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MELDUNG/705: Trotz langer Pause hat Jürgen Brähmer nichts verlernt (SB)



Spanier José Maria Guerrero in der vierten Runde am Ende

Die Universum Box-Promotion bot bei der "Fight Night" im Ballsaal des Hamburger Elysée Grand Hotels zahlreiche namhafte Akteure auf. Vor 1.300 Zuschauern kehrte der 33 Jahre alte Exweltmeister Jürgen Brähmer nach über 21 Monaten Pause erfolgreich in den Ring zurück. Der Schweriner Halbschwergewichtler bot eine ansprechende Leistung und dominierte seinen spanischen Aufbaugegner José Maria Guerrero, der sich durch technischen K.o. in der vierten Runde geschlagen geben mußte. Während Brähmer damit seine Bilanz auf 37 Siege und zwei Niederlagen verbesserte, stehen für seinen Gegner nun 29 gewonnene und drei verlorene Auftritte sowie ein Unentschieden zu Buche.

Jürgen Brähmer beherrschte von Beginn an den Spanier klar, der bereits in der ersten Runde stark aus der Nase blutete. Guerrero erwehrte sich dennoch beherzt der Angriffe des Schweriners, mußte aber in der zweiten Runde nach einem Aufwärtshaken zu Boden gehen. Als sich dann auch noch eine Rißwunde unter dem rechten Auge des Spaniers öffnete, wuchsen seine Probleme, seinerseits Treffer ins Ziel zu bringen. Brähmer ging immer wieder in die Offensive und versuchte, den Kampf vorzeitig zu beenden. Dabei ließ er sich mehrfach auf den offenen Schlagabtausch ein und mußte selbst diverse Treffer einstecken. Als schließlich das Auge Guerreros völlig zugeschwollen war, schritt der Ringrichter ein und brach den ungleichen Kampf ab, der nach 2:08 Minuten der vierten Runde zugunsten des Schweriners endete. Ungeachtet der langen Zeit ohne Ringpraxis hatte sich Brähmer in guter Verfassung präsentiert und von der ersten Runde an flüssig und wirkungsvoll geboxt. Allerdings ließ er sich oft auf den Infight ein und bekam dabei etliche Schläge ab, die aber seine Angriffslust nicht schmälerten.

Wie Jürgen Brähmer im anschließenden Interview Bilanz zog, habe er sich in den letzten Wochen voll und ganz aufs Boxen konzentriert und sehr auf diese Veranstaltung gefreut. Das habe sich ausgezahlt, denn angesichts der kurzen Vorbereitung sei es eine gelungene Leistung gewesen. Guerrero habe sich als sehr ausdauernder Gegner erwiesen und einiges eingesteckt. Dessen ungeachtet habe er selbst sehr flüssig gekämpft und einen tollen Kampf geboten. Noch sei er aber nicht da, wo er sein möchte, da er es teilweise mit zu viel Kraft versucht habe. Er müsse noch schneller auf den Beinen und beweglicher im Oberkörper werden. Nun wolle er weiter hart trainieren und hoffe, so schnell wie möglich wieder in den Ring steigen zu können und dann noch fitter und agiler aufzutreten: "Wenn das so weitergeht, wird es ein schönes Jahr."

Trainer Michael Timm zeigte sich nicht minder angetan vom Auftritt seines Schützlings, der immer wieder die alte Klasse aufblitzen ließ, schnelle Kombinationen schlug und durch seine Präzision beeindruckte: "Man hat gesehen, daß Jürgen gearbeitet und den Ringrost abgeschüttelt hat. Er hat locker begonnen und wurde von Runde zu Runde noch lockerer und variabler. Es hat Spaß gemacht, ihm zuzuschauen."

Im April vergangenen Jahres hatte die WBO dem Schweriner den Titel ihres Champions im Halbschwergewicht aberkennt, nachdem er drei Kämpfe in Folge wegen Krankheit oder Verletzung absagen mußte. Nun will er sich in den Ranglisten wieder nach oben boxen und hofft, Ende 2012 erneut um die Weltmeisterschaft kämpfen zu können und sich den Gürtel zurückzuholen. Ob er dann noch unter der Regie des Universum-Boxstalls in den Ring steigt, ließ Brähmer offen. Er sei vertraglich noch einen Kampf an Universum gebunden, danach werde man weitersehen. Sein nächster Auftritt ist bereits für Ende März oder Mitte April geplant.

29. Januar 2012



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