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MELDUNG/712: WBC-Champion Julio Cesar Chavez setzt sich durch (SB)



Marco Antonio Rubio unterliegt einstimmig nach Punkten

In San Antonio hat der 25 Jahre alte Mexikaner Julio Cesar Chavez jun. den Titel des WBC-Weltmeisters im Mittelgewicht erfolgreich verteidigt. In einem Kampf über zwölf Runden setzte er sich gegen Marco Antonio Rubio einstimmig nach Punkten durch (118:110, 116:112, 115:113) und verbesserte seine Bilanz auf 45 Siege und ein Unentschieden. Für den unterlegenen Pflichtherausforderer stehen nunmehr 53 gewonnene und sechs verlorene Auftritte sowie ein unentschieden beendeter Kampf zu Buche.

Zwar war Rubio von Beginn an der aktivere von beiden, doch wirkte Chavez körperlich so überlegen, als gehöre er einer höheren Gewichtsklasse an. Letzteres war genaugenommen auch der Fall, da er beim offiziellen Wiegen das vorgeschriebene Limit nur mit Mühe eingehalten und danach knapp zehn Kilo zugelegt hatte. Wie Chavez später einräumte, habe er in der Tat Probleme mit dem Gewicht gehabt und ab der siebten oder achten Runde den Preis dafür bezahlt. Zunächst aber kam dem Titelverteidiger der physische Vorteil sehr zustatten, da er seinen Gegner regelrecht überrollen konnte. Auf diese Weise drängte er Rubio des öfteren in die Seile, wobei er sich jedoch in der dritten Runde eine Ermahnung einhandelte, da er mit Kopf, Schultern und Unterarmen in seinen Kontrahenten hineinging.

Wenngleich der Herausforderer wesentlich häufiger schlug, erzielte er dabei doch keine nennenswerte Wirkung. Chavez hingegen drückte den Gegner zurück und erzielte die klareren Treffer. Zwar mußte auch der Mexikaner auf die Dauer einiges einstecken, doch lag er schließlich so weit in Führung, daß Rubio ihn nur noch mit einem Glückstreffer besiegen konnte. Von seiner Ecke angespornt kam der Herausforderer schließlich besser in den Kampf, doch Chavez steckte alles unbeeindruckt weg, was sein Gegner aufzubieten hatte. Nach einem Höhepunkt in der elften Runde, in der die Kontrahenten einander einen offenen Schlagabtausch lieferten, ließen die beiden auch im letzten Durchgang kaum nach.

Die Punktwertung fiel indessen eindeutig zugunsten des Titelverteidigers aus, der damit eine schwierige Aufgabe recht souverän gelöst hatte. Wie Chavez im anschließenden Interview mit dem Sender HBO erklärte, wolle er im nächsten Schritt gegen Sergio Martinez, Antonio Margarito oder Miguel Cotto boxen. Dabei räumte er freimütig ein, daß er erheblich besser kämpfe müsse, um Martinez zu besiegen. Sollte Promoter Bob Arum dieses Duell vereinbaren, werde er aber bereit sein und siegen.


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Nonito Donaire setzt seinen Durchmarsch fort

Im Vorprogramm der Weltmeisterschaft im Mittelgewicht zwischen Julio Cesar Chavez jun. und Marco Antonio Rubio ging ein weiterer Titelkampf über die Bühne. Dabei setzte der 29 Jahre alte Philippiner Nonito Donaire seinen Durchmarsch fort und sicherte sich durch einen Punktsieg gegen Wilfredo Vazquez jun. aus Puerto Rico den vakanten Titel im Superbantamgewicht. Donaire, der nach seinem Landsmann Manny Pacquiao und dessen US-amerikanischem Erzrivalen Floyd Mayweather jun. als drittbester Boxer aller Gewichtsklassen gehandelt wird, baute seine Bilanz auf 28 Siege und eine Niederlage aus. Hingegen mußte Rubio die zweite Niederlage seiner Karriere hinnehmen, die sich zu 21 gewonnenen Kämpfen und einem Unentschieden gesellt.

Der Philippiner machte von Beginn an Druck und trieb Vazquez in die Enge, der in der dritten Runde am Rande eines Niederschlags stand. Als es Donaire jedoch auch in der Folge nicht gelang, den Gegner vorzeitig zu besiegen, mußte er sich etwas anderes einfallen lassen. Er nahm das Tempo heraus, um den Puertoricaner zu locken und zu kontern, was allerdings dazu führte, daß auch er sich diverse Treffer einhandelte. Im neunten Durchgang ging Vazquez schließlich nach einem linken Haken doch zu Boden, was ihn aber nicht daran hinderte, in der folgenden Runde wieder in die Offensive zu gehen. Zum Ende hin machten beide eine gute Figur, da der Philippiner klarer traf, während ihm sein Gegner bis zuletzt mit Kampfgeist Paroli bot. Der Sieg ging schließlich an den Philippiner, den zwei Punktrichter mit je 117:110 in Front sahen, während der dritte unverständlicherweise 115:112 für Vazquez notiert hatte.

Wie Nonito Donaire im anschließenden Interview mit dem Sender HBO hervorhob, habe er die Mehrzahl der Runden für sich entschieden. Der Puertoricaner habe mit seinem Jab getroffen, davon abgesehen aber kaum Schläge ins Ziel gebracht. Der Philippiner hatte frühzeitig Probleme mit einer Hand, die er eigenen Angaben zufolge schließlich wegen der Schmerzen kaum noch bewegen konnte. Seine geplante Taktik, den Gegner niederzukämpfen, sei nicht aufgegangen, da er einfach keinen Rhythmus gefunden habe. Die schwereren Kontrahenten seien eben robuster, und so habe er sich nicht wie erhofft in Szene setzen können.

7. Februar 2012



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