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MELDUNG/716: Fernduell anhand verschlissener Sparringspartner (SB)



Alexander Powetkin und Marco Huck fokussiert

Am 25. Februar verteidigt der reguläre Weltmeister der WBA im Schwergewicht, Alexander Powetkin, seinen Titel zum zweiten Mal. Gegner in der Stuttgarter Porsche Arena ist Marco Huck, Champion der WBO im Cruisergewicht und Aufsteiger ins höchste Limit. Beide treten in die Endphase ihrer Vorbereitung ein und messen sich vorerst noch im Fernduell miteinander, indem sie die Zahl ihrer verschlissenen Sparringspartner vorhalten. Powetkins Manager Wladimir Hrijunow vermeldete jüngst, daß sich sein Schützling derzeit im russischen Tschechow intensiv dem Sparring widme und gerade einem weiteren amerikanischen Partner die Nase gebrochen habe, was er auch mit Huck machen werde. Am Vortag habe Alexander mit seinem fünften Sparringspartner gearbeitet, während der sechste bereits aus den USA anreise. Unterdessen berichtete Sauerlands Sportdirektor Hagen Doering, daß man einen Sparringspartner nach Hause geschickt und durch einen neuen ersetzt habe, da Huck auch im Schwergewicht nichts von seiner gewaltigen Schlagwirkung vermissen lasse.

Alexander Powetkin muß damit leben, daß ihm sein US-amerikanischer Trainer Teddy Atlas wegen anderer beruflichen Verpflichtungen bei der Vorbereitung nicht zur Seite stehen kann. Natürlich dementiert man im Lager des in 23 Kämpfen ungeschlagenen Titelverteidigers, daß ihm diese Einschränkung zum Nachteil gereichen könnte. Allerdings habe sich der Champion vorgenommen, kein Risiko einzugehen und das Duell in der Porsche Arena durch Knockout für sich zu entscheiden. Wenngleich beide Akteure bei Sauerland Event unter Vertrag stehen, werden die deutschen Zuschauer mehrheitlich Marco Huck den Rücken stärken, der sich hierzulande beträchtlicher Popularität erfreut. Hingegen lebt und trainiert Powetkin in Rußland und zeitweise auch in den USA, so daß er trotz seiner Favoritenrolle argwöhnt, das Kampfgericht könne im Falle einer Entscheidung nach Punkten seinen Gegner bevorzugen. Ganz aus der Luft gegriffen ist diese Befürchtung nicht, da Huck in einem Kampf gegen Denis Lebedew nur ganz knapp und nach Auffassung des Russen zu Unrecht gewonnen hat. Powetkin bereitet sich noch bis zum 20. Februar in Tschechow vor, um dann mit seinem Team nach Deutschland zu reisen.

Marco Huck, für den bislang 34 Siege und eine Niederlage zu Buche stehen, bestreitet derzeit in Kienbaum vor den Toren Berlins die Sparringsphase. Sein ambitioniertes Vorhaben, beim Wechsel ins Schwergewicht sofort einen Weltmeister herauszufordern, verlangt natürlich eine intensive Auseinandersetzung mit den höheren Anforderungen. Seine Stärke als Weltmeister im Cruisergewicht, den Gegner niederzukämpfen und dank der Wucht seiner Schläge in die Knie zu zwingen, läßt sich nicht ohne weiteres auf den Kampf gegen einen physisch überlegenen Kontrahenten übertragen. Wie Huck berichtet, habe er sich zwar auch schon vor früheren Kämpfen mit Schwergewichtlern vorbereitet, doch sei das in der nun erforderlichen Konzentration natürlich schon etwas anderes.

Versuche ein Sparringspartner von 120 Kilo Gewicht, zu klammern oder sich auf einen zu lehnen, sei das eine andere Herausforderung als im Cruisergewicht. Und nicht zuletzt müsse man in Anbetracht der höheren Schlagwirkung zusehen, sich aus der Schußlinie zu bringen. An dieser Stelle komme seine Schnelligkeit ins Spiel, die Gift für seine weniger beweglichen Partner sei, so Huck. Trainer Ulli Wegner weiß nur zu gut, daß Alexander Powetkin bei den Experten und Buchmachern als Favorit gehandelt wird. Marco sei jedoch kein Angsthase, werde alles aus sich herausholen und versuchen, das unmöglich Erscheinende möglich zu machen.


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Dimitri Sartison wahrt seine Titelchance

Im Rahmen der "Evil Fight Night", die von der EC Box-Promotion in Hamburg über die Bühne gebracht wurde, wußte Dimitri Sartison mit einer ansprechenden Leistung zu überzeugen. Der frühere Weltmeister im Supermittelgewicht kämpfte nach seiner schweren Verletzung mit einer eigens für ihn angefertigten Schiene am Knie, die ihn jedoch nicht daran hinderte, den Spanier Carlos Caicedo Vernaza souverän in die Schranken zu weisen. Der Madrilene setzte auf seine Trefferwirkung und versuchte, seinen Gegner mit wuchtig geschlagenen Kombinationen in Verlegenheit zu bringen. Sartison war gewarnt und begnügte sich anfänglich mit Kontern, bis er schließlich mit zunehmender Dauer des Kampfs allmählich offensiver zu Werke ging und immer häufiger Schläge zu Kopf und Körper ins Ziel brachte.

Das vorzeitige Ende kam in der fünften Runde, als der Spanier nach einem linken Haken zum Körper zu Boden ging und aus dem Kampf genommen wurde. Damit gewann Dimitri Sartison durch K.o. und verbesserte seine Bilanz auf 28 Siege und eine Niederlage, während für den spanischen Rechtsausleger jetzt vier gewonnene und drei verlorene Auftritte sowie ein Unentschieden zu Buche stehen. Mit seinem 18. vorzeitigen Erfolg präsentierte sich Sartison in guter Verfassung und unterstrich seine Ambitionen, Karoly Balzsay den Gürtel abzujagen. Der Ungar ist regulärer Weltmeister der WBA und verteidigt den Titel am 21. April in Schwerin gegen seinen Teamkollegen bei der Universum Box-Promotion.

13. Februar 2012



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