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MELDUNG/680: Kandidaten harren der Entscheidung Felix Sturms (SB)



Superchampion verhandelt mit möglichen Gegnern

Felix Sturm will den Titel des Superchampions der WBA am Freitag den 13. April entweder in Berlin oder Köln verteidigen. Da der Gegner noch nicht benannt worden ist und Manager Roland Bebak eine spektakuläre Darbietung angekündigt hat, rechnet man mit einem Vereinigungskampf gegen einen anderen Weltmeister. Als aussichtsreichste Kandidaten gelten WBO-Champion Dmitri Pirog und IBF-Titelträger Daniel Geale. Letzterer müßte allerdings seine freiwillige Titelverteidigung am 29. Februar in Tasmanien absagen. Während Sturm 36 Kämpfe gewonnen, zwei verloren und zwei unentschieden beendet hat, ist Pirog in 19 Auftritten ungeschlagen. Für den Australier Geale stehen 26 Siege und eine Niederlage zu Buche. Das Nachsehen hat offenbar ein weiteres Mal der reguläre WBA-Weltmeister Gennadi Golowkin, der eigentlich schon im Dezember seine Chance bekommen sollte. Da nach den Statuten der Verbände jedoch Vereinigungskämpfe Vorrang haben, sind dem Kasachen vorerst die Hände gebunden.

Dimitri Pirog hat sein Interesse an einem Kampf gegen Felix Sturm signalisiert und bezieht sich dabei auf Aussagen des Superchampions. Seit er Weltmeister geworden sei habe er eine Vereinigung der Titel angestrebt, macht der Russe geltend. Er würde am liebsten in seiner Heimat antreten, wo es noch nie zu einem derart spektakulären Duell zweier Champions gekommen sei. Sollte das jedoch nicht möglich sein, wäre er bereit, in Deutschland zu kämpfen, sofern für objektive und faire Punktrichter gesorgt werde.

Zu Wort gemeldet hat sich aber auch Sturms letzter Gegner Martin Murray. Der in 24 Kämpfen ungeschlagene Brite hofft nach dem Unentschieden am 2. Dezember in Mannheim auf eine Revanche, die ihm der WBA-Superchampion damals noch im Ring in Aussicht gestellt habe. Da der 29jährige jedoch seither nichts mehr von Sturm gehört hat, wendet er sich in einem offenen Brief an ihn. Er wolle klarstellen, daß er auf einen Rückkampf warte, zumal ihn der Deutsche nicht besiegt habe und dazu auch nicht in der Lage sei. Da Felix Sturm bereits seinen Landsleuten Randy Griffin und Matthew Macklin eine Revanche angeboten habe, um nach jeweils knappem Ausgang der ersten Kämpfe für klare Verhältnisse zu sorgen, habe er den Eindruck, daß Sturms Team es vorziehe, ihm lieber aus dem Weg zu gehen, so Murray.

Da man im Vorfeld des letzten Kampfs eine gute Beziehung zu Sturms Team aufgebaut habe, sollte eine Einigung kein Problem sein. Er werde keine abwegigen Summen verlangen und komme gern nach Köln. Dorthin würden ihn diesmal tausend englische Fans begleiten und für eine Kulisse sorgen, an die man sich noch Jahre später erinnern werde. Auch das deutsche Publikum habe ihn hervorragend unterstützt, und so müsse sich Felix Sturm nur noch einen Ruck geben, um diesen denkwürdigen Rückkampf auf die Beine zu stellen.


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Sergio Martinez legt WBC-Diamond-Titel nieder

Matthew Macklin steht für einen Rückkampf gegen Felix Sturm vorerst nicht zu Verfügung, da er am 17. März in New York gegen Sergio Martinez antritt. Der Argentinier hat zwar gegenwärtig keinen regulären Titel in seinem Besitz, wird aber in der unabhängigen Weltrangliste an Nummer eins im Mittelgewicht geführt. Sich mit ihm zu messen ist daher das ebenso begehrte wie riskante Ziel aller Aspiranten für den Rang des weltbesten Boxers dieser Gewichtsklasse.

Nun hat der 36jährige Martinez den sogenannten Diamond-Titel des WBC niedergelegt und diesen Schritt mit seinem Unmut angesichts der Entscheidung des Verbands begründet, ihn nicht sofort um seinen früheren Gürtel gegen den regulären Weltmeister Julio Cesar Chavez kämpfen zu lassen, sondern seinen Landsmann Antonio Marco Antonio Rubio vorzuziehen. Wie Martinez erklärte, werde er das WBC nicht mehr repräsentieren. Er wolle fortan nur den Gürtel des Ring Magazine verteidigen, den er im Kampf gegen Kelly Pavlik gewonnen habe. Das World Boxing Council habe auf dem Konvent seinen Kampf gegen Chavez festgelegt, setze jedoch die eigenen Beschlüsse nicht um. Er hasse die feige Art des Mexikaners wie auch dessen Trainers Freddie Roach und Promoters Bob Arum, ihm fortgesetzt aus dem Weg zu gehen, erklärte der Argentinier.

Sergio Martinez, der 48 Siege, zwei Niederlagen und zwei Unentschieden vorzuweisen hat, steigt gegen Matthew Macklin als klarer Favorit in den Ring. Sollte er wie erwartet in New York gewinnen, könnte er sich im nächsten Schritt einen Kampf gegen Andre Ward vorstellen, der weltweit als Nummer eins im Supermittelgewicht geführt wird.

4. Januar 2012



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