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GEFAHR/076: Tierschutz in der Mähzeit - Unfälle vermeiden (TSB)


Pressemitteilung des Deutschen Tierschutzbundes - 21. Mai 2013

Tierschutz in der Mähzeit: Unfälle vermeiden



Der Deutsche Tierschutzbund appelliert an die Landwirte, durch umsichtiges Verhalten sicherzustellen, dass der grausame Mähtod von Wildtieren auf der Weide vermieden wird. Jedes Jahr sterben circa eine halbe Million Wildtiere auf diese Art und Weise. Sie werden von den Messern landwirtschaftlicher Mähwerke erfasst, verstümmelt oder getötet. Besonders neugeborene Rehkitze sind gefährdet, da sie von den Ricken ins hohe Gras abgesetzt werden. Dort suchen sie die Jungtiere in den ersten Wochen nur kurz auf, um sie mit Nahrung zu versorgen.

Der Deutsche Tierschutzbund hat Tipps für einen effektiven Tierschutz während der Mähzeit zusammengefasst. Landwirte, deren Landmaschinen noch nicht über entsprechende Sensoren zum Aufspüren von Wildtieren verfügen, sollten vor dem Mähen die Felder systematisch begutachten, um sicherzustellen, dass sich dort keine Tiere mehr aufhalten. Zudem ist es ratsam, Wiesen und Weiden immer von innen nach außen zu mähen, um Fluchtmöglichkeiten zu bieten.

Am Tag vor dem Mähen können die Tiere durch Stangen mit flatternden Tüchern oder auch Blinklampen gewarnt werden. Die Muttertiere nehmen diese Störung wahr und verlassen mit ihren Jungen das Feld. Vor dem Mähen können Tiere auch durch akustische Signale von den Wiesen vertrieben werden. Dazu eignen sich zum Beispiel Flatterbänder, die bei Wind entsprechende Geräusche machen. Auch Vorrichtungen zur Schallerzeugung können gerade für die Rettung ältere Jungtiere erfolgreich eingesetzt werden. Förster oder Vogelkundler können bei einer Begehung Nester von Bodenbrütern ausfindig machen und retten.

Im Zweifelsfall sollten Landwirte sich Rat und Hilfe bei Umwelt- und Tierschutzorganisationen bzw. den zuständigen Behörden holen. Für viele Wildtiere wie Rehe, Feldhasen und Bodenbrüter dienen Felder und Wiesen als Unterschlupf und Lebensraum, aber auch Amphibien, Reptilien und Insekten sind betroffen. Besonders Ricken lassen im vermeintlichen Schutz des hohen Grases ihre Kitze zurück. In Panik und Angst sind die Tiere angesichts des plötzlich auftretenden Lärms und dem Näherrücken von landwirtschaftlichen Maschinen hilflos. Geduckt geraten sie unter die scharfen Klingen der Mähmaschinen, erleiden schwere Verletzungen, die oftmals tödlich sind.

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Quelle:
Pressemitteilung des Deutschen Tierschutzbundes e.V.
vom 21. Mai 2013
Herausgeber: Deutscher Tierschutzbund e.V., Bundesgeschäftsstelle
Baumschulallee 15, 53115 Bonn
Telefon: 0228/60496-24, Telefax: 0228/60496-41
E-Mail: presse@tierschutzbund.de
Internet: www.tierschutzbund.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 23. Mai 2013