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MELDUNG/685: Entthronter Amir Khan rechnet mit Rückkampf gegen Lamont Peterson (SB)



Golden Boy Promotions mahnen umgehende Revanche an

Am 10. Dezember 2011 hatte Amir Khan die Titel des Superchampions der WBA und Weltmeisters der IBF im Halbweltergewicht überraschend an Lamont Peterson verloren. Der Brite bezahlte das riskante Unterfangen, sich dem Pflichtherausforderer vor dessen Heimpublikum in Washington D.C. zu stellen, mit einer Niederlage unter fragwürdigen Umständen. Der US-amerikanische Außenseiter setzte sich nicht zuletzt dank der Gunst des Kampfgerichts knapp mit 2:1 Punktrichterwertungen durch. Damit verbesserte er seine Bilanz auf 30 Siege, eine Niederlage und ein Unentschieden, während für den gescheiterten Titelverteidiger aus Nordengland nun 26 gewonnene und zwei verlorene Auftritte zu Buche stehen.

Solange der Brite seine Schnelligkeit und überlegene Beinarbeit konsequent ausspielte, behielt er klar die Oberhand. Ließ er sich aber in den Schlagabtausch an den Seilen verwickeln, machte der Herausforderer die bessere Figur. Von seinem Trainer Freddy Roach ermahnt fand der Titelverteidiger zur Mitte des Kampfs zu seiner boxerischen Linie zurück und schien auf der Siegerstraße zu steuern. In der siebten Runde machte Peterson wieder Boden gut, und Ringrichter Cooper zog Khan einen Punkt wegen Wegstoßens des Gegners ab, ohne zuvor eine klare Ermahnung ausgesprochen zu haben. Diese unübliche Verfahrensweise ließ darauf schließen, daß der Referee geneigt war, die Regeln im Zweifelsfall zu Lasten des Gastes auszulegen. In der Folge übernahm Khan wieder die Initiative und schickte seinen Gegner mit einer schweren Rechten beinahe zu Boden. In den letzten Runden setzte der Brite die klareren Treffer, mußte aber kurz vor Ende des Kampfs einen weiteren Punktabzug hinnehmen, der ihn die Titel kostete.

Aufgebracht kritisierte Amir Khan damals im anschließenden Interview, er habe es an diesem Abend mit zwei Gegnern zu tun gehabt. Während er sauber gekämpft und die klareren Treffer gelandet habe, sei Peterson immer wieder mit gesenktem Kopf in ihn hineingerannt, so daß er ihn wegschieben mußte. Seit zwanzig Jahren habe man in Washington keine Boxkämpfe mehr veranstaltet, und nun habe man gesehen, warum das so war. Er sei jederzeit zu einem Rückkampf bereit.

Auch der Geschäftsführer der Golden Boy Promotions, Richard Schaefer, geht davon aus, das es zu einer Revanche zwischen Amir Khan und Lamont Peterson kommen wird. Der Brite hatte nach seiner Niederlage Protest bei den Verbänden WBA und IBF eingelegt und dafür die beiden seines Erachtens ungerechtfertigten Punktabzüge wie auch eine nachträgliche Änderung auf einem der drei Punktezettel geltend gemacht. Hinzu kamen in jüngster Zeit Spekulationen um einen zunächst Unbekannten, der sich während des Kampfs mit den Punktrichtern unterhalten und den Punktezetteln hantiert hatte. Inzwischen wurde der Mann als Mustafa Ameen identifiziert, der in einer nicht näher bekannten Funktion für die IBF tätig ist. Da Ameen bei besagtem Kampf jedoch keine offizielle Aufgabe ausübte, könnte sich Schaefer eine Umwandlung des Urteils in einen Kampf ohne Wertung vorstellen.

Sollte das nicht geschehen, muß es nach Auffassung Schaefers zumindest einen Rückkampf geben. Er sei von der WBA benachrichtigt worden, daß der Verband eine umgehende Revanche anordnen wird. Die mündliche Zusage liege bereits vor und eine schriftliche soll in wenigen Tagen folgen. Dieser Vorgabe gemäß dürfte keiner der beiden Boxer zwischenzeitlich einen anderen Kampf bestreiten. Das ist für Amir Khan sehr wichtig, da er andernfalls nicht nur über einen langen Zeitraum hingehalten werden könnte, sondern darüber hinaus im Falle eines zwischenzeitlichen Titelverlusts Petersons keine Chance hätte, sich die beiden Gürtel sofort wiederzuholen.


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Kreis mutmaßlicher Gegner Floyd Mayweathers eingegrenzt

Nachdem ein Gericht in Las Vegas Floyd Mayweathers Haftantritt auf Anfang Juni verschoben hat, steht seinem Kampf am 5. Mai im MGM Grand nichts mehr im Wege. Obgleich nach wie vor nicht endgültig geklärt ist, wer sich mit dem in 42 Kämpfen ungeschlagenen WBC-Weltmeister im Weltergewicht messen wird, wurde der Kreis möglicher Kandidaten doch inzwischen eingeengt. Manny Pacquiao wird es mit Sicherheit nicht sein, da dessen Promoter Bob Arum dieser Option längst eine Absage erteilt hat. Die wiederum läßt Golden-Boy-Geschäftsführer Richard Schaefer argumentieren, er hoffe, daß dies so manchem die Augen öffnen werde.

Vor dem Hintergrund, daß der ewige Streit zwischen Floyd Mayweather und Manny Pacquiao, wer der weltbeste Boxer aller Gewichtsklassen sei und wer wem aus dem Weg gehe, für eine unbestimmte Zeit weitergehen wird, sehen naheliegendere Fakten folgendermaßen aus: Da der 5. Mai ein wichtiger Feiertag in Mexiko ist, rechnet man ohnehin damit, daß der 34 Jahre alte US-Star gegen einen mexikanischen oder mexikanischstämmigen Gegner boxen wird. Der in 39 Kämpfen unbesiegte WBC-Weltmeister im Halbmittelgewicht, Saul Alvarez, ist bei den mexikanischen Fans populärer als der in den USA geborene Robert Guerrero, Interimschampion der WBA und WBO im Leichtgewicht. Beide kommen nach Angaben Richard Schaefers in die engste Wahl, wobei die endgültige Entscheidung in Kürze bekanntgegeben werden soll.

9. Januar 2012



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