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INITIATIVE/273: Appell an Muslime - Kein Schächten zum Opferfest (TSB)


Pressemitteilung des Deutschen Tierschutzbundes vom 2. Januar 2007

Kein Schächten zum Opferfest:

Deutscher Tierschutzbund appelliert an Muslime in Deutschland


Anlässlich des am 31. Dezember begonnenen Opferfestes (Kurban Bayrami/Id Al-Adah) appelliert der Deutsche Tierschutzbund an die muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, Tiere nur nach vorheriger Betäubung zu schlachten. Der Deutsche Tierschutzbund lehnt jedes Schlachten ohne Betäubung (Schächten) strikt ab, da es mit erheblichen und vermeidbaren Qualen für das Tier verbunden ist. Trotz des Bundesverwaltungsgerichtsurteil im November - demnach Tiere trotz der Aufnahme des Tierschutzes als Staatsziel in das Grundgesetz geschächtet werden dürfen - bleibt das Schächten prinzipiell verboten, stellt der Tierschutzverband klar. Schächten als Ausnahmeregelungen ist auch weiterhin an strenge Genehmigungsverfahren sowie strikte Auflagen geknüpft. Schächtungen ohne Genehmigungen der zuständigen Behörden sind illegal. Der Deutsche Tierschutzbund fordert die zuständigen Stellen auf, jetzt Schlachthöfe, Schafhaltungen und andere bekannte Orte, an denen eine Schächtung durchgeführt werden könnte, verstärkt zu kontrollieren.

"Bei allem Respekt vor Religion und Bräuchen anderer Kulturen, der ethische und rechtliche Rahmen darf nicht gesprengt werden. Das betäubungslose Schlachten ist und bleibt Tierquälerei! Im Sinne der Tiere und eines konsequenten Tierschutzes fordern wir die Behörden auf, möglichst keine Ausnahmegenehmigungen zum Schächten zu erteilen", appelliert Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Der Deutsche Tierschutzbund wendet sich mit der Forderung an die Muslime, Tiere den deutschen Vorschriften entsprechend nur nach vorheriger Betäubung zu töten. Viele muslimische Bürger setzen seit Jahren die elektrische Kurzzeitbetäubung ein, ohne mit ihrem Glauben in Konflikt zu geraten. Das Tier blutet dann ebenso wie beim betäubungslosen Schächten aus, und das Fleisch erfüllt die religiösen Speisevorschriften. Vor allem aber bleiben dem Tier durch die Betäubung unnötige Qualen erspart.

Der Deutsche Tierschutzbund weist darauf hin, dass Haus- und Hinterhofschächtungen weiterhin strengstens verboten sind. Wer ohne eine Genehmigung schächtet, kann mit einer Geldbuße bis 25.000 Euro und mit Haftstrafe belegt werden. Schon der Transport von Schafen im Kofferraum des PKW verstößt gegen das Tierschutzgesetz und kann geahndet werden.


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Quelle:
Pressemitteilung des Deutschen Tierschutzbundes e.V.
vom 2. Januar 2007
Herausgeber: Deutscher Tierschutzbund e.V., Bundesgeschäftsstelle
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