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MELDUNG/701: WBO räumt Marco Huck freie Wahl der Gewichtsklasse ein (SB)



Endgültige Entscheidung erst nach dem Kampf gegen Powetkin

Marco Huck ist bekanntlich ins Schwergewicht aufgestiegen, wo er bereits im ersten Kampf auf den regulären Weltmeister der WBA, Alexander Powetkin, trifft. Entgegen den üblichen Gepflogenheiten, daß ein Champion beim Verlassen seines angestammten Limits seinen Titel zurückgeben muß, bleibt Huck weiterhin WBO-Weltmeister im Cruisergewicht. Daher steht es ihm offen, sich nach dem Kampf am 25. Februar in Stuttgart zu entscheiden, in welcher Gewichtsklasse er künftig antreten möchte. Genaugenommen stellt sich diese Frage natürlich nur im Falle einer Niederlage, da er als neuer WBA-Champion im Schwergewicht keinesfalls das Feld räumen würde. Im Cruisergewicht warten Pflichtherausforderer Ola Afolabi und eine Reihe weiterer Konkurrenten, die ihm durchaus das Leben schwermachen könnten. Außerdem hat Huck inzwischen so viel Gewicht zugelegt, daß es ihm nicht leichtfallen würde, wieder in sein früheres Limit zurückzukehren.

Wie aus einer offiziellen Stellungnahme der World Boxing Organization (WBO) hervorgeht, sei Marco Huck an den Verband herangetreten und habe darum ersucht, seinen Titel im Cruisergewicht behalten zu dürfen, obgleich er demnächst im Schwergewicht antreten wird. Daraufhin habe man ihm eine Frist von zehn Tagen nach seinem Kampf gegen Alexander Powetkin eingeräumt, um sich für eine der beiden Gewichtsklassen zu entscheiden. Man werde dann erneut mit Huck zusammentreffen, um die offene Frage zum Abschluß zu bringen.


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Andy Lee hofft auf Kampf gegen Felix Sturm

Der irische Mittelgewichtler Andy Lee rechnet sich gute Chancen aus, als Herausforderer Felix Sturms für einen Kampf in Deutschland verpflichtet zu werden. Der Superchampion der WBA im Mittelgewicht hat seine nächste Titelverteidigung für April angekündigt, bislang aber noch keinen Gegner benannt. Deshalb setzen Lee und sein Trainer Emanuel Steward auf diese Option, während Promoter Lou DiBella Gespräche mit Sturms Management führt.

Um sich für den erhofften Titelkampf freizuhalten, hat Andy Lee seinen geplanten Auftritt am 17. März in New York abgesagt. Der Ire sollte im Vorprogramm der Weltmeisterschaft im Mittelgewicht zwischen dem Argentinier Sergio Martinez und dem Iren Matthew Macklin in den Ring steigen, wobei eine Übertragung des Kampfs von HBO vorgesehen war. Der 27jährige, dessen Bilanz bei 27 Siegen und einer Niederlage steht, pokert also hoch.


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Gennadi Golowkin nimmt den Superchampion aufs Korn

Der Ire Andy Lee ist nicht der einzige, der in aller Öffentlichkeit sein Interesse an einem Kampf gegen Felix Sturm anmeldet. Inzwischen hat auch der reguläre WBA-Weltmeister Gennadi Golowkin seinen Anspruch geltend gemacht. Der Kasache kann dabei auf die Entscheidung der WBA verweisen, wonach Sturm bei seiner nächsten Titelverteidigung gegen ihn antreten müsse. Eigentlich wollte der in 22 Kämpfen ungeschlagene Golowkin mit Interimsweltmeister Hassan N'Dam N'Jikam in den Ring steigen. Nach Angaben seines Managers Oleg Hermann habe man mehrere Ansätze gemacht, mit ihm zu verhandeln, sei aber immer wieder aus unterschiedlichen Gründen gescheitert. Zuletzt habe der Promoter des Interimschampions den Kampf auf dem WBA-Konvent in Donezk offiziell fallengelassen.

Deshalb habe man von dieser Option Abstand genommen und richte alle Anstrengungen darauf, sich mit Felix Sturm auf die Konditionen eines Kampfs zu einigen. Hermann ist einerseits der Ansicht, daß die Chancen nicht schlecht stünden, den Kampf am 13. April in Deutschland zu bekommen. Andererseits will er nicht ausschließen, daß Sturm versuchen könnte, eine Hintertür zu finden, um dem Aufeinandertreffen mit Gennadi Golowkin aus dem Weg zu gehen.

Felix Sturm will seinen Titel des Superchampions der WBA am 13. April entweder in Berlin oder Köln verteidigen. Denkbar wäre ein Vereinigungskampf gegen einen anderen Weltmeister, wobei WBO-Champion Dmitri Pirog und IBF-Titelträger Daniel Geale als aussichtsreichste Kandidaten gelten. Das Nachsehen hätte wiederum Gennadi Golowkin, der eigentlich schon im Dezember seine Chance bekommen sollte. Da nach den Statuten der Verbände jedoch Vereinigungskämpfe Vorrang haben, sind dem Kasachen vorerst die Hände gebunden.

Dimitri Pirog hat sein Interesse an einem Kampf gegen Felix Sturm signalisiert. Das gilt auch für Sturms letzten Gegner Martin Murray. Der in 24 Kämpfen ungeschlagene Brite hofft nach dem Unentschieden am 2. Dezember in Mannheim auf eine Revanche, die ihm der WBA-Superchampion damals noch im Ring in Aussicht gestellt habe.

25. Januar 2012



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