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MELDUNG/690: Eddie Chambers nimmt Sergei Liachowitsch unter die Lupe (SB)



US-Schwergewichtler rechnet sich gute Chancen aus

Nach einer Pause von elf Monaten bestreitet der US-amerikanische Schwergewichtler Eddie Chambers am nächsten Wochenende erstmals wieder einen Kampf. Er trifft in seiner Heimatstadt Philadelphia auf den früheren Weltmeister Sergei Liachowitsch, der zuletzt gegen den Finnen Robert Helenius aus dem Berliner Sauerland-Boxstall keine schlechte Figur gemacht hatte. Zwar unterlag der frühere WBO-Champion in der achten Runde, doch hatte er sich bis zu diesem Zeitpunkt achtbar geschlagen und im Auftreten an seine besten Zeiten erinnert. Der in den USA lebende Weißrusse hat 25 Kämpfe gewonnen und vier verloren, für Chambers stehen 36 Siege und zwei Niederlagen zu Buche.

Eddie Chambers sollte ursprünglich am 28. Oktober einen Ausscheidungskampf gegen seinen Landsmann Tony Thompson austragen, doch mußte er damals wegen einer Rückenverletzung kurzfristig absagen. Inzwischen wurde Thompson vom Verband als Pflichtherausforderer Wladimir Klitschkos nominiert, während sich Chambers heftiger Kritik ausgesetzt sah, da man ihm eine absichtliche Verweigerung des Kampfs unterstellte. Er rechtfertigte sich jüngst mit der Erklärung, daß die wenigsten wüßten, wie hart ein Boxer trainiere. Leider komme es dabei mitunter zu Verletzungen, die einen fest eingeplanten Auftritt verhinderten. Das lasse sich im Sport eben niemals ausschließen, wobei entscheidend sei, wie man nach einer Verletzung wieder in den Ring zurückkehre.

Natürlich hat Eddie Chambers die Kampfesweise seines Gegners mit Hilfe von Videoaufnahmen gründlich unter die Lupe genommen, um eine angemessene Taktik zu entwickeln. Er ist sich jedoch eigenen Angaben zufolge im klaren darüber, daß man sich nicht auf alles vorbereiten kann, was dann im Kampf tatsächlich passiert. Immerhin wisse er, daß sich Liachowitsch zwar gut bewege und nach vorn zu marschieren pflege, doch komme der Weißrusse nicht mit agilen und wendigen Kontrahenten zurecht. Daher sehe er einige Bereiche, in denen er selbst Vorteile habe und sich zutraue, boxerisch die Oberhand zu behalten. Alles in allem liege ihm der Boxstil dieses Gegners, und so sei er guten Mutes, den Ring am Ende als Sieger zu verlassen.


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WBA ordnet Rückkampf zwischen Khan und Peterson an

Am 10. Dezember hatte Lamont Peterson in seiner Heimatstadt Washington D.C. für eine faustdicke Überraschung gesorgt und Amir Khan als Superchampion der WBA und Weltmeister der IBF im Halbweltergewicht entthront. Der hauchdünne Punktsieg des US-Amerikaners war jedoch umstritten, zumal der Brite fragwürdige Entscheidungen des Ringrichters hinnehmen mußte. Amir Khan erhob bei beiden Verbänden Einspruch gegen die Wertung und hatte damit inzwischen bei der WBA Erfolg. Wie deren Präsident Gilberto Mendoza bestätigt hat, wurde ein umgehender Rückkampf angeordnet. Peterson könnte sich allerdings der Revanche verweigern, indem er den Titel der WBA niederlegt. Er wäre dann immer noch Weltmeister der IBF, die ihre Anhörung zum Einspruch für kommende Woche anberaumt hat.

Der Geschäftsführer der Golden Boy Promotions, Richard Schaefer, hatte Khans Einspruch unterstützt und verlieh nun seiner Genugtuung Ausdruck. Beide Boxer hätten im Dezember großartig gekämpft und würden bei der Revanche das Publikum um so mehr begeistern. Er begrüße die Entscheidung des Verbands, die sicher auch beim internationalen Publikum gutgeheißen werde. Amir Khan und Lamont Peterson seien jung und boxten spektakulär. So etwas wollten die Zuschauer sehen, weshalb er hoffe, daß man in Kürze die Verhandlungen über die Konditionen der Revanche aufnehmen könne.

Amir Khan und sein Promoter Golden Boy hatten ihren Einspruch damit begründet, daß Ringrichter Joe Cooper den Heimkämpfer bevorzugt habe, als er dem Briten insgesamt zwei Punkte wegen Wegschiebens des Gegners abzog. Zwar trifft es zu, daß der Titelverteidiger den Kontrahenten mehrfach wegschubste, doch stürmte der Herausforderer andererseits immer wieder mit gesenktem Kopf in ihn hinein, ohne daß dies moniert wurde. Zudem erfolgte der erste Punktabzug ohne vorangegangene ausdrückliche Ermahnung, wie dies in der Abfolge der Sanktionen üblich ist. Des weiteren macht Golden Boy geltend, daß sich die Punktezettel, die der Supervisor der WBA eingesammelt hatte, von jenen der IBF und der Boxkommission von Washington unterschieden hätten. Überdies habe ein später als Vertreter der IBF identifizierter Funktionär, der bei der Abwicklung des Kampfs mit keiner besonderen Aufgabe betraut war, unerlaubterweise mit den Punktrichtern gesprochen und sogar mit den Zetteln hantiert.

14. Januar 2012



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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