ulli Wegner erneut zum "Trainer des Jahres" gewählt. Damit wurde die erfolgreiche Arbeit des Chefcoachs im Sauerland-Team bereits zum neunten Mal in Folge auf diese Weise gewürdigt. Der 69jährige Wegner, der Sven Ottke, Markus Beyer, Arthur Abraham, Marco Huck, Cecilia Braekhus und Yoan Pablo Hernandez zur Weltmeisterschaft geführt hat, setzte sich wie erwartet gegen Fritz Sdunek und Dirk Dzemski durch, die die beiden folgenden Plätze belegten.

Ulli Wegner, der in diesem Jahr auch sein 40jähriges Trainerjubiläum feiern konnte und zuletzt am 3. Dezember in der Ecke von Europameister Robert Helenius stand, verlieh seiner Freude Ausdruck und bezeichnete die Auszeichnung zugleich als Ansporn für die Zukunft. Es bereite ihm nach wie vor große Freude, sein Wissen und seine Erfahrungen an die Sportler weiterzugeben. Gemeinsam wolle man den Zuschauern vor Ort und an den Fernsehgeräten überzeugende Leistungen bieten.

Zum "Boxer des Jahres" wurde Wladimir Klitschko gekürt, obgleich er in diesem Jahr nur einen einzigen Kampf bestritten hat. Sein Sieg im Juli über den Briten David Haye, durch den er seine Titelsammlung mit der Trophäe der WBA komplettierte, war indessen so spektakulär, daß das Votum zu seinen Gunsten ausfiel. Im vergangenen Jahr war die Wahl noch auf Vitali Klitschko gefallen, der diesmal mit dem dritten Platz vorlieb nehmen mußte. Auf dem zweiten Rang landete der in Berlin lebende finnische Schwergewichtler Robert Helenius, der erst kürzlich in Helsinki Europameister geworden war. Arthur Abraham, der in den Jahren 2006 bis 2009 viermal nacheinander die Nase vorn hatte, muß nach den sportlichen Rückschlägen erst wieder Tritt fassen. Bei den Amateuren setzte sich wie schon im Vorjahr Artur Bril durch, der in der Kategorie bis 57 kg antritt.

Einen weiteren Grund zum Feiern hatte das Team-Sauerland, da Cecilia Braekhus wie schon im Vorjahr zur "Boxerin des Jahres" gewählt wurde. Die in Berlin lebende und trainierende Weltmeisterin trägt die Titel der Verbände WBA, WBC und WBO im Weltergewicht, die sie in diesem Jahr dreimal erfolgreich verteidigt hat. Wie die 30jährige Norwegerin sagte, empfinde sie das Votum der Boxfans als besondere Ehre, da sie 2011 alle Kämpfe außerhalb Deutschlands bestritten habe. Die Auszeichnungen für Ulli Wegner und Cecilia Braekhus werden am 14. Januar bei der Boxgala in der Baden-Arena in Offenburg übergeben.


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US-Schwergewichtler Seth Mitchell bekräftigt seine Ambitionen

Nach langen Jahren sportlicher Dürre wird zwangsläufig jedes Gewächs, das auf dem verödeten Boden der US-amerikanischen Schwergewichtsszene sprießt, als neuer Heilsbringer bejubelt. Das gilt auch für den 29 Jahre alten Seth Mitchell, der als ehemaliger Football-Spieler jene physischen Attribute mitbringt, die das Publikum liebt. Daß er als Boxer seinen Mann stehen kann, hat er in nunmehr 25 Profikämpfen unter Beweis gestellt, von den er 24 gewonnen und einen unentschieden beendet hat. Sein jüngstes Opfer war kein geringerer als der erfahrene Timur Ibragimow, der zuletzt gegen Jean-Marc Mormeck nur umstritten nach Punkten verloren hat. Mit 30 Siegen, vier Niederlagen und einem Unentschieden hat der Usbeke eine ansehnliche Bilanz vorzuweisen, wobei er in der Vergangenheit noch nie vorzeitig gescheitert war.

Das sollte sich im Kampf mit Seth Mitchell ändern, der im Vorprogramm des Duells zwischen Amir Khan und Lamont Peterson in Washington D.C. ausgetragen und vom Sender HBO vermarktet wurde. Nach einem ausgeglichenen Auftakt witterte Mitchell bereits in der zweiten Runde seine Chance, als sein Gegner nach einem linken Haken erstmals Wirkung zeigte. Er setzte umgehend mit seiner Rechten nach, die mehrmals über Ibragimows hängender Deckung einschlug und den Ringrichter bewog, den ungleichen Kampf abzubrechen. Damit kam Mitchell, der rund 109 kg auf die Waage gebracht und körperlich einen hervorragenden Eindruck gemacht hatte, zu einem raschen Erfolg, mit dem er sich als einer der gefährlichsten aufstrebenden Schwergewichtsboxer der US-Szene profilieren konnte.

Wie Seth Mitchell im anschließenden Interview unterstrich, sei er mit einer natürlichen Athletik gesegnet. Er verfüge über Größe, Kraft und Schnelligkeit, doch nehme er diese Vorzüge nicht als selbstverständlich hin, sondern arbeite sehr hart. Dies sei sein erster Kampf zu Hause seit 2010 gewesen, und auf dem größten Sender zu boxen, halte er für eine große Ehre. Er wolle auch weiterhin für Begeisterung sorgen und sich auf dieser Plattform etablieren. In den Ranglisten dürfte Mitchell dank dieses Erfolgs einen Sprung nach vorn machen, was ihn allerdings in Reichweite jener Konkurrenten bringt, die seinen Nimbus nachhaltig auf die Probe stellen werden.

13. Dezember 2011



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