Schattenblick → INFOPOOL → SPORT → BOXEN

MELDUNG/671: Hucks ambitioniertes Kräftemessen mit Powetkin besiegelt (SB)



Aufstieg ins Schwergewicht samt sofortigem Titelkampf

Marco Huck trifft bei seinem Debüt im Schwergewicht am 25. Februar in Stuttgart auf seinen Teamkollegen Alexander Powetkin, den regulären Weltmeister der WBA. Der amtierende WBO-Champion im Cruisergewicht hatte sein ambitioniertes Vorhaben gegen den Rat seines Trainers Ulli Wegner und Promoter Sauerlands durchgesetzt. Obgleich Powetkin derzeit als bester Schwergewichtler nach den Klitschkos gilt, zeigt sich Huck zuversichtlich, den Russen besiegen zu können. Er sei ein echter Champion und verfüge über große Erfahrung, macht der 27jährige Herausforderer für sich geltend. Zudem habe Powetkin an das gemeinsame Sparring nicht die besten Erinnerungen: "Ich bin absolut überzeugt, den Kampf gewinnen zu können."

Sollte Marco Huck diesen Kampf für sich entscheiden, wäre er der erste deutsche Schwergewichtsweltmeister nach Max Schmeling und offizieller Herausforderer Wladimir Klitschkos. Nach Angaben eines Sprechers von Sauerland Event muß Huck nicht wie üblich seinen WBO-Titel im Cruisergewicht niederlegen. Er könne nach dem Kampf entscheiden, ob er im Schwergewicht bleibt oder in seine angestammte Gewichtsklasse zurückkehrt. Während Huck 34 Auftritte gewonnen und einen verloren hat, stehen für den ungeschlagenen Alexander Powetkin 23 Siege zu Buche.


*

Robert Helenius gegen Alexander Dimitrenko wieder auf dem Tisch

Im November war Alexander Dimitrenko der Titel des Europameisters im Schwergewicht aberkannt worden, nachdem er ihn auf Grund einer Ellenbogenverletzung nicht gegen den damaligen Pflichtherausforderer Robert Helenius verteidigen konnte. Die Europäische Box-Union (EBU) setzte daraufhin einen Kampf zwischen Helenius und dem Briten Dereck Chisora um den vakanten Titel an, in dem sich der bei Sauerland Event unter Vertrag stehende Finne durchsetzte. Dimitrenko, dem das Vorrecht zuerkannt worden war, den neuen Europameister herauszufordern, verzichtete zunächst darauf, da er auf einen Kampf gegen Vitali Klitschko hoffte.

Da sich der Ukrainer jedoch inzwischen für Dereck Chisora entschieden hat, ist für Dimitrenko ein Duell mit Helenius wieder von Interesse. Die EBU hat Alexander Dimitrenko erneut zum Pflichtherausforderer des Europameisters ernannt und die Versteigerung für den 16. Januar angesetzt. Nach den Regeln des Verbands muß der Kampf dann innerhalb von 60 Tagen ausgetragen werden. Robert Helenius ist in 17 Profikämpfen ungeschlagen, Dimitrenko hat 32 Siege und eine Niederlage vorzuweisen.


*

Trainer Jack Loew bestätigt Trennung von Kelly Pavlik

In einem Interview hat Kelly Pavliks langjähriger Trainer Jack Loew die endgültige Trennung von seinem Schützling bestätigt. Loew, der eine Boxschule in Youngstown (Ohio) leitet, hatte Pavlik als neunjährigen Jungen übernommen und ihn 2007 zur Weltmeisterschaft der Verbände WBC und WBO im Mittelgewicht geführt. Die beiden galten als ausgesprochen bodenständiges Gespann, das seine Stärke aus der Verbundenheit mit dem heimischen Umfeld schöpfte.

Wenn es so etwas wie einen bestimmbaren Wendepunkt in der Karriere und Lebensgeschichte Kelly Pavliks gab, so war es die überraschende Niederlage gegen den als Außenseiter gehandelten Argentinier Sergio Martinez am 17. April 2010. Allerdings hatte Pavlik schon im Jahr zuvor längere Zeit an einer Handverletzung laboriert und in einem Nichttitelkampf gegen Bernard Hopkins verloren. Nach der Zäsur des Titelverlusts traten persönliche Probleme zutage, bis sich der Exweltmeister schließlich in eine Entziehungskur begab.

Loew verlieh im Interview seinem Bedauern darüber Ausdruck, wie die Zusammenarbeit mit Pavlik zu Ende gegangen war. Wenn man einen Boxer außerhalb des Rings nicht mehr kontrollieren könne, sei es an der Zeit, sich zurückzuziehen. Er habe keine Kontrolle über Kelly mehr und könne keine Verantwortung für dessen Verhalten übernehmen. Daher habe er kein Interesse mehr, mit ihm zusammenzuarbeiten. Er wünsche ihm das Beste, denn man habe gute Zeiten miteinander erlebt: "Wenn er nach Kalifornien geht und wieder Weltmeister wird, möge Gott ihn segnen."

Der 29 Jahre alte Kelly Pavlik trainiert künftig im kalifornischen Oxnard unter Robert Garcia, der unter anderem Nonito Donaire, Brandon Rios und Antonio Margarito betreut und derzeit zu den erfolgreichsten Trainern gehört.

25. Dezember 2011



Copyright 2011 by MA-Verlag
Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
Nachdruck und Wiedergabe, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlages.
Redaktion Schattenblick, Dorfstraße 41, 25795 Stelle-Wittenwurth
Telefon: 04837/90 26 98 · Fax: 04837/90 26 97
E-Mail: ma-verlag.redakt.schattenblick@gmx.de
Internet: www.schattenblick.de