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MELDUNG/720: Bekommt Max Schmeling endlich einen Nachfolger? (SB)



Huck und Powetkin gerüstet für das spektakuläre Duell

Wenngleich die deutschen Boxfans sicher Besseres zu tun haben, als auf den zweiten einheimischen Schwergewichtsweltmeister nach Max Schmeling zu warten, steht dieses Thema zumindest im Nebenlauf wieder einmal auf der Tagesordnung. Marco Huck besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft und ist fest entschlossen, Alexander Powetkin am 25. Februar in Stuttgart den Gürtel abzujagen. Der Russe ist regulärer Champion der WBA und rangiert damit eine Stufe unter Wladimir Klitschko, den dieser Verband seit dem Sieg über den Briten David Haye im vergangenen Jahr als Superchampion führt. Huck, der bislang 34 Kämpfe gewonnen und einen verloren hat, bleibt trotz seines Aufstiegs in die Königsklasse vorerst Weltmeister der WBO im Cruisergewicht. Er kann sich nach dem Duell mit Powetkin entscheiden, in welchem Limit er künftig antreten möchte.

Daß er weithin als Außenseiter eingestuft wird, hindert ihn natürlich nicht daran, sein ambitioniertes Vorhaben nach besten Kräften zu verfolgen. Schon in der Vergangenheit hätten viele an ihm gezweifelt, meint der Herausforderer, der alles daransetzen will, die Skeptiker eines Besseren zu belehren. Noch nie ist es einem Boxer gelungen, unmittelbar nach dem Aufstieg ins Schwergewicht Weltmeister zu werden. Dennoch bereut Huck seine Entscheidung nicht und will den Zuschauern einen außerordentlich spannenden Kampf präsentieren, dessen Ausgang ungewiß ist. Wie er berichtet, sei sein Training nicht wesentlich anders als in der Vergangenheit abgelaufen. Allerdings sei das Interesse diesmal ungleich größer als bei seinen früheren Auftritten.

Alexander Powetkin hat eine erfolgreiche Amateurkarriere absolviert, in der er es zum Weltmeister und Olympiasieger brachte. Der Russe ist technisch versiert und im Profilager ungeschlagen. Wie er unterstreicht, sei er der Champion und wolle seinen Titel auf jeden Fall behalten. Darüber hinaus werde er beenden, was sein Landsmann Denis Lebedew angefangen habe. Er kämpfe auch um die Ehre seines russischen Heimatlandes. Damit bezog sich Powetkin auf Lebedews umstrittene Niederlage gegen Huck, die aus seiner Sicht durch eine Bevorteilung des Lokalmatadors zustande kam.

Da sein US-amerikanischer Trainer Teddy Atlas aufgrund seiner Verpflichtungen beim Sender ESPN nicht zur Vorbereitung nach Rußland reisen konnte, arbeitet Powetkin in der russischen Kleinstadt Tschechow mit Alexander Zimin zusammen, der in der Vergangenheit auch Nikolai Walujew betreut hat. Zu Atlas in die USA zu fliegen, wäre seines Erachtens nicht sinnvoll gewesen, da ihn die zweimalige Gewöhnung an den Zeitunterschied mindestens zwei Wochen gekostet hätte. Deshalb habe man sich für die aktuelle Lösung entschieden und sei auf Zimin zurückgekommen, mit dem er schon früher gute Erfahrungen gemacht habe.

Bei Alexander Zimin arbeite er sehr viel mehr am Sandsack und an der Ausdauer, doch solle man die Trainer besser nicht vergleichen, da beide ihre Stärken hätten. Ob er nach der Titelverteidigung wieder mit Teddy Atlas zusammenarbeitet, weiß Powetkin derzeit noch nicht. Fürs erste laufe die Vorbereitung mit Zimin optimal, und so werde man sich hinterher zusammensetzen und beraten, wie es in Zukunft weitergehen soll.

Daß Marco Huck der Heimvorteil zustatten kommt, will Powetkin nicht gelten lassen. Er selbst habe während seiner Amateurzeit häufig im Ausland gekämpft und als Profi fast alle Auftritte in Deutschland bestritten, da Sauerland sein Promoter sei. Davon abgesehen lebten in Stuttgart viele Russen, die ihm beim Kampf den Rücken stärken werden. Auch aus Rußland erwarte er zahlreiche Fans, und nicht zuletzt habe er auch seine Anhänger unter den deutschen Zuschauern. Er bereite sich intensiv vor, nehme seinen Gegner sehr ernst und werde in Stuttgart in einer noch besseren Form als zuletzt in Helsinki antreten. Eine Prognose hinsichtlich des Kampfverlaufs werde man jedoch nicht von ihm zu hören bekommen.


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Brian Magee trifft in Kopenhagen auf Rudy Markussen

Am Samstag verteidigt Brian Magee den Titel des Interimsweltmeisters der WBA im Supermittelgewicht in der Kopenhagener Broendby-Halle gegen den Lokalmatador Rudy Markussen. Der 36jährige Nordire ist zuversichtlich, im Rahmen der von Sauerland veranstalteten "Nordic Fight Night" den Ring als Sieger zu verlassen. Er habe vor dänischem Publikum viele Kämpfe gewonnen und kehre daher mit guten Erinnerungen zurück.

Nicht minder optimistisch gibt sich der 34 Jahre alte Rudy Markussen, der von der großen Chance spricht, auf die er lange gewartet habe. Er sei in erstklassiger Verfassung und glaube nicht, daß sein Gegner wisse, was ihn erwarte. Zwar gilt der Nordire als außerordentlich zäher Kämpfer, doch setzt Markussen vor allem auf die Wucht seiner Treffer. Härter als er schlage keiner im Supermittelgewicht, und wenn Magee erst einmal gespürt habe, was da auf ihn zukommt, werde es zu spät für ihn sein. Während Brian Magee 35 Kämpfe gewonnen und vier verloren hat, stehen für seinen dänischen Gegner 37 Siege und zwei Niederlagen zu Buche.

17. Februar 2012



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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