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MELDUNG/691: Jahresauftakt nach Maß für Arthur Abraham (SB)



Argentinier Pablo Oscar Natalio Farias in Runde fünf am Boden

Arthur Abraham hat sich mit einem souveränen Sieg über den Argentinier Pablo Oscar Natalio Farias zurückgemeldet. Der 31 Jahre alte Supermittelgewichtler aus Berlin gewann in der ausverkauften Offenburger Baden-Arena durch K.o. in der fünften Runde. Die 4.000 Zuschauer hatten ihren Favoriten bereits beim Einmarsch gefeiert und quittierten jede gelungene Aktion des Exweltmeisters mit Beifall. Abraham brauchte gegen den offensiv zu Werke gehenden Argentinier zwei Runden, um die passende Distanz zu finden. Kurz vor Ende des dritten Durchgangs ging er erstmals vehement zum Angriff über, drängte seinen Gegner in die Seile und bearbeitete ihn mit einer Serie von Schlägen.

Farias ließ sich indessen in seinem Drang nicht stören und marschierte auch in der folgenden Runde voran. Doch Abraham hatte nun Maß genommen und als er im fünften Durchgang seine Chance gekommen sah, fiel er mit einem Schlaghagel über den Gegner her und schickte ihn mit einem Haken zum Kopf zu Boden. Der Argentinier kam wieder auf die Beine, worauf ihn der nun nicht mehr zu bremsende Berliner erneut auf die Bretter schickte. Als sich Farias zum dritten Mal erheben wollte und wieder auf die Knie ging, nahm ihn der Ringrichter aus dem Kampf.

Wie Abraham nach seinem überzeugenden Erfolg bilanzierte, freue er sich über den Sieg. Seine Niederlagen seien damit abgehakt. Dies sei ein guter Auftakt auf dem Weg, noch in diesem Jahr wieder Weltmeister zu werden. Er müsse nun weiter intensiv trainieren, um sich Schritt für Schritt in die Weltspitze zurückzuarbeiten. Nach einem kurzen Urlaub werde er umgehend wieder ins Gym gehen, um sich 2012 einen Gürtel zu sichern.

Trainer Ulli Wegner sah bei aller Genugtuung angesichts der Leistung seines Schützlings doch auch Verbesserungswürdiges. Wichtig sei an diesem Abend der Sieg gewesen. Arthur habe allerdings einige Zeit gebraucht, um die richtige Distanz zu finden, aber ab der dritten Runde in den Kampf gefunden. Nach einer Pause von einem Dreivierteljahr sei es wichtig gewesen, die Fans auf keinen Fall zu enttäuschen. Er habe von seinem Boxer den Aufwärtshaken gefordert, den Abraham dann auch gebracht habe. Es sei ja kein Geheimnis, wie hart Arthur schlagen kann.

Der Wucht dieser Treffer zollte auch der Argentinier in seiner anschließenden Stellungnahme Respekt. Er selbst sei zunächst gut in den Kampf gekommen, aber in der Folge machtlos gegen die harten Schläge gewesen. So gratuliere er Abraham zu dessen verdientem Sieg. Was seine eigene Leistung betreffe, denke er schon, daß er ein gutes Kämpferherz bewiesen habe und nun zufrieden die Heimreise antreten könne.

Promoter Kalle Sauerland stellte den Sieg Abrahams nicht unter den Scheffel und sprach von einem gelungenen Auftritt, der das Comeback in der Weltspitze eingeleitet habe. Wer ohne größere Mühe die Nummer drei der IBF in der fünften Runde ausschalte, verspreche für den weiteren Verlauf des Jahres 2012 spektakuläre Taten.

Arthur Abraham, der erstmals seit dem Ausscheiden im Halbfinale des Super-Six-Turniers durch eine Niederlage gegen Andre Ward im Mai 2011 wieder im Ring gestanden hatte, verbesserte seine Bilanz auf 33 gewonnene und drei verlorene Kämpfe. Für Farias war es die zweite Niederlage seiner Profikarriere, der 19 Siege gegenüberstehen. Ein harter Prüfstein war der Argentinier trotz seiner guten Plazierung in der IBF-Rangliste nur bedingt, da Abraham mit der Elite seiner Gewichtsklasse wesentlich größere Probleme haben dürfte.

Daß sich der Berliner beim deutschen Boxpublikum nach wie vor großer Beliebtheit erfreut, unterstrich nicht nur die positive Reaktion der 4.000 Zuschauer in Offenburg. In der Spitze verfolgten bei der ARD 5,73 Millionen Zuschauer den Kampf, was einem Marktanteil von 26,5 Prozent entsprach. Den zweiten Hauptkampf des Abends zwischen WBO-Weltmeister Robert Stieglitz und Henry Weber sahen zu später Stunde in der Spitze 3,44 Millionen (20 Prozent Marktanteil).

Was Abrahams nächste Auftritte betrifft, steht ein Titelkampf gegen Robert Stieglitz im Raum. Er sei der Ansicht, daß dieser Kampf interessant für die deutschen Fans wäre und daher auch zustandekommen werde, sagte Abraham. Wenn Arthur ihm den Gürtel streitig machen wolle, müsse er ihn herausfordern, zeigte sich Stieglitz nicht abgeneigt: "Ich würde den Kampf annehmen." Auch sein Promoter Ulf Steinforth machte Werbung für ein prestigeträchtiges Duell mit Abraham. Seines Erachtens wäre das ein Höhepunkt im deutschen Boxsport. Zurückhaltender äußerte sich Kalle Sauerland zu dieser Option, der die Marschrichtung vorgab, daß Arthur Abraham zunächst einen weiteren Aufbaukampf bestreiten soll, worauf man weitersehen werde.

15. Januar 2012



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