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JAGD/123: Robbenjagd - Massentötung geht wieder los (TSB)


Pressemitteilung des Deutschen Tierschutzbundes - 26. März 2012

Robbenjagd: Massentötung geht wieder los


In diesen Tagen starten die Kanadier die Robbenjagd. Wie auch im Vorjahr dürfen allein 400.000 Sattelrobben auf grausame Weise getötet werden. Angesichts des Tierleids und vor dem Hintergrund, dass keinerlei "ökologische Notwendigkeit" besteht, die Bestände zu reduzieren, ist die hohe Fangquote nicht zu rechtfertigen. Zusätzlich sinkt die Nachfrage nach Robbenprodukten auf dem Weltmarkt immer stärker. Der Deutsche Tierschutzbund kritisiert daher die Haltung der kanadischen Regierung: Anstatt immer neue Absatzmärkte zu suchen, muss Kanada die Signale vom Weltmarkt sehen und die blutige Tradition endlich beenden.

Die alljährliche Robbenjagd in Kanada zählt zur weltweit größten Massentötung von Wildtieren. Heerscharen von Fischern ziehen, mit Gewehren, Knüppeln und Bootshaken auf das Packeis und bringen Hunderttausende Sattelrobben und Klappmützen um. Das Erschlagen mit Knüppeln oder der Abschuss der Tiere sind mit erheblichem Tierleid verbunden. So erhalten die Robben bei der Jagd mit einer Art Fischanlandungshaken, dem "Hakapik", einen Schlag auf den Hinterkopf. Der Schädelknochen soll brechen und das Tier so bewusstlos werden. Einige Jäger brauchen dafür oft mehrere Versuche. Danach wird die Spitze des "Hakapiks" tief ins Gehirn getrieben. Es kommt vor, dass die Tiere nicht tot sind, wenn sie enthäutet werden.

Die Sattelrobben finden sich alljährlich im Frühjahr auf dem Eis vor den Küsten Labradors und Neufundlands, dem St.-Lorenz-Golf sowie auf dem Grönländischen Meer zusammen und gebären dort ihre Jungen. Hier werden sie zur leichten Beute des Menschen, da sie kaum versuchen zu fliehen. Ziel ist vor allem die Tötung von jungen, erst wenige Wochen alten, Robben. Seit einigen Jahren gehen die Bestände stark zurück, da die für die Jungenaufzucht notwendige Eisschicht durch den Klimawandel fehlt. Daher hatten sich selbst Experten des kanadischen Ministeriums für eine Verringerung der Fangquoten ausgesprochen.

Ende 2011 ist mit Russland der größte Robbenfellimporteur weggebrochen und bereits seit zwei Jahren gilt das EU-Handelsverbot. Immer mehr Länder distanzieren sich von der Massentötung. Es ist ein eindeutiges Signal gegen Robbenprodukte und dem damit verbundenen Tierleid. Der Deutsche Tierschutzbund ruft die Bevölkerung dazu auf, gegen die Massaker aktiv zu werden. Mit Briefen an die Kanadische Botschaft kann jeder Interessierte gegen die geplante Robbentötung protestieren.


Unter http://www.tierschutzbund.de/kampagne_robben.html sind weiterführende Informationen zu dieser Protestaktion.


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Quelle:
Pressemitteilung des Deutschen Tierschutzbundes e.V.
vom 26. März 2012
Herausgeber: Deutscher Tierschutzbund e.V., Bundesgeschäftsstelle
Baumschulallee 15, 53115 Bonn
Tel: 0228/60496-24, Fax: 0228/60496-41
E-Mail: presse@tierschutzbund.de
Internet: www.tierschutzbund.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 27. März 2012